Bis zu 70 Prozent der Cholera-Infizierten sterben. (Quelle: dpa)
Die Cholera ist eine lebensbedrohliche Durchfallerkrankung. Die meisten Menschen infizieren sich mit den Erregern Vibrio cholerae durch Trinkwasser, das mit Fäkalien verunreinigt ist. Diese Bakterien setzen sich im Dünndarm fest und sondern ein Gift ab, das starkes Erbrechen und Durchfälle auslöst.
Die Infizierten verlieren dabei mehr als 20 Liter Flüssigkeit am Tag, auch lebensnotwendige Mineralien werden ausgeschwemmt. Dies kann zu Nierenversagen und Kreislaufkollaps führen. Durch Austrocknen und Verdursten tritt der Tod im Extremfall binnen Stunden ein. Unbehandelt führt die Cholera in bis zu 70 Prozent der Fälle zum Tod. Bei schneller Diagnose und Behandlung - vor allem mit sauberem Wasser und lebenswichtigen Salzen ist die Prognose dagegen gut.
Nach der Infektion verläuft die Cholera meistens in drei Stadien. Nach dem anfänglichen Brechdurchfall folgt ein Stadium des extremen Flüssigkeitsmangels. Darauf folgen schließlich Körperreaktionen wie Benommenheit, Hautausschlag und Koma.
Verbreitung durch verschmutztes Trinkwasser
Die Cholera tritt besonders häufig in Ländern auf, in denen Trinkwasser- und Abwassersysteme nicht voneinander getrennt sind. Die Erreger finden sich vor allem in Fäkalien sowie belastetem Fluss- und Meerwasser. Dadurch können auch Fische und andere Nahrungsmittel aus Flüssen und dem Meer mit Cholera-Erregern verunreinigt sein. In den Industrieländern wird durch Wasserwerke und Kläranlagen meist eine hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung gewährleistet, so dass Cholerafälle hier sehr selten anzutreffen sind.
Vorbeugung durch Hygiene
Es existiert zwar eine Impfung, diese wird aber wegen mangelnder Wirksamkeit von der Weltgesundheitsorganisation seit langem nicht mehr empfohlen. Stattdessen wird zur Vorbeugung die Einhaltung hoher hygienischer Standards, vor allem aber die Verwendung hygienisch einwandfreien Trinkwassers empfohlen.