20.04.2013, 14:29 Uhr | AFP, dpa
Eine mongolische Rennmaus - 45 von ihnen hat die Sojus-Rakete in den Weltraum gebracht (Quelle: imago)
Mit mehr als 100 Kleintieren an Bord ist eine russische Trägerrakete ins All gestartet. Die Sojus 2.1a hob planmäßig aus Baikonur in Kasachstan ab, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit.
An Bord sind unter anderem 45 Mäuse, 20 Schnecken und 15 Geckos. "Unser Mini-Zoo wird 575 Kilometer über der Erde kreisen", sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin. Erstmals könnten in einer solchen Höhe die Folgen kosmischer Strahlung auf Tiere untersucht werden.
Auch 40 Buntbarsch-Fischlarven von den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Hohenheim befinden sich im Forschungsmodul Bion-M1 - mit ihnen wollen die Forscher mehr über die Reisekrankheit herausfinden. Darunter leiden nämlich nicht nur Menschen, sondern auch Fische. In der Schwerelosigkeit reagieren sie genauso empfindlich wie manche Passagiere im Bus oder auf dem Schiff.
Zu diesem Zweck schicken sie erstmalig ein abgeschlossenes Ökosystem ins All, bestehend aus den Larven, einer Algenart, der Wasserpflanze Hornkraut und Posthornschnecken. Während die Pflanzen den Sauerstoff für die Tiere produzieren, bildet das von den Schnecken und Fischen ausgeschiedene Kohlendioxid die Grundlage für die Photosynthese der Pflanzen. Zugleich dient der Krebsnachwuchs den Buntbarschen als Nahrung.
"Am spannendsten wird das Verhalten der mongolischen Rennmäuse sein, die wir in Echtzeit per Kamera beobachten", findet der Wissenschaftler Waleri Abraschkin vom Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme (IMBP).
Er schloss nicht aus, dass alle Nagetiere während des Fluges sterben. Das ganze Forschungsmodul soll am 18. Mai in der Nähe der russischen Stadt Orenburg am Fallschirm zur Erde zurückkehren. Die insgesamt 70 Experimente an Bord dienen unter anderem der Vorbereitung einer bemannten Reise zum Mars.
Bei Frühlingswetter hob die Sojus wie geplant von der Startrampe 31 in den wolkenfreien Himmel ab. "Nun heißt es weiterhin Daumen drücken für die letzte Raketenstufe", sagte der Dresdener Projektmitarbeiter Tino Schmiel.
20.04.2013, 14:29 Uhr | AFP, dpa
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