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Schwarzes Loch verformt Gaswolke zu einer Spaghetti

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Tatort Milchstraße: Schwarzes Loch streckt Gaswolke in Spaghetti-Form

19.07.2013, 09:36 Uhr | dpa

Schwarzes Loch verformt Gaswolke zu einer Spaghetti. Mit ihrem minimalen Abstand von 25 Milliarden Kilometern schaffe es die Wolke gerade so, nicht direkt in das Schwarze Loch hineinzufallen (Quelle: dpa)

Mit ihrem minimalen Abstand von 25 Milliarden Kilometern schaffe es die Wolke gerade so, nicht direkt in das Schwarze Loch hineinzufallen (Quelle: dpa)

 

Astronomen beobachten gerade erstmals "live", wie ein Schwarzes Loch im Zentrum unserer Galaxie eine Gaswolke in die Länge zieht. "Man kann genau sehen, wie die Wolke regelrecht zu einer Spaghetti-Nudel wird", sagte der Leiter des Beobachtungsteams, Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München.

"Genauso müsste es einem unglücklichen Astronauten in einem Science-Fiction-Film ergehen, der dem Schwarzen Loch zu nahe kommt." Das Spektakel im Weltall ist ein Ereignis mit Ansage. Vor gut zwei Jahren haben die Münchener Forscher die Gaswolke entdeckt und sitzen seitdem sozusagen auf den besten Logenplätzen mit ihren Teleskopen bereit. Das Himmelsschauspiel ereignet sich etwa 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Mit zehn Millionen Kilometern pro Stunde im All unterwegs

Mit ihrem minimalen Abstand von 25 Milliarden Kilometern schaffe es die Wolke gerade so, nicht direkt in das Schwarze Loch hineinzufallen, erläuterte Gillessen. Sie werde aufgrund seiner starken Anziehungskräfte jedoch sehr gestreckt.

"Die Wolke ist mittlerweile so stark auseinandergezogen, dass ihr vorderer Teil den Punkt der größten Annäherung an das Schwarze Loch passiert hat und sich bereits wieder mit mehr als zehn Millionen Kilometer pro Stunde davon entfernt, während der hintere Teil der Wolke weiterhin auf das Schwarze Loch zu fällt", erläutert ein Sprecher der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München.

Das Ende der Wolke scheint vorbestimmt

Die Ergebnisse sollen in der Zeitschrift "The Astrophysical Journal" erscheinen. Die Prognose des Forscherteams: Die Wolke werde im Lauf des nächsten Jahres komplett zerrissen.

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