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Mietrecht: Wer haftet bei Schimmel in der Wohnung?

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Häufige Streitfälle  

Mietrecht: Wer haftet bei Schimmel in der Wohnung?

| cf (CF)

Schimmel in der Wohnung gehört zu den häufigsten Streitfällen zwischen Mietern und Vermietern. Wer haftet für einen Schaden durch Schimmelbefall? Laut Rechtsprechung hängt dies davon ab, wie der Schimmel verursacht wurde. Doch gerade hier gehen die Meinungen auseinander.

Schimmel in der Wohnung: Ursachen sind entscheidend

Schimmel in der Wohnung ist ein eindeutiger Mietmangel. Allerdings stellt sich die Frage, ob Ihr Vermieter oder Sie selbst dafür haften müssen. Zunächst sollten Sie den Befall umgehend Ihrem Vermieter melden, damit dieser den Schaden beheben kann. Wer die Kosten dafür tragen muss, hängt laut Mietrecht von der Ursache ab.

Mietrecht: Wer haftet bei Schimmel in der Wohnung?. Schimmel wird häufig zum Streitfall zwischen Mieter und Vermieter. (Quelle: imago/Streiflicht-Pressefoto)

Schimmel wird häufig zum Streitfall zwischen Mieter und Vermieter. (Quelle: Streiflicht-Pressefoto/imago)

Für Vermieter ist der Schuldige oft schnell gefunden: Der Mieter habe nicht ausreichend gelüftet oder seine Möbel würden zu nah an den Wänden stehen, dass die Luft nicht zirkulieren könne, heißt es oft. Entsprechend müsste der Mieter auch haften. Allerdings kommen auch andere Ursachen in Betracht: Mangelhafte Bausubstanz, Fehler bei Sanierungsarbeiten oder ein Wasserschaden. In diesen Fällen müsste der Vermieter haften.

Umstrittene Rechtsprechung: Stoßlüften während der Arbeitszeit

Die "Frankfurter Rundschau" berichtete von einem umstrittenen Rechtsurteil zur Haftung für Schimmel in der Wohnung. Das Landgericht Frankfurt kam dabei zu dem Ergebnis, dass der Mieter den Schimmel durch mangelndes Lüften selbst verursacht habe. Dass dieser während der Arbeitszeit keine realistische Möglichkeit zum Lüften hatte, hatte keine Auswirkung auf das Urteil. Zudem hätte der Schimmelbefall durch eine zeitgemäße Dämmung der Bausubstanz verhindert werden können.

Mieterschützer sehen das Urteil mit großer Besorgnis, wenn es Vorbildcharakter gewinnen sollte. So könnten Vermieter die Verantwortung allzu häufig auf ihre Mieter abwälzen, obwohl es Berufstätigen kaum möglich ist, mehrmals täglich ihren Arbeitsplatz zum Stoßlüften zu verlassen.

Das Urteil ist auch bedeutsam, da untergeordnete Amtsgerichte bisher meist gegenteilig urteilten. Dies gilt sowohl für den genannten Fall als auch für ein Urteil des Amtsgerichts München, von dem der Bayerische Rundfunk berichtete. Demnach sei es Mietern nicht zuzumuten, die Wohnung dauerzulüften. Es müsse stattdessen ausreichen, morgens und abends die Fenster zu öffnen.

Mieter dürfen Möbel aufstellen, wo sie wollen

Wenn Vermieter behaupten, der Schimmel in der Wohnung sei entstanden, weil Möbel zu dicht an den Wänden stehen, können Mieter aufatmen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) verweist auf ein Urteil des Amtsgerichtes Osnabrück, wonach Mieter das Recht haben, ihre Möbel nach Belieben aufzustellen. Es sei unzumutbar, große Möbelstücke grundsätzlich zehn Zentimeter von der Wand abzurücken – für den Schimmel in der Wohnung hafte der Vermieter.

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Recht bekamen laut dem DMB auch Mieter aus Berlin, bei denen aufgrund von Sanierungsmaßnahmen Schimmel an den Fenstern auftrat. Die Außenwände des Gebäudes hatten eine schlechte Wärmeisolierung, wodurch sie besonders anfällig für Schimmel in der Wohnung waren. Das Landgericht Berlin sah hierin einen Baumangel, für den der Vermieter hafte.

Mietminderung bei Schimmelbefall: Außergerichtliche Lösung

Grundsätzlich rät das Portal "Rechtsklarheit.de" von einem Rechtsstreit ab. Für beide Seiten verringert sich das Kostenrisiko, wenn mithilfe eines Sachverständigen eine gemeinsame Lösung gefunden wird. Tritt der Schimmelschaden etwa während eines laufenden Mietverhältnisses auf, kann eine Vereinbarung bezüglich des Heiz- und Lüftungsveraltens getroffen werden, nachdem der Schimmel beseitigt wurde. Als Gegenleistung für den erhöhten Aufwand kann der Vermieter einen Mietnachlass erteilen.

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Sofern der Mieter nicht für den Schimmelbefall verantwortlich ist, muss er einer Vertragsänderung jedoch nicht zustimmen.

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