Startseite
  • Sie sind hier: Home > Nachrichten > Wissen >

    Chile-Beben hat Kontinent verrückt

    ...
    t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

    GPS-Messungen  

    Chile-Beben hat Kontinent verrückt

    31.03.2010, 15:39 Uhr | Von Axel Bojanowski/Spiegel-Online, Spiegel Online

    Chile-Beben hat Kontinent verrückt. Das Chile-Beben hat weite Teile Südamerikas verschoben (Foto: dpa)

    Das Chile-Beben hat weite Teile Südamerikas verschoben (Foto: dpa)

    Das Erdbeben in Chile hat gigantische Kräfte freigesetzt - und weite Teile Südamerikas verschoben. Um drei Meter wurden manche Ortschaften versetzt. Die Bewegung hält an: Südamerikas Landschaften werden nun jahrelang auf Wanderschaft bleiben.

    Das Erdbeben vor Chile richtete verheerende Zerstörungen an. Hunderte von Menschen kamen zu Tode, Zehntausende wurden verletzt oder obdachlos. Auch geologisch hatte das Beben immense Auswirkungen. Es verpasste der Erde nicht nur einen Drall und verschob die Erdachse - Die Erschütterung hat zudem Großteile des südamerikanischen Kontinents verrückt.

    Stadt um drei Meter verschoben

    Die Stadt Concepción etwa hat sich dem Deutschen Geodätischen Institut (DGFI) zufolge knapp drei Meter nach Westen verschoben. Andere Ortschaften verrückten ebenfalls nach Westen. Chiles Hauptstadt Santiago habe sich um fast 30 Zentimeter verschoben, berichten Experten der Ohio University. Auch das auf der anderen Seite des Kontinents gelegene Buenos Aires liege nun weiter westlich als zuvor - um zweieinhalb Zentimeter. Selbst die Falklandinseln im Atlantik und brasilianische Küstenstädte hätten sich bewegt.

    Zähflüssiges Gestein als Förderband

    Eigentlich schiebt sich Südamerika mit anderthalb Zentimetern pro Jahr nach Norden. Doch nun rückten weite Teile des Kontinents in eine andere Richtung als die Erdplatte, auf der sie liegen. Zähflüssiges Gestein im Erdinneren fungiert als Förderband der Erdplatten, die sich üblicherweise über Jahrmillionen in dieselbe Richtung bewegen. Unterbrochen wird ihre langsame stete Wanderung lediglich durch regelrechte Sprints von Teilen der Erdkruste nach Starkbeben wie nun in Chile.

    Gefährlichste Erdplattengrenze des Planeten

    Das Erdbeben der Stärke 8,8 am 27. Februar war das fünftstärkste, das je gemessen wurde. Es ereignete sich an der gefährlichsten Erdplattengrenze des Planeten: Vor der Westküste Südamerikas schiebt sich der Boden des Pazifiks unter den südamerikanischen Kontinent, wobei sich immense Spannungen aufbauen, die sich regelmäßig bei Beben entladen.

    Meeresboden vor Chile brach

    Bei dem Beben vor elf Tagen brach der Meeresboden vor der Küste Chiles auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern; ein Stakkato starker Nachbeben folgte. Die Erschütterungen bauten Spannung ab, die sich über Jahrhunderte angestaut hatte. Als Folge der Entspannung bewegen sich jetzt die Landmassen.

    Erdkruste wird nicht zur Ruhe kommen

    Die Ortschaften werden ihre ungewöhnliche Richtung nun vermutlich jahrelang beibehalten. Vergleichbar mit zusammengeknülltem Papier, das noch eine Weile knistert, wird die erschütterte Erdkruste Chiles nicht zur Ruhe kommen. Das zeigen die Auswirkungen früherer Starkbeben.

    Inseln heben und senken sich

    Das Tsunami-Beben von 2004 im Indischen Ozean beispielsweise hält zahlreiche Landmassen Südostasiens bis heute in Bewegung: Inseln heben und senken sich, teils um mehrere Meter. Häfen und Mangrovenwälder fielen trocken, andere Landstriche versanken im Meer. Die unmerklichen Verschiebungen setzten insgesamt sogar mehr Energie frei als das ursächliche Starkbeben am 26. Dezember 2004.

    GPS-Sender messen Bewegung

    Die Bewegungen der Landmassen messen Forscher vor allem mit GPS-Sendern. Die Position der Sender kann mit Hilfe von Navigationssatelliten bestimmt werden. Die Daten einiger Geräte in Chile seien allerdings aufgrund des Stromausfalls nach Beben nicht abrufbar, berichtet Hermann Drewes vom DGFI. Ein Kollege wolle nun zu den Anlagen fahren und die restlichen Informationen einholen.

    Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
    Neue Kommentare laden
    Leserbrief schreiben

    Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

    Name
    E-Mail
    Betreff
    Nachricht

    Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

    Artikel versenden

    Empfänger

    Absender

    Name
    Name
    E-Mail
    E-Mail
    Anzeige
    News-Video des Tages
    Clip geht um die Welt 
    Dutzende Polizisten kommen zu Jacksons Einschulung

    Rührende Geste löst eine Welle von Symphathiebekundungen aus. Video

    Anzeige

    Shopping
    tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
    THEMEN VON A BIS Z

    Anzeige
    shopping-portal