01.10.2012, 13:18 Uhr | fb (CF)
Jedes Jahr, wenn der Herbst beginnt, fragen sich Autofahrer, ob sie jetzt schon Winterreifen aufziehen sollten. Wer rechtzeitig handelt, ist bei einem plötzlichen Wetterumschwung auf jeden Fall auf der sicheren Seite – und muss kein Bußgeld befürchten. Wir wägen die Vor- und Nachteile für Sie ab.
Wer zu Beginn der kalten Jahreszeit darüber nachdenkt, ob er jetzt schon Winterreifen aufziehen sollte, kann sich ganz einfach an der sogenannten "O-bis-O-Regel" orientieren, die auch der ADAC empfiehlt. Diese besagt, dass das Auto vom Monat Oktober bis zum Wochenende nach Ostern mit Winterreifen ausgestattet sein sollte. Eine gesetzliche Regelung für einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem die Winterausrüstung montiert sein muss, gibt es allerdings nicht.
Orientieren Sie sich beim Reifenwechsel an der "O-O-Regel" (Quelle: Archiv)
Generell vorgeschrieben ist nur, dass Sie, wenn Sie bei Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte oder vergleichbaren winterlichen Verhältnissen mit dem Auto unterwegs sind, auf jeden Fall die Winterreifen am Wagen angelegt haben müssen. Wer glaubt, auch den Winter über mit Sommerreifen zurechtzukommen, nur weil er nicht bei Schnee und Eis unterwegs ist, sollte bedenken, dass die Gummimischung von Sommerreifen nicht für kalte Temperaturen ausgelegt ist. Das bedeutet ferner, dass Sommerreifen im Winter erheblich schlechtere Fahreigenschaften aufweisen als Winterreifen und daher ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für sich und andere Verkehrsteilnehmer darstellen.
Zudem gilt: Fahren Sie auf verschneiter oder vereister Straße mit Sommerreifen und werden erwischt, kostet Sie das ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Bleiben Sie auf einer vereisten Straße liegen, weil Sie mit Ihren Sommerreifen nicht mehr vorankommen oder behindern Sie gar aufgrund von Sommerreifen andere Verkehrsteilnehmer, müssen Sie sogar mit 80 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Zudem kann Ihr Versicherungsschutz bei der Kaskoversicherung wegen Fahrlässigkeit gefährdet sein. (Änderungen beim TÜV: Wann es für Fahrzeugbesitzer teuer wird)
Im Herbst kommen Schneefall und Glatteis oft plötzlich und unerwartet. Je früher Sie den Wechsel also vornehmen, desto besser. Aber auch aus anderen Gründen sollten Sie rechtzeitig Winterreifen aufziehen: "Steigen Sie frühzeitig auf die Winterbereifung um", empfiehlt der ADAC. "Zum einen sind die Wartezeiten bei Händlern und Werkstätten bei Wintereinbruch sehr lang. Zum anderen ist die Reifenauswahl zu Saisonbeginn am größten".
Weit verbreitet, aber überholt ist die "7-Grad-Regel", wonach Winterreifen montiert werden sollen, sobald eine Außentemperatur von sieben Grad Celsius erreicht wird. Allerdings würde das im Umkehrschluss bedeuten: Runter mit den Reifen, wenn das Thermometer über 7 Grad steigt. ADAC-Reifenexperte Ruprecht Müller spricht sich in diesem Zusammenhang gegenüber der "Bild" gegen diese landläufige Regel aus: „Von der "7 Grad-Regel" als Orientierung für die Umrüstung auf Winterreifen hat sich die Branche verabschiedet. Ursprünglich diente sie dazu, Winterreifen nicht erst bei Eis und Schnee attraktiv zu machen.“
Denn das Problem bei der "7-Grad-Regel" ist: Die Bremsleistung der Winterreifen lässt bei warmen Temperaturen deutlich nach. Der ADAC hat dies vor längerer Zeit bereits getestet, und zwar sowohl bei frühlingshaften Temperaturen von 10 bis 13 Grad als auch bei sommerlichen 25 bis 30 Grad. Laut dem Winterreifen-Test des ADAC verlängert sich der Bremsweg auf trockener Fahrbahn je nach Temperatur bei Tempo 100 um bis zu 16 Meter. Hinzu kommt, dass das Grip-Niveau ebenfalls nachlässt und somit auch die Fahrstabilität. Der ADAC kommt daher zu dem Ergebnis, dass die Defizite beim Bremsverhalten gegen Winterreifen bei warmen Temperaturen sprechen. (Winterreifen: Auch bei Mietwagen Pflicht)
Aktuell liegen die Temperaturen zwischen zehn und 13 Grad Celsius und die Straßenverhältnisse sind (noch) recht trocken. Dies kann sich allerdings rasch ändern. Bereits Mitte Oktober kann der Herbst Einzug halten und mit stürmischen Regenschauern für konträre Temperaturen und Straßenverhältnisse sorgen. Warten Sie daher nicht allzu lange mit dem Wechsel der Bereifung. Orientieren Sie sich an der genannten "O-O-Regel" und wechseln Sie die Reifen zeitig.
Überprüfen Sie vor dem Umrüsten auch immer die Profiltiefe Ihrer Reifen, falls Sie jetzt nicht gerade neue Exemplare kaufen. Die Straßenverkehrsordnung schreibt zwar eine Restprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, bei Winterreifen sollte die Tiefe des Profils aber nicht weniger als 4 Millimeter betragen, damit die Lamellen den richtigen Grip auf der glatten Fahrbahn garantieren. (Winterreifen gebraucht kaufen: Das gilt es zu beachten)
01.10.2012, 13:18 Uhr | fb (CF)
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