18.05.2012, 21:47 Uhr | dpa
Gut vier Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" beginnt voraussichtlich nächste Woche die Bergung des Wracks. Die Arbeiten werden ein Jahr dauern, teilten die Genueser Reederei Costa Crociere, die US-Firma Titan Salvage und das italienische Unternehmen Micoperi mit.
Dienstag oder Mittwoch könnten die ersten Vorbereitungen beginnen. Das 290 Meter lange Schiff, das immer noch vor der toskanischen Insel Giglio liegt, soll im Ganzen geborgen und danach zerlegt werden. Die Kosten betragen nach einer ersten Schätzung etwa 236 Millionen Euro.
Es ist eine einzigartige Aktion in der Geschichte der Schifffahrt und eine "riesige Herausforderung". Wochenlang haben die Ingenieure geplant und gerechnet. Zuerst wollen Experten unter dem Rumpf bei Unter-Wasser-Arbeiten ein Stahlgerüst installieren. Rund 60 Pfähle sollen die Plattform stützen. Dabei sollen Umweltbehörden mitwirken, damit möglichst wenig von der sensiblen Vegetation am Meeresboden zerstört wird.
Bis spätestens Ende August soll das Schiff gesichert sein. "Wir können nicht den Winter abwarten, ohne dass das Schiff gesichert ist", sagt der Chef des Zivilschutzes in Italien, Franco Gabrielli. Denn wenn das 290 Meter lange Schiff doch noch abrutscht und in die Tiefe gleitet, dürfte eine Bergung kaum noch möglich ein.
Der nächste Schritt dürfte - neben dem Abschleppen - der schwierigste sein: Das Schiff soll mit Kränen aufgerichtet werden. Container an der oben liegenden Seite des Schiffes sollen langsam mit Wasser gefüllt werden und so ein Gegengewicht bilden.
Die Bergung in drei Schritten (Quelle: dpa)Das Risiko ist, dass das Schiff aus dem Gleichgewicht gerät. Gelingt alles, sollen die Container mit Luft gefüllt werden und dem Schiff Auftrieb geben, um es in einen Hafen zu schleppen. Wohin genau die "Costa" gebracht wird, ist noch unklar. Der mindestens 50 Meter lange Riss an der Seite des Kreuzers, der bei der Kollision mit einem Felsen am 13. Januar entstanden war, soll geschlossen werden.
Der Bergungsplan entstand in Abstimmung mit den italienischen Behörden und mit den Verantwortlichen auf der Insel Giglio. Der Schutz der Natur sei bei der Bergung besonders wichtig, sagte Umweltminister Corrado Clini. Der Chef des Zivilschutzes in Italien, Franco Gabrielli, unterstrich: "Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die bis jetzt geleistet worden ist."
Die Reederei betonte, dass auch auf den wichtigen Tourismus auf der Ferieninsel besondere Rücksicht genommen werde. Die Mitarbeiter und die Ausrüstung der Bergungskräfte sollen deshalb überwiegend auf dem Festland bei Piombino rund 100 Kilometer nördlich von Giglio untergebracht werden. Rund 100 Menschen werden im Einsatz sein.
Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes am 13. Januar waren 30 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Zwei Menschen werden immer noch vermisst.
Die "Costa Concordia" war in der Unglücksnacht zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert. Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest bei Neapel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.
18.05.2012, 21:47 Uhr | dpa
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