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Bodensee: Grund bald in 3D

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Grund des Bodensees bald in 3D

25.06.2013, 17:15 Uhr | dpa

Wie sieht es auf dem Grund des Bodensees aus? Dieser Frage geht das Projekt "Tiefenschärfe" nach, das den See seit April neu vermisst.

Im Vergleich zur letzten Kartierung im Jahr 1990 soll die Datendichte nach Angaben des Instituts für Seenforschung (ISF) hundert- bis tausendfach höher sein.

Gebiete um Zuflüsse besonders interessant

Ziel des am Dienstag in Langenargen vorgestellten Projektes: präzisere Daten für Wissenschaft und Wasserwirtschaft, wie ISF-Leiter und Projektkoordinator Gerd Schröder sagte. "Wir wollen wissen, wo Umlagerungen am Grund liegen, wo Rutschungen in tiefere Zonen stattgefunden haben, wo Grundwasser oder Gas austritt." Die Daten sollen zu einem nachhaltigen, effektiven Gewässerschutz beitragen.

Gerade die Uferbereiche und die Gebiete um die 14 Bodenseezuflüsse sind nach Angaben des beratenden Geologen Paul Wintersteller von der Universität Bremen besonders interessant. "Vor allem am Rheinzufluss gibt es große Sedimentablagerungen", so Wintersteller.

Hochmodernes Fächerecholot tastet Grund ab

Mit den Daten können nach ISF-Angaben Badestege, Versorgungsleitungen oder Einleitungen in den See besser geplant werden. Auch Archäologen, Natur- und Denkmalschützer sowie Schifffahrt und Touristik bräuchten eine genaue Kenntnis des Gewässerbodens, so Schröder.

Das Forschungsschiff Kormoran des ISF tastet mit einem hochmodernen Fächerecholot den Grund des Sees flächendeckend ab. Dazu werden simultan mehrere hundert Schallsignale in einem breiten Fächer vom Seeboden reflektiert, was erstmals ein hochauflösendes, dreidimensionales Geländemodell ermöglicht.

Dreidimensionales Bild der Unterwasserlandschaft

Ein Computer wandelt die Ergebnisse dann zu einem dreidimensionalen Bild der Unterwasserlandschaft um. Neue Erkenntnisse ergaben sich nach Angaben Schröders bisher vor Nonnenhorn im Landkreis Lindau, wo es zu Rutschungen am Seegrund gekommen sei.

Im flacheren Wasser funktioniert der Fächerecholot nicht, diese Bereiche sollen per Laserscan im Winter 2013/2014 von einer fliegenden Plattform aus der Luft vermessen werden. Die technologische Entwicklung ist laut Schröder gewaltig.

Datendichte bis zu tausendmal höher

Während bei der ersten Bodensee-Vermessung 1890 mit Schweizer Lotapparaten rund 20 Lotungen pro Quadratkilometer und im Jahr 1990 mit hydrographischen Verfahren 600 Messungen pro Quadratkilometer möglich waren, werden bei der laufenden Vermessung 60.000 bis 600.000 Messungen auf der gleichen Fläche gemacht.

Bis Mitte 2015 sollen die Messergebnisse ausgewertet und zusammengeführt werden. Das Forschungsprojekt, das im Auftrag der Internationalen Gewässerschutzkommisssion für den Bodensee (IGKB) vom ISF in Langenargen im Bodenseekreis umgesetzt und koordiniert wird, soll rund 612.000 Euro kosten. Die Vermessungsbehörden von Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz arbeiten bei dem Projekt eng zusammen.

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