07.01.2013, 15:10 Uhr | AFP
Japanische Meeresbiologen haben erstmals einen der legendären Riesenkalmare in seiner natürlichen Umgebung filmen können. Die sensationellen Aufnahmen aus einer Wassertiefe von 600 bis 900 Metern zeigen ein in seinem vollen Umfang acht Meter langes Tier, dem allerdings seine beiden langen Fangtentakel fehlen.
Das Tier "glänzte und war schön. Ich war so ergriffen, als ich ihn mit eigenen Augen sah", sagte Tsunemi Kubodera vom nationalen Wissenschaftsmuseum in Tokio. "Ich war sicher, dass wir ihn entdecken würden, weil wir intensiv nach ihm gesucht hatten." Kubodera gilt als einer der weltweit führenden Experten für Riesenkalmare (Architeuthis). Er hatte mit zwei Begleitern vor der Chichi-Insel, etwa tausend Kilometer südlich von Tokio rund hundert Tauchgänge mit insgesamt 400 Stunden in einem speziellen U-Boot absolviert, bis die Aufnahmen zustande kamen.
Das nun veröffentlichte Video entstand bereits im vergangenen Juli. Es zeigt, wie der zu den zehnarmigen Tintenfischen zählende und etwa drei Meter lange Riesenkalmar gegen die Strömung schwimmt und dabei einen als Köder angebotenen kleinen Tintenfisch in seinem Armen hält. Kleinere Tintenfische sowie Tiefseefische gehören zur Beute der Augenjäger. Warum dem gefilmten Tier die beiden Fangarme fehlten, teilte Kubodera nicht mit. Riesenkalmare stehen auf dem Speiseplan der Pottwale, die ihnen in Tauchtiefen von über tausend Metern nachstellen.
Die Aufnahmen Kuboderas sollen demnächst vom Privat-Sender Discovery Channel gezeigt werden. Der Wissenschaftler konnte erstmals 2005 mit einer an einem Kabel in die Tiefe gelassenen Kamera Riesenkalmare filmen. Der aggressive Kalmar hatte damals einen Lockköder angegriffen und dabei einen seiner fünfeinhalb Meter langen Tentakel verloren, der sich im Köderhaken verfangen hatte.
Riesenkalmare werden irrtümlich auch als Riesenkraken bezeichnet. In früheren Legenden und Kosmographien wie etwa von Sebastian Münster aus dem 16. Jahrhundert sind sie noch so groß, dass sie ganze Segelschiffe in die Tiefe ziehen können. Riesenkalmare werden einschließlich ihrer beiden extrem langen und dünnen Fangtentakel zumeist aber nur etwa zehn bis 13 Meter lang. Der Mantel und die acht Fangarme erreichen nur in Ausnahmen eine Länge von fünf Metern.
Darüber hinaus gehende Maßangaben sind zweifelhaft, weil die Arme der Tiere enorm dehnfähig sind und dies zu Messfehlern führt. Nicht so lang aber schwerer werden die ebenfalls zehnarmigen Koloss-Kalmare. Neuseeländische Fischer konnten 2007 solch ein 495 Kilogramm schweres Exemplar in der Antarktis aus der Tiefe ziehen, das sich in ihren Leinen verwickelt hatte und gestorben war.
07.01.2013, 15:10 Uhr | AFP
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