09.04.2013, 16:03 Uhr | tw (CF)
Unter Legasthenie werden verschiedene Leseschwächen sowie Schreibschwächen zusammengefasst. Legastheniker sind weder krank noch weniger intelligent als andere Menschen. Die Störung kann in unterschiedlicher Form und Intensität auftreten, weshalb sie häufig nur schwer zu erkennen ist. Sie ist zudem von einer allgemeinen Lernstörung abzugrenzen.
Wie viele Menschen von Legasthenie betroffen sind, lässt sich nicht eindeutig sagen, da die Ergebnisse je nach Methodik der Untersuchung unterschiedlich ausfallen. Laut dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BLD) sind jedoch Schätzungen von vier bis fünf Prozent der Bevölkerung realistisch.
Legasthenie: Betroffene haben kein Wortbild vor Augen (Quelle: imago)
Erschwerend bei dieser Schätzung kommt hinzu, dass die Leseschwäche sowie Rechtschreibschwäche nur schwer von anderen Lernstörungen abzugrenzen ist. Genauso muss Legasthenie von neurologischen Störungen abgegrenzt werden. Wichtig ist diese Unterscheidung deshalb, weil Betroffene nur so die richtige Förderung erhalten können. Nach dem internationalen Klassifikationsschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Diagnose Legasthenie nur dann gestellt, wenn Betroffene regelmäßige Schulbildung erhalten haben, über eigentlich ausreichend Intelligenz zum Lesen und Schreiben verfügen sowie unter keinen neurologischen Erkrankungen leiden.
Die Merkmale einer Leseschwäche variieren von Fall zu Fall und müssen nicht bei allen Legasthenikern in gleicher Form und Intensität auftreten. Laut dem BLD ist eine niedrige Lesegeschwindigkeit ein häufiges Symptom für Leseschwäche, genauso wie häufiges Stocken beim Lesen oder dass Betroffene regelmäßig die Zeile im Text verlieren. Außerdem lassen Legastheniker häufig Wörter, Silben oder Buchstaben aus, vertauschen sie oder fügen welche hinzu. Dass von die von einer Leseschwäche Betroffenen das Gelesene häufig nicht verstehen, kann sich zudem auf andere Lebensbereiche auswirken.
Die Rechtschreibschwäche äußert sich in erster Linie durch überdurchschnittlich viele Rechtschreibfehler sowohl in ungeübten Diktaten als auch beim bloßen Abschreiben eines Textes. Dasselbe Wort kann an verschiedenen Stellen unterschiedlich falsch geschrieben sein. Betroffene schreiben häufig genau das, was sie hören. Dies kann dazu führen, dass sie das falsch Wahrgenommene auch so verschriftlichen: Aus einem "d" wird ein "t", aus einem "g" ein "k" und aus einem "b" wird ein "p". Es kann sogar vorkommen, dass bei einer Schreibschwäche Buchstaben optisch verdreht werden: Aus einem "d" wird dann ein "b". (Lernschwäche: Privatschulen sind eine Alternative)
Es gibt bis heute keine gesicherten Erkenntnisse zu den Ursachen von Legasthenie. Als sicher gilt allerdings, dass weder Linkshändigkeit noch Sauerstoffmangel bei der Geburt, eine schlechte Schulbildung oder ein geringerer Bildungsstand im Elternhaus ausschlaggebend sind, so der BLD.
Eine größere Rolle scheint hingegen die Erblichkeit zu spielen. So seien zwischen 60 und 70 Prozent der Fälle von Lese- und Rechtschreibschwäche auf genetische Faktoren zurückzuführen. Hinter den übrigen Fällen vermuten Experten Störungen bei der auditiven sowie visuellen Wahrnehmung. Es fehlt beispielsweise das Lautbewusstsein für Sprache. So können Betroffene einzelne Laute nicht voneinander unterscheiden und entsprechend auch nicht schriftlich einwandfrei wiedergeben. Probleme bei der visuellen Wahrnehmung zeichnen vor allem für die Leseschwäche verantwortlich. Das Gehirn von Legasthenikern kann Buchstaben und Wörter schlechter verarbeiten. Möglich ist auch eine Störung der Blickbewegungen. (Schulangst: Welche Ursachen stecken dahinter?)
Wenn Ihr Kind kontinuierlich Schwächen beim Lesen und bei der Rechtschreibung zeigt, sollten Sie die Möglichkeit von Legasthenie in Betracht ziehen. Ziehen Sie jedoch keine vorschnellen Schlüsse und beobachten Sie die weitere Entwicklung Ihres Kindes sowie seine schulischen Leistungen. Bleiben die Probleme bestehen, sprechen Sie mit dem Lehrer und lassen Sie sich von Experten beraten.
Um Legasthenie diagnostizieren zu lassen, ist eine Untersuchung durch einen Diplom-Psychologen oder einen Arzt für Kinder- und Jugendpsychatrie notwendig. Diese Fachleute können andere mögliche Störungen ausschließen, damit Ihr Kind anschließend die richtige Betreuung erhält. (So üben Kinder Konzentartion)
09.04.2013, 16:03 Uhr | tw (CF)
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