
18.04.2012, 09:09 Uhr | Von Sebastian Fischer, Spiegel Online
Kompliment für Good old Germany: Noch nie war Deutschland bei den US-Bürgern so beliebt wie derzeit. Das hat eine von der deutschen Botschaft in Washington veröffentlichte Umfrage ergeben.
Die Amerikaner mögen deutsche Produkte, soviel ist klar. Waschmaschinen und Kühlschränke Made in Germany sind so herrlich verlässlich; und deutsche Autos sind zwar nicht mehr das, was sie mal waren, haben aber noch immer ein ansprechendes Äußeres und ordentlich PS. Und Bier? Sowieso.
Doch jetzt ist es auch Deutschland selbst, das auf der Favoritenliste der Amerikaner weit oben rangiert. Dies hat zumindest eine von der deutschen Botschaft in Washington vorgelegte repräsentative Umfrage ergeben. Befragt wurden 1517 US-Bürger ab 18 Jahren. Zentrales Ergebnis: Deutschland ist so beliebt wie nie zuvor.
Der von der Agentur "Frank N. Magid Associates Inc." durchgeführten Erhebung zufolge gaben 55 Prozent der Befragten an, einen ausgezeichneten oder guten Gesamteindruck von Deutschland zu haben. Bei der vorhergehenden Umfrage im Jahr 2009 hatten dies nur 48 Prozent der Befragten angegeben. Ein Plus ist auch mit Blick auf Deutschlands internationale Rolle zu verzeichnen: Gegenwärtig meinen 58 Prozent, Deutschland spiele eine wichtige Rolle, 2009 fanden dies nur 43 Prozent.
Der Einsatz des deutschen Militärs in Afghanistan wird von 32 Prozent der Befragten positiv bewertet, im Vergleich zu 23 Prozent im Jahr 2009. Zwölf Prozent sagen, Deutschland spiele keine wichtige Rolle im Kampf gegen den Terrorismus am Hindukusch. Gefragt nach den wichtigsten internationalen Partnern der USA belegt Deutschland (46 Prozent) den dritten Platz hinter Großbritannien (67) und Kanada (63).
Mit 58 Prozent stimmen die Befragten zudem der Aussage zu, dass Deutschland eine bedeutende Wirtschaftsmacht sei. Ob Deutschland weltweit führend in Forschung und Technologie sei? Davon gehen 54 Prozent der Befragten aus. 26 Prozent meinen, dass Deutschland am besten darauf vorbereitet sei, Europa aus der Schuldenkrise zu leiten; 19 Prozent schreiben dies dem Nicht-Euro-Mitglied Großbritannien zu und nur drei Prozent den Franzosen. Fast ein Drittel der befragten Amerikaner geben an, gute Kenntnisse über Germany zu haben und ein knappes Viertel war bereits in Deutschland zu Besuch.
Die Zuneigung stößt durchaus auf Gegenliebe. Den im vergangenen September vom German Marshall Fund (GMF) in Washington veröffentlichten "Transatlantic Trends" zufolge setzen die Deutschen auf die Führung der USA: 60 Prozent der befragten Bundesbürger sprachen sich für eine starke US-Rolle in internationalen Angelegenheiten aus.
Zugleich kommt US-Präsident Barack Obama in Deutschland auf hohe Sympathiewerte. So sahen laut GMF-Umfrage 72 Prozent der befragten Deutschen die USA positiv und 73 Prozent unterstützten Obamas Weg im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Amerikaner und Deutsche unterscheiden sich allerdings deutlich in der Frage, ob unter bestimmten Bedingungen Krieg ein zulässiges Mittel ist, um Gerechtigkeit herzustellen. 75 Prozent der in den USA Befragten stimmten dem zu, während 70 Prozent der Deutschen nicht zustimmten.
Quelle: Von Sebastian Fischer, Spiegel Online
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