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Auch im Judentum gibt es den Brauch, zu einer bestimmten Zeit im Jahr eine Fastenzeit zu durchleben. Der Feiertag, der bei Juden am höchsten bewertet wird, ist der Tag Jom Kippur, auch Versöhnungstag genannt. Was es damit auf sich hat und welche Fastentage es sonst noch gibt, erfahren Sie in folgender Übersicht.
Jom Kippur ist ein Festtag, welcher der Versöhnung zwischen Gott und allen Mitmenschen gewidmet ist. Am sogenannten Versöhnungstag, der zehn Tage nach dem jüdischen Neujahrstag stattfindet, müssen alle Juden strenge Fastenregeln befolgen. Es wird weder gegessen noch getrunken, Körperhygiene und Arbeiten sind ebenfalls verboten. Noch heute werden die Vorschriften zum Fasten an diesem Tag von den meisten Juden eingehalten. In Israel steht an diesem Tag das Leben still - es fahren keine Fahrzeuge, die Grenzen, Flughäfen, Cafés und Restaurants sind geschlossen.
An Jom Kippur steht das öffentliche Leben in Israel still (Quelle: imago)
Es gibt außer Jom Kippur noch fünf weitere Fastentage, an denen ähnlich streng gefastet wird. Diese Tage dienen zur Erinnerung an besonders tragische Geschehnisse im Laufe der Geschichte des jüdischen Volkes. Sie heißen unter anderem "Schiwa Assar beTammus", "Zom Gedalja", "Assara beTevet" sowie "Tischa beAv", an dem an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels erinnert wird. An Letzterem gelten ähnliche Regeln wie an Jom Kippur.
Neben dem Verzicht auf Nahrung und Getränken ist es den Juden beim Fasten auch verboten, Geschlechtsverkehr zu haben, sich zu waschen oder Lederschuhe zu tragen. Auch das Tragen von Schmuck ist am Festtag Jom Kipppur nicht erlaubt, an anderen Fastentagen gilt das Schmuckverbot wiederum nicht. Ausgenommen von den strengen Regeln des Fastens am Versöhnungstag sind kranke Menschen, Schwangere und Kinder. Weiterhin wird am Versöhnungstag ausschließlich weiße Kleidung getragen, viel gebetet, um sich mit den Mitmenschen und mit Gott auszusöhnen. Außerdem wird in den Gebeten auch an die verstorbenen Freunde und Angehörigen gedacht.
Quelle: sk (CF)