04.08.2013, 20:56 Uhr | Jakob Haerle, Ulrich Weih
Rätselhaft: Die australische Küstenwache findet die voll funktionsfähige "Kaz II" vor dem Great Barrier Reef - bis heute weiß niemand, was mit der Besatzung passiert ist. (Quelle: Queensland Police)
Es ist der 20. April 2007. Die australische Küstenwache entschließt sich, den weißen Katamaran vor dem Great Barrier Reef zu entern. Sie findet ein komplett intaktes Boot vor - nur von der dreiköpfigen Besatzung fehlt jede Spur.
Merkwürdig: Die Yacht ist voll funktionsfähig - und sie wirkt, als sei sie gerade erst verlassen worden. Der Motor läuft noch, ein Laptop ist an, eine halbvolle Tasse Kaffee steht herum und alle Schwimmwesten sind noch an ihrem angestammten Platz. Auch das GPS-System und der Funk funktionieren.
"Was wir fanden, war ein bisschen sonderbar, denn es wirkte alles so normal", sagt Jon Hall von der Küstenwache.
Noch am selben Tag starten die Behörden eine großräumige Suchaktion. Neun Flugzeuge, zwei Helikopter und mehrere Wasserfahrzeuge suchen nach der Crew. Doch trotz aller Mühen, die Besatzung bleibt verschollen.
Die "Kaz II" ist ein zwölf Meter langer Katamaran im Wert von zirka einer halben Millionen Euro. Das Schiff ist in tadellosem Zustand, die Ausrüstung auf dem neuesten Stand. An Bord waren Derek Batten, der 56-jährige Besitzer des Bootes, sowie die Brüder Tunstead (63 und 69). Die drei waren zu einem achtwöchigen Törn aufgebrochen.
Die Behörden finden ein Video, das wenige Stunden vor dem mysteriösen Vorfall aufgenommen wurde. Es zeigt die drei Männer in bester Verfassung – einen angelnd, einen am Steuer stehend und den dritten filmend. Der Motor ist aus. Doch irgendetwas muss zwischen dem Aufnahmezeitpunkt dieses Videos und der vom GPS-System registrierten abrupten Kursänderungen passiert sein.
Die Ermittler vermuten, dass in dieser Zeit einer der drei Männer über Bord gefallen sei könnte. Ein zweiter sei ins Wasser gesprungen um den ersten zu retten. Der auf dem Boot verbliebene Mann wollte das Boot stoppen und versuchte deshalb die Segel einzuholen, dabei sei es wohl unbeabsichtigt zu einer Halse gekommen, sprich das große Segel habe plötzlich die Seite gewechselt. Dabei wurde das dritte Crew-Mitglied auch noch ins Wasser gestoßen.
Da der schnelle Katamaran mit einer Geschwindigkeit von zirka 28 Kilometern pro Stunde unterwegs war, sei es für die Männer unmöglich gewesen, das Schiff schwimmend einzuholen und zurück an Bord zu kommen.
Doch würden erfahrene Segler wirklich so unprofessionell handeln? Verwandte eines der Verschwundenen vermuten, dass es sich um eine Entführung handelt. Dagegen spricht allerdings, dass alle Wertgegenstände an Bord waren. Auch eine Lösegeldforderung ging niemals ein.
Auch die Möglichkeit, dass die Besatzung bei rauem Wetter über Bord gefallen sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Die drei Männer galten als erfahrene Segler, die mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen bestens vertraut waren. Auf dem Schiff waren keinerlei Maßnahmen gegen schweres Wetter getroffen worden - im Gegenteil: An Deck befanden sich Kleidungsstücke und Handtücher, die zum Trocknen aufgehängt waren. Das deutet eher auf Badewetter.
Der Fall der "Kaz II" ist nach wie vor ungeklärt. Und er wird es wohl auch bleiben: Falls die Besatzung tatsächlich ins Wasser gefallen ist, besteht heute keine Chance mehr darauf, ihre Leichen zu finden: In dem Gebiet wimmelt es von Haien.
04.08.2013, 20:56 Uhr | Jakob Haerle, Ulrich Weih
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