22.02.2013, 08:17 Uhr | t-online.de, dpa
Keine Chance für Leben: Der neu entdeckte Mini-Planet Kepler-37b ist luft- und wasserlos (Quelle: Reuters)
Forscher haben den bislang kleinsten Planeten bei einem anderen Stern entdeckt. Bei Kepler-37b handele es sich vermutlich um eine "Gesteinswelt, die ähnlich wie der Merkur weder Wasser noch eine Atmosphäre besitzt",berichten die Wissenschaftler um Thomas Barclay von der US-Raumfahrtbehörde NASA im britischen Fachblatt "Nature".
Leben dürfte daher auf dem Mini-Planeten nicht möglich sein.
Bislang waren keine Planeten bekannt, die kleiner sind als diejenigen in unserem Sonnensystem. Die Neuentdeckung ist daher der kleinste Planet überhaupt, den Astronomen bislang gesichtet haben. Er besitzt nach den Berechnungen seiner Entdecker einen Durchmesser von nur rund 3800 Kilometern - unser Mond kommt auf 3500 Kilometer. Der Winzling umkreist seinen Heimatstern alle 13 Tage mit zwei weiteren Planeten, von denen einer etwas kleiner und der andere deutlich größer als die Erde ist.
Entdeckt hatten die Forscher den Kleinplaneten mit dem NASA-Weltraumteleskop "Kepler". Es späht bei zigtausenden Sternen nach Mini-Finsternissen, die sich ereignen, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen direkt vor seinem Stern vorbeizieht. Astronomen sprechen von einem Transit. Beim Stern mit der Katalognummer Kepler-37, der unserer Sonne ähnelt, wurden die Forscher fündig und stießen auf den Mini-Planeten und seine beiden Geschwister.
Die Entdeckung zeige einmal mehr, dass ferne Planetensysteme sich deutlich von unserem unterscheiden können, heißt es in "Nature". Zudem stütze der Fund die Theorie, dass die Zahl der Planeten mit abnehmender Größe steige. Bislang sind mehr als 800 Planeten bei anderen Sternen, sogenannte Exoplaneten, entdeckt worden. Die meisten davon sind große Gasplaneten, "die um ein Vielfaches mehr Masse besitzen als der Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem", so der Bericht.
Ob der Himmelskörper Kepler-37b allerdings die strengen Bedingungen erfüllt, die in unserem Sonnensystem an einen Planeten gestellt werden, lässt sich gegenwärtig kaum überprüfen. Im Jahr 2006 hatte die Internationale Astronomische Union (IAU) den Begriff Planet erstmals wissenschaftlich definiert. Das führte dazu, dass Pluto zum Zwergplaneten herabgestuft wurde.
Die IAU-Definition gilt streng genommen nur für unser Sonnensystem. Denn ein Planet ist demnach ein Himmelskörper, der um die Sonne kreist, unter seiner eigenen Schwerkraft annähernd kugelförmig zusammengedrückt wird und seine Umlaufbahn von anderen Objekten freigeräumt hat.
Planeten anderer Sterne als der Sonne werden zur Unterscheidung als extrasolare Planeten oder kurz als Exoplaneten bezeichnet. Ob Kepler-37b einmal das Pluto-Schicksal teilen und seinen (Exo-)Planetenstatus verlieren könnte, steht freilich in den Sternen.
Quelle: t-online.de, dpa
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