22.02.2013, 07:12 Uhr | t-online.de
Mit pfeifenden Geräuschen kommunizieren Delfine miteinander, sie nennen einander sogar beim Namen (Quelle: imago)
Mittels einer individuellen Abfolge von Pfeiflauten nennen Delfine einander beim Namen. Das haben Wissenschaftler herausgefunden und berichten darüber im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". Solch eine individuelle Ansprache ist im Tierreich bislang unbekannt.
Dabei unterscheidet sich die Abfolge der Laute von Tier zu Tier. Zuvor hatten Forscher bereits erkannt, dass Jungtiere Töne schnell lernen und diejenigen nachahmen, die sie von ihrer eigenen Mutter hören.
Durch das akustische Lernen entwickeln die Meeressäuger nach und nach einen charakteristischen Pfeifton, eine ganz persönliche Lautfolge, mit der sie ihre Individualität signalisieren. Laut der Studie belegen Aufnahmen, dass etwa die Hälfte aller von Delfinen ausgestoßenen Pfeiftöne aus derartigen Signallauten bestehen, sie sagen also quasi permanent ihren eigenen Namen vor sich hin.
Zusätzlich imitieren die Tiere auch die Pfiffe ihrer Artgenossen, wobei die nachgeahmten Pfiffe immer leicht vom kopierten Original abweichen. Um dies näher zu erforschen, untersuchten die Wissenschaftler die Pfeiflaute einer Gruppe von Delfinen der Art Großer Tümmler in einer Bucht vor Florida sowie von Tieren aus einer Forschungsstation.
Die Vermutung war, dass sich ein Delfin mit den nachgeahmten Signalpfiffen an seinen jeweiligen Artgenossen richtet, ihn quasi beim Namen ruft. Ihr Ergebnis: Der Delfin signalisiert mit den Lautfolgen gleichzeitig, wen er anspricht und gibt Hinweise auf seine eigene Identität. Dies nennt sich in der Fachsprache referentielle Kommunikation.
Es blieb die Frage nach der Funktion dieser Kommunikation. So könnte es sich um eine Form der Aggression oder der Täuschung handeln, wie es man es etwa bei den Vögeln kennt.
Dort kommt es vor, dass ein Männchen den Ruf eines Konkurrenten nachmacht, um sich als derjenige auszugeben. Eine dritte Möglichkeit sahen die Forscher darin, dass mit der Imitation die Bindung zu dem Imitierten gestärkt werden sollte.
Die Auswertung ergab, dass die Imitation von Lauten vor allem unter Tieren vorkam, die ein enges Verhältnis zueinander hatten, beispielsweise Mütter mit ihren Jungen. Auch Männchen, die häufig zusammen gesehen wurden, kopierten ihre Pfiffe gegenseitig. Dabei folgte darauf keinerlei Aggression.
Die leichte Abwandlung der kopierten Laute deuteten die Wissenschaftler als Hinweis darauf, dass die Imitation keine Täuschungsabsichten habe, denn sonst wäre die Kopie exakter ausgefallen.
Somit ist die Kommunikation unter Delfinen mit der unter Menschen vergleichbar, bei der die Bewahrung sozialer Bindungen wichtiger erscheint als etwa die Revierverteidigung.
22.02.2013, 07:12 Uhr | t-online.de
Kommentare
/ 9Top Partner
Diesen Artikel...
Mit diesem Clip ist das Mädchen ein kleiner Star im Internet. zum Video
Das skurrile Penthouse ist unter Steinen und Sträuchern verborgen. mehr
Erkunden Sie die neue T-Online.de und gewinnen Sie einen von 20 Tolino Shine eReader! mehr
Im Südosten noch sonnig, aus Nordwesten Schauer und Gewitter. 18 bis 26 Grad. Deutschlandwetter
Jetzt für Neukunden 50% reduziert - 6 Fl. + 2 Gl. nur 24,90 €! Versandfrei bei Reichsgraf von Plettenberg.
Die ESA wirbt für eine bessere Vorhersage des Weltraumwetters. Aus gutem Grund. mehr
Die blutsaugenden Quälgeister unter dem Mikroskop betrachtet. zum Video
Ungefährlich sind die neuen Tiere nicht. mehr
Scheinbar mühelos können die Orcas das Tempo halten. zum Video
Forschern gelingt eine Sensation: Das weltweit größte Bild des Nachthimmels ist neun Gigapixel groß. mehr
Die spektakulärsten Aufnahmen der NASA von der Erde. zum Video
Hochwertige Apothekenkosmetik z.B. von Vichy, Eucerin, Avène usw. zu günstigen Preisen. mehr
Damenmode in bis zu 25 Spezialgrößen. Alle Modelle auch in Kurzgrößen. bei AtelierGS
Radio mit integrierter Wetterstation & nostalgischem Design für nur 29,99 €. bei Hugendubel.de
Krisen & Konflikte
Panorama
Parteien
Wissen