15.11.2012, 14:18 Uhr | tn, t-online.de, AFP
Brasilianische Forscher wollen bedrohte Tiere klonen, um so zum Überleben der Arten beizutragen. Kritiker befürchten, der Vorstoß könnte stattdessen zur Vernachlässigung des Artenschutzes führen.
Die Forscher wollen sich zunächst auf bedrohte Tiere aus den Savannenregionen Zentralbrasiliens wie den Mähnenwolf, Jaguar oder Ameisenbären konzentrieren. In einem Partnerprojekt zwischen dem staatlichen landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Embrapa und dem Zoo in Brasília wurde bereits genügend genetisches Material gesammelt, um mit ersten Testreihen beginnen zu können.
In Freiheit lebende Tiere würden durch diese Maßnahme indirekt profitieren. "Geklonte Tiere besitzen nicht die nötige genetische Vielfalt, um sich erfolgreich fortzupflanzen", sagte der Forscher Carlos Frederico Martins im Interview mit dem "Guardian". Die Klone seien nicht dazu bestimmt wieder in die Freiheit entlassen zu werden, so der Bericht weiter.
"Wir wollen auslooten, inwiefern das Klonen für Zoos interessant sein könnte, damit keine Tiere mehr aus ihren natürlichen Lebensräumen herausgerissen werden", bekräftigte Martin in dem Interview.
Nach eigenen Angaben möchte Embrapa mit dem Vorstoß den traditionellen Artenschutz nicht gefährden oder gar ersetzen. Dennoch gibt es durchaus kritische Stimmen, die befürchten, dass das künstliche "Herstellen" von Tieren zum Rückgang des Artenschutzes führen könnte, wie der britische "Guardian" schreibt.
Embrapa und Staat müssten aber ohnehin noch eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen. Laut einem Bericht der "Latin American Newspapers", fehlt dem Projekt noch die Genehmigung und im Senat ist man sich über das Thema bislang uneins.
Brasilien ist nicht das erste Land, das sich mit dem Klonen bedrohter Tierarten beschäftigt. In den USA versucht man seit Jahren die in Afrika beheimatete Schwarzfußkatze zu klonen. Indische Wissenschaftler möchten eine Büffelart und China seinen großen Liebling, den Pandabären klonen. Bis allerdings tatsächlich ein vom Aussterben bedrohtes Tier geklont werden könne, dürften noch einige Jahre vergehen, sagte Martins dem "Guardian".
Quelle: tn, t-online.de, AFP
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