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NASA plant die Energie-Revolution aus dem All

16.04.2012, 16:30 Uhr | t-online.de

NASA plant die Energie-Revolution aus dem All. Sieht aus wie eine Designer-Lampe: SPS-ALPHA soll Solarstrom im All sammeln (Quelle: NASA)

Sieht aus wie eine Designer-Lampe: SPS-ALPHA soll Solarstrom im All sammeln (Quelle: NASA)

Öl, Atomkraft, selbst Strom aus Wind und Wasser - ist das bald Schnee von gestern? Die NASA plant jedenfalls, einen gigantischen Solarkollektor zu bauen und ihn anschließend ins All zu schießen. SPS-ALPHA soll die Energie direkt von der Sonne sammeln und zu verschiedenen Punkten der Erde lenken.

Die Vorteile der Energiegewinnung im All sind klar: Die Sonnenstrahlung ist im All bis zu achtmal intensiver als auf der Erde, außerdem könnten Satelliten 24 Stunden pro Tag Energie sammeln, weil es keine Nacht gibt.

Strom soll per Mikrowellen zur Erde geschickt werden

Seit Jahrzehnten denken Forscher deshalb über Satelliten nach, die Solarenergie gewinnen können - bisher scheiterten die Pläne aber jedes Mal an Technik oder exorbitanten Kosten. Zuletzt wollten die Japaner einen solchen Sonnenkollektor bis zum Jahr 2010 in die Umlaufbahn bringen. Auch daraus wurde nichts. Mit SPS-ALPHA hat die NASA jetzt einen neuen, vielversprechenden Ansatz veröffentlicht.

Der Satellit soll einen Trichter besitzen, auf dem Zehntausende von beweglichen Mini-Spiegeln angebracht sind, die die Sonnenstrahlen möglichst effizient auffangen - und sie zu den Photovoltaik-Zellen in der Basis des Flugkörpers umleiten. Dort werde sie in Mikrowellen umgewandelt. Wenn es nach seinem Entwickler John Mankins geht, wird SPS-ALPHA diese Wellen "direkt zu den Märkten auf der Erde schicken" - in riesigen Portionen von tausenden Megawatt, die dann in die Stromnetze eingespeist werden können.

Die Energieübertragung per Mikrowellen funktioniert, das haben Experimente auf der Erde bereits bewiesen. Ob die Technik aber auch über die großen Distanzen im All funktioniert und wie viel Energie dabei verloren geht, ist nicht klar.

Gefahr durch Weltraummüll

Ein weiteres Problem: Weltrauschrott und Meteoritenteile würden die Spiegel zertrümmern, bevor sich der Satellit amortisieren kann - das glauben zumindest die Kritiker. Mankin hält die niedrigen Produktionskosten dagegen. Er will das gesamte Objekt aus kleinen Teilen fertigen, die höchsten 200 Kilogramm wiegen. So könnte eine Massenherstellung möglich werden, die SPS-ALPHA viel billiger machen würde, als herkömmliche Satelliten.

Im Moment steht nur das Konzept, aber die amerikanische Raumfahrtbehörde stellt ein hochrangiges Team zusammen, das feststellen soll, ob und wie sie die Zukunftsvision umsetzen kann. So könnte der Traum doch noch in Erfüllung gehen, vom endlosen Billigstrom aus dem All.

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