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Störche sind auf dem Weg zu ihrem Winterquartier

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Storchen-Tagebuch  

Die beschwerliche Reise der Störche

| sfr

Jedes Jahr nimmt der Weißstorch eine strapaziöse Reise auf sich. Der kalte Winter Deutschlands und das knappe Nahrungsangebot führen den Adebar nach Afrika oder Spanien. Durch ein Storchentagebuch des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) kann man die Tiere dabei ein Stück begleiten.

"Der Bestand der Weißstörche ist seit ein paar Jahren stabil", erklärt Kai-Michael Thomsen vom NABU. Doch dies könnte sich auch ändern, da Bedrohungen durch den Klimawandel und den Menschen weiter steigen. Deshalb werden die Vögel seit einigen Jahren auf ihrer Wanderschaft beobachtet. Durch die Erforschung der Zugroute können Gefahren identifiziert und Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Störche sind auf dem Weg zu ihrem Winterquartier. Derzeit verlassen die Weißstörche ihre Nester, um sich auf den Weg zu den Überwinterungsquartieren zu machen. (Quelle: dpa)

Derzeit verlassen die Weißstörche ihre Nester, um sich auf den Weg zu den Überwinterungsquartieren zu machen. (Quelle: dpa)

Naturschützer wenden sich an Öffentlichkeit

"Weißstörche auf Reisen" heißt das Projekt, in dem der NABU sechs Vögel mit einen 35 Gramm schweren Solarsender ausgerüstet hat. So können die Zugstrecken von Adele, Astrid, Emma, Gustav, Michael und Ronja auf ihrem Winterflug aufgezeichnet werden. Die Daten sind dabei nicht nur für die Naturschützer interessant, sondern können auch dem Laien viel über das Storchenleben verraten. In kleinen Beiträgen aus Vogelsicht werden die Standorte von dem Reisetagebuch der Störche regelmäßig veröffentlicht.

Erste Flugversuche der Jungen miterleben

Im Frühjahr konnte man verfolgen, wie fast alle Senderstörche aus ihren Überwinterungsstationen zurückgekehrt sind. Storchenfans konnten sich mit der Vogeldame Astrid freuen, die einen neuen Partner fand. Es war außerdem spannend mit zu verfolgen, wie Emma ihre vier Jungen versorgte und diese ihre ersten Flugversuche unternahmen. Ende August machten sich dann die meisten Weißstörche auf zur großen Reise in ferne Länder.

Zwei Möglichkeiten der Überwinterung

"Sind die Weißstörche aus der westlichen Population, fliegen sie meist über Gibraltar Richtung Portugal und Spanien. Aus dem Osten entstammend geht die Reise der Vögel über den Bosporus nach West-, Ost- und Südafrika.", sagt Thomsen. Dabei bevorzugt auch Storch Michael offene Landschaften mit großflächigen Wiesen, momentan macht er einen Halt am Tschadsee. An nahrungsreichen Gewässern finden die Tiere ihre Nahrung, die aus Fröschen, Reptilien, Mäusen, Insekten, Larven, Regenwürmern und Fischen besteht.

Bis zu 300 Kilometer schaffen die Vögel am Tag

Der Diplom-Biologe erläutert: "Da dem Storch das Fliegen viel Kraft abverlangt, segelt er nach Möglichkeit auf warmen Aufwinden." Zwei bis vier Monaten lang legen die Vögel dabei 150 bis 300 Kilometer pro Tag zurück. Das Männchen kommt zuerst am Nistplatz an und sucht nach dem im Vorjahr zurückgelassenen Sitz. Erreicht das Weibchen später das Ziel, klappern ihre Partner zur Begrüßung mit den Schnäbeln.

Auf der Zielstrecke zum Winterquartier werden etliche Störche Opfer des stetig knapper werdenden Lebensraums und die ungesicherten Lufträume. Oft verfangen sich die Vögel in Freileitungen oder kollidieren mit Fortbewegungsmitteln wie Zügen. Auch der Storch Anni fiel wahrscheinlich dieser Todesfalle zum Opfer. Ebenso wirkt sich das Verschwinden feuchter Landschaften negativ auf den Adebar aus, da somit auch die nährenden Kleintiere verdrängt werden.

Afrika birgt mehr Gefahren als Spanien

"Schon der Hinweg nach Afrika ist mühsam, da es kaum Plätze zur Rast gibt", sagt Thomsen. Durch die Schädlingsbekämpfung des Landes gelangen Giftstoffe in ihren Körper, da die Insekten mit verbotenen Pestiziden besprüht und dann von den Störchen gefressen werden. Oder die Tiere werden selbst verzehrt, denn sie stehen in Afrika zur Jagd frei.

"Aber immer mehr Störche überwintern bereits in Spanien. Dort finden sie auf offenen Müllhalden und in Reisfeldern genug Nahrung", erklärt der Storchen-Experte. Auch Ronja tummelt sich auf einer Abfalldeponie südlich der Stadt Témara. Weil für die Vögel der Rückweg dann kürzer sei, kämen auch mehr Störche wohlbehalten in den Westen zurück.

Storchen-Tagebuch hilft bei Schutzmaßnahmen

Der NABU hoffe mit dem Projekt die Aufmerksamkeit der offiziellen Stellen zu erhalten. Mit Erfolg: "In der Türkei wurden Stromleitungen markiert, sodass eine tödliche Kollision risikoärmer geworden ist. Auch der Bau eines Windparks in Ägypten sei umorganisiert worden, damit dieser nicht den Flug der Störche beeinträchtige", berichtet Thomsen. Diese Erfolge seien ohne die ausgewerteten Daten von dem Storchen-Tagebuch kaum vorstellbar gewesen.

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