Die besondere Kneipe
Milchbars: Es gibt sie auch in Deutschland13.08.2013, 12:29 Uhr | ks (CF)
Wissen Sie, was eine Milchbar ist? Entstanden ist diese besondere Art von "Kneipe" in den Zeiten der Prohibition in den USA, als das Ausschenken von Alkohol verboten war und Gastwirte auf Alternativen ausweichen mussten. Auch in der ehemaligen DDR waren die alkoholfreien Bars sehr beliebt. Heute gibt es noch immer Milchbars – sogar in Deutschland.
Wie viele Trends in Deutschland wurde auch die Idee der Milchbar aus Übersee „importiert“. In den Vereinigten Staaten entstanden die Milchbars während der Prohibition in den 1930er-Jahren und luden mit Softdrinks und Milchgetränken Jung und Alt an den Tresen. Es dauerte nicht lange, bis diese Getränke nur noch als Deckmantel für die verbotenen, alkoholhaltigen Drinks dienten.
Auch in Deutschland gibt Milchbars die leckere Milchgetränke anbieten (Quelle: HRSchutz/imago)
Da in Deutschland Alkohol im 19. Jahrhundert anders als in den Vereinigten Staaten zu keinem Zeitpunkt verboten war, gab es hierzulande nicht die unbedingte Notwendigkeit, auf Milchgetränke auszuweichen. Dennoch existierten besonders in den 50er Jahren sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland zahlreiche Milchbars. Damals galt alles, was aus den USA kam, als unglaublich schick und trendy.
Dabei war eine amerikanische Milchbar lediglich auf den ersten Blick ein harmloses Café, in dem nur Eis, Milchshakes und andere Softdrinks serviert wurden. Dort wurde nämlich die Kunst der Tarnung alkoholischer Getränke bis zur Perfektion betrieben.
In dieser Zeit entstanden in den Milchbars Cocktails wie der Long Island Ice Tea, welcher offiziell als normaler Eistee geführt wurde, jedoch Alkohol enthielt. Am populärsten wurden die Milchbars in den 1950er- und 1960er-Jahren. Heute gibt es auch in Deutschland mehrere Milchbars, in denen aber meistens neben Milchshakes und Softdrinks auch offiziell Alkohol ausgeschenkt wird.
In Deutschland gab es zwar keine Prohibition, doch wurde Alkohol zunächst auch hier nicht in Milchbars ausgeschenkt. In der DDR durften die Jugendlichen nicht in Kneipen oder Bars gehen, weswegen die Milchbar als alkoholfreier Ort eine gute Alternative für die damalige Jugend darstellte. Hier konnte man sich treffen, sitzen, plaudern und sich amüsieren, ohne von der Obrigkeit in die Schranken gewiesen zu werden.
Nach dem Mauerfall wandelten sich viele Milchbars in normale Bars oder Cafés um, sodass der Name „Milchbar“ nur noch der Nostalgie wegen beibehalten wurde. Heute gibt es tatsächlich nur noch sehr wenige Milchbars im eigentlichen Sinne – dennoch gibt es sie. Es wird zwar überall auch Alkohol ausgeschenkt, aber der Lifestyle, welcher sich zumeist in einem Retro-Rahmen bewegt, ist immer noch derselbe, wie damals. Viele Bars sind heute beispielsweise noch in Bezug auf Mobiliar und Aufmachung im 50er-Jahre-Stil gehalten.
Tipp: Discos und Kneipen mit dem Namen „Milchbar“ gibt es heute unter anderem in München, Berlin, Hamburg, Leipzig und auf Norderney.
13.08.2013, 12:29 Uhr | ks (CF)
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