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Wurm überlebt ohne Mund - und lebt von giftigen Gasen

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Wurm überlebt ohne Mund - und lebt von giftigen Gasen

18.04.2012, 13:47 Uhr | dpa

Wurm überlebt ohne Mund - und lebt von giftigen Gasen. Einer der seltsamsten Meeresbewohner: Olavius algarvensis (Quelle: dpa)

Einer der seltsamsten Meeresbewohner: Olavius algarvensis (Quelle: dpa)

 

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein seltsamer kleiner Meereswurm vor der Küste Elbas von giftigen Gasen ernährt. Olavius algarvensis nehme Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff zu sich, berichten Wissenschaftler aus Bremen und Greifswald. Diese kuriose Nahrung nimmt das Tierchen auch noch mit einer eigenartigen Methode zu sich - und braucht dazu weder Mund noch Darm.

Beim Essen lasse der Wurm Bakterien für sich arbeiten, die unter seiner Haut leben, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Die nutzen die Energie aus den Gasen, um Kohlenhydrate zu produzieren.

"Sie sind dabei so effektiv, dass der Wurm im Laufe der Evolution seinen kompletten Verdauungsapparat inklusive Mund und Darm aufgegeben hat und sich nur über die Symbionten ernährt", teilte Professorin Nicole Dubilier vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen mit. Kohlenmonoxid ist geruchlos, Schwefelwasserstoff riecht übel - hochgiftig sind beide für den Menschen. Auch aus Wasserstoff und organischen Nährstoffen in der Umgebung können die Bakterien des Wurms Energie gewinnen.

Einzigartiges Meerestier

Und es gebe noch eine Nahrungsquelle für den Winzling: Dank der Bakterien könne er seine eigenen Stoffwechselprodukte wieder verwenden. "Der Wurm kann deshalb nicht nur auf seinen Verdauungsapparat, sondern auch auf seine Ausscheidungsorgane verzichten", erläuterte Dubilier. Das sei bisher von keinem einzigen Meerestier bekannt.

Die Expertin beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem ungewöhnlichen Wurm. Dass seine Bakterien energiereiche Schwefelverbindungen nutzen können, war schon länger bekannt. In der aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler nun aber weitere Stoffwechselwege entschlüsseln.

 
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