04.12.2012, 09:21 Uhr | dapd, je
Die NASA-Sonde "Voyager 1" am Rande unseres Sonnensystems - so stellen es sich die NASA-Illustratoren vor (Quelle: NASA/dpa)
Der Rand unseres Sonnensystems ist greifbar nahe: Die Raumsonde "Voyager 1" hat nach mehr als drei Jahrzehnten eine neue, bislang unbekannte Region erreicht - und in zwei bis drei Jahren, schätzt die NASA, wird sie die Grenze erreichen.
"Voyager 1" und ihre Schwestersonde "Voyager 2" sind seit 35 Jahren auf dem Weg in den interstellaren Raum. Im Sommer habe "Voyager 1" eine Region erreicht, in der Einflüsse von außerhalb des Sonnensystems zu spüren seien, erklärte Chefwissenschaftler Ed Stone vom NASA-Labor für Strahltriebwerke (Jet Propulsion Laboratory, JPL) stolz. "Wir glauben, dass das die letzte Schicht zwischen uns und dem interstellaren Raum ist."
"Voyager 1" wird das erste vom Menschen gebaute Objekt sein, welches unser Sonnensystem dann auch tatsächlich verlassen wird. Wann das sein wird, können die Experten der amerikanischen Raumfahrtbehörde nicht genau sagen, da noch nie ein Raumschiff so weit ins Weltall geflogen ist. Stone schätzte, dass "Voyager 1" noch zwei bis drei Jahre braucht, bis es die Grenze zwischen dem Sonnensystem und dem Rest des Weltalls erreicht.
"Voyager 2" ist derzeit rund 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, "Voyager 1" rund 17,7 Milliarden Kilometer. Das ist ganz schön weit; zum Vergleich: Die Erde ist von der Sonne etwa 150 Millionen Kilometer weg.
Die Milchstraße, zu der unser Sonnensystem gehört, hat allerdings einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren. Und bis zu unserer Nachbar-Galaxie, dem Andromeda-Nebel, ist es noch unendlich viel weiter. Der ist rund 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt - ein einziges Lichtjahr misst ungefähr 9,5 Billionen Kilometer.
Beide Sonden starteten damals fast gleichzeitig. "Voyager 2" besuchte aber nicht nur Jupiter und Saturn, sondern auch noch Uranus und Neptun. Bis heute ist es die einzige Sonde, die diese fernen Planeten erreicht hat.
"Voyager 1" hingegen nutzte die Schwerkraft von Saturn, um sich selbst auf direktem Wege aus dem Sonnensystem herauszuschleudern. Die Energie für die Instrumente an Bord der Sonden reicht vermutlich noch bis 2020.
Quelle: dapd, je
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