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    Obstbauern bangen: Kirschessigfliege im Anmarsch

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    Kleine Fliege, großer Schaden

    09.04.2012, 14:13 Uhr | dapd

    Obstbauern bangen: Kirschessigfliege im Anmarsch. Gefürchtet bei Ostbauern: die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) (Quelle: dpa)

    Gefürchtet bei Obstbauern: die Kirschessigfliege - Drosophila suzukii (Quelle: dpa)

    Die aus Asien stammende Kirschessigfliege bedroht in diesem Jahr erstmals den Obst- und Weinanbau in Deutschland. Das kleine Insekt hat nach Ansicht von Experten großes Potenzial, ein gefährlicher Schädling zu werden.

    2011 sei die Fliege erstmals in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gesichtet worden, berichtete Karl-Josef Schirra vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR). "Da braut sich möglicherweise etwas zusammen", warnte er.

    In Obstanbaugebieten etwa in Italien hat die Kirschessigfliege den Angaben zufolge bereits hohe Schäden angerichtet. Die Ernteverluste reichen von 20 bis 60 Prozent. Im vergangenen Jahr wurde das Insekt dann erstmals in der Pfalz, am Bodensee und in der Nähe von Heidelberg entdeckt. Vor wenigen Wochen sei ein weiterer Fund am Bodensee gemacht worden.

    Fliege legt Eier in reifes Obst

    Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) stammt aus Südostasien. Seit einigen Jahren verbreitet sie sich auch in den USA und in Europa. Zunächst befiel das Insekt Anbaugebiete in Spanien, Frankreich und Italien. Im vergangenen Jahr wurde es erstmals auch in der Schweiz, Österreich und schließlich auch hierzulande gesichtet.



    Die Kirschessigfliege befällt Beeren und Steinobst: Kirschen und Himbeeren ebenso wie Trauben. Die Weibchen legen Eier in Obst, das nach wenigen Tagen in sich zusammenfällt und verdirbt. Anders als andere Essigfliegen befällt Drosophila suzukii kein faules, sondern reifendes Obst.

    Das nur zwei bis drei Millimeter große Insekt vermehrt sich sehr schnell: Eine weibliche Fliege kann täglich bis zu 16 Eier legen. Der Entwicklungszyklus des Nachwuchses liegt bei 8 bis 14 Tagen, jährlich entstehen so bis zu 18 Generationen der Fliege.

    Schlupfwespe als natürlicher Feind?

    Durch seine hohe Vermehrungsrate kann das Insekt erhebliche landwirtschaftliche Schäden verursachen. Weil es nur reifes Obst befällt, ist es zudem sehr schwer zu bekämpfen, denn kurz vor der Ernte können keine Insektizide eingesetzt werden. Die Bekämpfung konzentriert sich bislang meist auf das Aufstellen von Fangfallen und das Vernichten befallener Früchte.

    Wie die Kirschessigfliege zuverlässig in die Flucht geschlagen werden kann, ist noch unklar. In Asien wird der Schädling durch natürliche Feinde in Schach gehalten. Dies könnte auch in Europa funktionieren, sagte Experte Schirra. So sei durchaus denkbar, dass die Schlupfwespe, die auch ähnliche Schädlinge befällt, zur Bekämpfung der Kirschessigfliege gezielt eingesetzt wird. Auch bestimmte Pheromone könnten ein Mittel gegen die Insekten sein.

    Die bisherigen Erfahrungen bei der Bekämpfung der Kirschessigfliege in anderen Ländern seien allerdings ernüchternd, sagte Insektenkundler Schirra. In Italien seien lediglich Erfolge durch Orangenöle erzielt worden, die auf die kleinen Fliegen offenbar abschreckend wirkten. Durch solche Mittel könne immerhin für einen gewissen Zeitraum - etwa kurz vor der Weinlese - verhindert werden, dass die Insekten ein Anbaugebiet befallen. Allerdings könnten Orangenöle durch ihren Duft den Geschmack der Trauben beeinträchtigen, räumte Schirra ein.

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