08.01.2013, 12:12 Uhr | sk (CF)
Das Gehalt vieler Freiberufler schwankt stark – oft bleibt nicht genug übrig, um für die Rente zu sparen. Pläne des Bundesarbeitsministeriums, die eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige vorsahen, finden in dieser Legislaturperiode nicht mehr statt. Dennoch ist die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige weiterhin ein wichtiges Thema, zumal viele Betroffene finanziell im Alter nicht abgesichert sind.
Die Pläne von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sahen vor, Selbstständige zu einer Einzahlung in eine Rentenversicherung zu verpflichten. Konkret handelte es sich um monatlich 250 bis 300 Euro plus 100 Euro für den Schutz vor Erwerbsminderung, berichtet das Handelsblatt. Dieser Betrag sollte unabhängig vom Einkommen festgesetzt werden. Damit sollte verhindert werden, dass Selbstständige im Alter ohne Rentenanspruch sind und so ihren Unterhalt mit Sozialleistungen bestreiten müssen – was wiederum als Last auf die gesamte Gesellschaft zurückfallen würde. Das Vorhaben hätte für viele Selbstständige finanzielle Engpässe bedeutet, da sie ohnehin durch hohe Krankenkassenbeiträge belastet sind.
Ursula von der Leyen fordert Zwangsrente für Selbstständige. (Quelle: McPHOTO/imago)
Über 80.000 Selbstständige unterzeichneten eine Onlinepetition und brachten so ihren Widerstand zum Ausdruck. Mit Erfolg: Im Dezember 2012 machte die Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dr. Annette Niederfranke, bekannt, dass die Einführung aufgrund rechtlicher Hürden nicht in dieser Legislaturperiode stattfinden wird. Trotzdem bleibt die Rente von Selbstständigen weiterhin ein wichtiges Thema und wird möglicherweise in Zukunft erneut aufgegriffen. (Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige)
Die Gefahr für viele Selbstständige besteht darin, dass sie im Monat nicht genug verdienen, um etwas für die Altersvorsorge einzahlen zu können. Da sie über keinen Betrieb gesetzlich versichert sind, stehen sie im Alter möglicherweise mit wenig Geld da – es bleibt ihnen nur, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Wie die "FTD" schreibt, gab es 2011 in Deutschland 4,4 Millionen Selbstständige – die Zahl steigt ständig. Viele können jedoch von ihrem monatlichen Einkommen nicht leben und stocken es mit Hartz IV oder anderen Sozialleistungen auf. Laut dem Bericht verdient mehr als eine Million der Selbstständigen im Monat höchstens 1500 Euro oder weniger. Eine zusätzliche Zwangsabgabe könnte für viele das Aus der Selbstständigkeit bedeuten. (Steuertipps für Selbstständige)
Solange die Altersvorsorge für Selbstständige nicht gesetzlich verankert ist, sollten Sie als Selbstständiger keine wertvolle Zeit verstreichen lassen. Werden Sie selbst aktiv! Sparen Sie möglichst jeden Monat etwas für Ihre Rente und zahlen Sie es in eine Rentenversicherung ein. Viele Selbstständige wählen das Modell der Rürup-Rente. Lassen Sie sich am besten beraten und vergleichen Sie vor allem die Angebote unterschiedlicher Finanzdienstleister. Möglicherweise können diese Ihnen flexible Tarife anbieten, bei denen Sie nicht jeden Monat auf einen festen Beitragssatz festgelegt sind. (Private Altersvorsorge: Was hinter der Zuschussrente steckt)