12.05.2013, 12:42 Uhr | Ulrich Weih, t-online.de
Ehrgeizige Mission mit zweifelhaftem Nutzen: Die NASA will Astronauten auf einem Asteroiden absetzen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Ein kühner Plan: Die NASA will einen Asteroiden einfangen, in die Nähe der Erde schleppen und schließlich Astronauten darauf absetzen. Bei der Mission will Houston Erfahrungen sammeln, die schließlich für einen Flug zum Mars genutzt werden könnten. Doch selbst Experten zweifeln an dem ambitionierten Projekt.
Trotz aller Skepsis hat die NASA ein Budget von 105 Millionen Dollar beantragt und einen ehrgeizigen Zeitplan aufgestellt. Demnach soll bis zum Jahr 2019 ein Asteroid mit Hilfe eines Roboterraumschiffs eingefangen und in die Erdumlaufbahn gebracht werden. 2022 sollen dann Astronauten darauf landen können.
Im April 2010 hatte Präsident Barack Obama das Ziel ausgegeben, Astronauten zu einem Asteroiden zu senden - dies sei ein Meilenstein auf dem prestigeträchtigen Weg zum Mars, glaubt der Präsident. Eine nationale Aufgabe, verbunden mit der Aussicht auf lukrative Forschungsgelder - die NASA hat sich an die Umsetzung des abenteuerlichen Vorhabens gemacht.
Im kommenden Jahr soll eine entsprechende Beobachtungskampagne gestartet und jährlich bis zu fünf attraktive Ziele identifiziert werden. Ein brauchbarer Kandidat darf nicht zu schwer, zu schnell rotierend oder zu länglich sein. Darüber hinaus muss die Flugbahn geeignet sein, ihn in die Nähe der Erde zu bugsieren.
Alle diese Eigenschaften müssten innerhalb weniger Tage ermittelt werden, denn ein Asteroid dieser Größe taucht, wenn überhaupt, nur kurzzeitig in der Reichweite irdischer Teleskope auf.
Ist ein brauchbarer Asteroid entdeckt, muss ein einsatzfähiges Raumschiff zur Verfügung stehen. Die größte Herausforderung dabei dürfte wohl die Entwicklung eines Ionentriebwerks sein, das einen sieben bis zehn Meter großen, 500 Tonnen schweren Himmelskörper bewegen kann.
Die Astronauten sollen in einer neuartigen "Orion"-Kapsel zu dem Gesteinsbrocken fliegen, die derzeit von der Nasa entwickelt wird. Das ebenfalls geplante "Space Launch System" soll die Kapsel in den Weltraum schießen.
"Diese Mission bedeutet eine noch nie dagewesene technische Leistung, die zu neuen wissenschaftlichen Entdeckungen und technischen Möglichkeiten führen wird", hofft NASA-Chef Charles Bolden. Brian Muirhead, der eine Machbarkeitsstudie zu dem Projekt durchgeführt hat, pflichtet ihm bei: Die ganze Mission sei "ziemlich verrückt", sagt Muirhead, "aber genau darin sind wir gut".
Auch wenn diese Herausforderungen gemeistert werden und das Projekt realisiert werden sollte - einen Einwand konnten die NASA-Leute bislang noch nicht überzeugend aus der Welt schaffen: Der Hauptzweck eines bemannten Fluges zu einem Asteroiden ist, Erfahrungen für längere Reisen im All zu gewinnen, etwa zum Mars. "Aber wenn man den Asteroiden zum Astronauten bringt statt andersrum", sagt Alan Harris, der 25 Jahre lang Asteroiden gesucht und erforscht hat, "schickt man nicht wirklich Menschen in die Weiten des Alls und verlässt nicht wirklich die gewohnten Umlaufbahnen um die Erde."
Fernreisen ins All müssten daher in weiteren Missionen erprobt werden.
12.05.2013, 12:42 Uhr | Ulrich Weih, t-online.de
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