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Ketogene Diät: Das sind die Vorteile und Risiken

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Keine Kohlenhydrate?  

Ketogene Diät: Alles außer Kohlenhydrate

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Die ketogene Diät gilt als Wunderdiät für all jene, die schnell Gewicht verlieren wollen. Bei dieser Diätform steht der fast vollständige Verzicht auf Kohlenhydrate im Mittelpunkt. An deren Stelle treten Fette und Proteine in Form von Fleisch, Milchprodukten, Eiern und Nüssen. Erfahren Sie mehr zu Vorteilen und Risiken dieser extremen Ernährungsform. 

Das Prinzip der ketogenen Diät

Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energieträger der menschlichen Ernährung. Sie machen in Form von Getreide, Obst und Gemüse normalerweise den Großteil unserer Nahrung aus. Kohlenhydrate werden im Körper zu Glukose umgewandelt und dienen so als unmittelbare Energiequelle. Insbesondere das Gehirn benötigt fast ausschließlich Kohlenhydrate für eine optimale Leistungsfähigkeit. 

Ketogene Diät: Das sind die Vorteile und Risiken. Fleisch, Eier und Milchprodukte bilden die Basis einer ketogenen Diät.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fleisch, Eier und Milchprodukte bilden die Basis einer ketogenen Diät. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei der ketogenen Diät als besondere Form der Low-Carb-Ernährung werden dem Körper besonders wenig Kohlenhydrate zugeführt. Dadurch soll der Stoffwechsel umgestellt werden, sodass der Körper in den Zustand der sogenannten Ketose versetzt wird. Aufgrund des Mangels an Kohlenhydraten, steigt der Körper dann darauf um, die benötigte Energie aus Fetten zu gewinnen. Es bilden sich sogenannte Ketone, die die Zellen mit Energie versorgen. Dies soll zur gewünschten Gewichtsreduktion führen. 

Ketogene Diät bei Epilepsie, Krebs und Co.

In der Medizin wird die ketogene Diät seit Jahren als Mittel zur Milderung von epileptischen Anfällen eingesetzt. Dies hängt damit zusammen, dass die während der Diät gebildeten Ketone Energie an Körper- und Gehirnzellen liefern, wie das Gesundheitsportal "onmeda.de" berichtet. Laut einer Studie der Johns Hopkins Medical Institutions wurden über 100 Patienten über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Die ketogene Diät kam dabei mindestens zwei Jahre lang zum Einsatz. Durch die ketogene Diät konnten die Anfälle der Epilepsie-Patienten gemindert oder sogar ganz besiegt werden. Auch zehn Jahre, nachdem die ketogene Diät abgesetzt wurde, zeigten sich rund 80 Prozent der Patienten anfallsfrei. Während der Studie wurden keine Verschlechterungen der Krankheit beziehungsweise Langzeit-Nebenwirkungen beobachtet. Dennoch weisen Wissenschaftler darauf hin, dass nicht sicher ist, ob einige Effekte noch nach Jahrzehnten auftreten könnten.

Auch bei Krebs soll sich eine ketogene Diät positiv auswirken können. Durch die zuckerarme Ernährung ließe sich das Wachstum der Krebszellen zumindest drosseln, so das Zentrum der Gesundheit. Die Behandlung kommt hierzulande bei schwer therapierbaren Hirntumoren zum Einsatz. Ein vermindertes Wachstum der Tumore ließ sich dabei beobachten, dennoch sei es für genaue Aussagen zu früh.

Unter Medizinern wird derzeit diskutiert, ob eine ketogene Diät auch bei Multipler Sklerose, Alzheimer und Parkinson zum Einsatz kommen kann, da diese Krankheiten ebenfalls auf einem Defekt im Energiestoffwechsel beruhen.

Mögliche Nebenwirkungen der ketogenen Diät

Trotz der positiven Resultate konnten auch Nebenwirkungen beim Einsatz der ketogenen Diät nachgewiesen werden. Dazu gehören in der Anfangsphase der Ernährungsumstellung vor allem Verstopfung, Übelkeit und Müdigkeit, die sich aber nach einigen Wochen wieder legen sollte. Langfristig kann es zu Nierensteinen und einer reduzierten Knochenmasse kommen, berichtet das Universitätsklinikum Freiburg. 

Es können zudem erhöhte Blutfettwerte auftreten, weshalb Ernährungswissenschaftler oft von der fettreichen Kost abraten. Laut Studien normalisierten sich diese Werte jedoch im Laufe der Diät und normalisierten sich in der Regel nach etwa sechs Jahren wieder.

Darüber hinaus zählt auch die Ernährungsumstellung an sich zu den Schwierigkeiten, mit denen vor allem Erwachsene zu kämpfen haben. Es kommt daher häufig zu einem vorzeitigen Abbruch der ketogenen Diät, sodass der Therapieeffekt nicht erzielt werden kann. Die ketogene Diät erfordert wie jede andere Diät also durchaus Disziplin.

Schnelle Resultate 

Der große Vorteil einer ketogenen Diät liegt außerdem darin, dass Sie schnell Erfolge sehen. "Der Anfangserfolg ist in den ersten drei Monaten sehr groß" erklärt Michael Ristow, Professor für Energiestoffwechsel der ETH Zürich gegenüber dem "Focus". Der hohe Eiweißanteil bei der ketogenen Ernährung sorgt für ein ausreichendes Sättigungsgefühl und die Muskelmasse wird laut einer Studie der Universiät Illinois nicht angegriffen. 

Mögliche Nachteile: Jojo-Effekt

Laut Ristow und Susanne Klaus vom deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE) habe sich in anderen Studien jedoch gezeigt, dass Anhänger einer ketogenen Diät nach ein oder zwei Jahren das anfangs verlorene Gewicht wieder zugelegt hatten. Dies ist vor allem damit zu begründen, dass ein Mangel an Kohlenhydraten über einen längeren Zeitraum unzufrieden macht – schließlich handelt es sich eigentlich um die Hauptenergiequelle des Körpers. Daher verursacht eine Low-Carb-Diät Heißhunger auf Brot und Pasta, was in Kombination mit der sonstigen fettreichen Nahrung zu einer Gewichtszunahme führt.

Abnehmen: Welche Fette eignen sich für die ketogene Diät?

Wer seinen Ernährungsplan auf die ketogene Diät umstellen möchte, sollte auf raffinierte und industriell verarbeitete Fette verzichten. Stattdessen sei der Verzehr von Ölen mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie zum Beispiel Leinöl, Rapsöl und Hanföl, aber auch Olivenöl zu empfehlen. Auch natives Kokosfett kann zum Kochen verwendet werden.

Auf dem Ernährungsplan sollte großzügig grünes Gemüse stehen. Käse, Eier und Nüsse sind ebenfalls erlaubt. Als besonders geeignet haben sich Avocados, Hering, Sardinen und Macadamianüsse erwiesen. Es kommt bei der ketogenen Diät also vor allem auf die richtigen Fettsäuren an. Das heißt, es wird nicht vorrangig tierisches Fett verzehrt. Fleisch und Speck sollte daher nicht übermäßig verzehrt werden, stattdessen sollten Sie auf hochwertige Wurstsorten zurückgreifen.

Bei einer langfristigen Ernährungsumstellung mit der ketogenen Diät sollten auch gesunde Menschen unbedingt Rücksprache mit einem Arzt halten und sich einer regelmäßigen medizinischen Kontrolle unterziehen, um das Risiko negativer gesundheitlicher Folgen zu vermeiden.

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