28.05.2013, 11:50 Uhr | am (CF)
Pilze können lebensgefährlich sein, wenn Sie die falschen Sorten dieses Gewächses sammeln, zubereiten und verspeisen. Wie Sie zu einem wahren Pilzkenner werden, verraten Ihnen diese Tipps.
Grundsätzlich gilt die goldene Faustregel, dass Sie nur sammeln und essen sollten, was Sie zweifelsfrei als Speisepilz identifizieren können. Um sich diesen Wissensstand anzueignen, ist es zunächst sinnvoll, ein Pilzbuch zur Hand zu nehmen und sich mit dessen Hilfe in die Welt der kleinen Gewächse einzulesen, um sich so einen groben Überblick über die unterschiedlichen Gruppen und deren Merkmale zu verschaffen. (Pilzsuche: So bereiten Sie sich vor)
Für die Identifikation beim Sammeln reicht dies jedoch nicht aus, betont auch Pilzexperte Peter Karasch, Vorsitzender des Vereins für Pilzkunde München, im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR): "Als alleiniges Bestimmungsinstrument für Ungeübte aber reicht ein Buch nicht aus. In Bayern gibt es grob 5.000 Großpilze, von denen etwa 150 giftig sind." Ein guter Pilzführer enthalte höchstens 1.200 Arten. Hinzu kommt, dass Pilze in der Natur oftmals anders aussehen als auf den abgebildeten Fotos. (Essbare Pilze erkennen und bestimmen)
Am besten suchen Sie den Kontakt zu einem Pilzexperten, der Ihnen Rückmeldung über Ihre gesammelten Funde gibt. Ausgewiesene Pilzkenner können Sie in vielen Städten entweder bei Vereinen oder Pilzberatungsstellen finden. Vertrauensvoller Experte ist, wer im Verein eine Prüfung nach der Ordnung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie abgelegt hat und einen entsprechenden Ausweis vorlegen kann. (Sicherheit beim Pilze sammeln: Wichtige Hinweise)
Dennoch sollten Sie bedenken, dass im Angesicht von etwa 6.000 Großpilzarten in Deutschland auch ein Pilzkenner nicht unfehlbar ist. Um sich nicht nur auf andere Experten zu verlassen und Ihr eigenes Wissen zu schulen, sollten Sie überdies die Gelegenheit nutzen und bei einer Pilzberatungsstelle oder einem Pilzverein an Kursen teilnehmen und sich nach Pilzführungen erkunden. Eine weitere mögliche Anlaufstelle nach dem Pilze sammeln kann im Zweifelsfall auch die örtliche Apotheke sein, denn meistens kennen Apotheker zumindest die wichtigsten Giftpilze.
Wenn Sie sich noch ganz am Anfang Ihrer Ausflüge in die Welt der Pilze befinden, sollten Sie sich zunächst auf einige wenige Arten beschränken, bis Sie diese durch verschiedene Merkmale einwandfrei identifizieren können. Generell sollten Sie beim Sammeln darauf achten, ob der Pilz am Waldboden, der Ihr Interesse geweckt hat, Röhren oder Lamellen besitzt.
Wie der BR weiter berichtet, befinden sich in den hiesigen Breitengraden nur unter den Lamellenpilzen solche mit tödlichem Gift. Giftige Röhrlinge wie der Satans-Röhrling können dennoch unangenehme Magen-Darm-Störungen auslösen. (Achtung, giftige Pilze! Diese Arten sind lebensgefährlich)
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) warnt auf ihrer Homepage nachdrücklich: "Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher kennen. Pilze, die Sie bestimmen, essen Sie bestimmt nicht! Erst wenn Sie sich nach wiederholter Bestimmung der Kenntnis sicher sind, denken Sie an die Bratpfanne." Wer nicht auf frische Pilze aus dem Wald verzichten will, sollte unbedingt folgenden Hinweis der DGfM beachten: "Lassen Sie sich Ihre Pilze nur von geprüften Pilzsachverständigen DGfM auf Essbarkeit hin überprüfen und fragen Sie ihn nach seinem Ausweis der DGfM". Grundsätzlich gilt: Lassen Sie im Zweifelsfall einen Pilz lieber stehen und gehen Sie kein Risiko ein.
28.05.2013, 11:50 Uhr | am (CF)
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