13.03.2013, 16:14 Uhr | df (CF) / mmg
Als natürliche Schutzfunktion gehört Angst zum Leben dazu. In schweren Fällen der Angststörung kann es jedoch zu Panikattacken kommen. Das kann nicht nur Ihr Leben sehr stark einschränken. In bestimmten Situationen, wie beispielsweise im Straßenverkehr, können die Attacken auch sehr gefährlich sein. Erfahren Sie, was Sie in einer solchen Situation tun können und wie eine ausgeprägte Phobie behandelt wird.
Zu den Anzeichen einer Panikattacke können Herzrasen, Zittern, Übelkeit, Schwitzen und Ohrenrauschen gehören – und natürlich das Gefühl der Angst, nicht selten sogar Todesangst. Diese Angst ist nicht in Dingen begründet, vor denen Menschen normalerweise Angst haben, wie Arbeitsplatzverlust oder Krankheit. Es sind vielmehr übertriebe und unangebrachte Ängste vor Dingen, vor denen andere Menschen normalerweise keine Angst haben sowie die Angst vor der Angst. Psychologe Edgar Geissner berichtet in der "Apotheken Umschau" sogar von Patienten, deren Herz so laut schlug, dass diese Angst hatten, ihr Brustkorb würde zerspringen. Weiter berichtet der Experte, dass die Attacken häufig in solchen Situationen auftreten, in denen sich Menschen eingeengt und hilflos fühlen.
Panikattacken äußern sich oft völlig unvermittelt und ohne Vorwarnung. Die konkrete Situation ist dann zwar meist der Auslöser, aber eben nicht die Ursache einer Attacke. Diese liegt meist länger zurück und wird zunächst gar nicht mit der konkreten Angst in Verbindung gebracht. Lang andauernde psychische Belastungsphasen gehören zu den typischen Ursachen. „Die Dauerbelastung muss überhaupt nichts mit der Situation zu tun haben, in der die Panik-Attacke auftritt“, erklärt Geissner weiter.
Wenn Sie unvermittelt eine Panikattacke ereilt, ist es schwierig, dieser mit rationalem Handeln entgegenzuwirken. Vielleicht schaffen Sie es trotzdem, die eine oder andere Erste-Hilfe-Maßnahme in die Tat umzusetzen: Versuchen Sie sich klarzumachen, dass die akute Panik nicht lange anhalten wird, um etwas Ruhe zu gewinnen. Versuchen Sie, sich abzulenken, indem Sie sich bewusst auf Ihre Umgebung konzentrieren. Falls möglich, reden Sie mit jemandem in Ihrer Umgebung oder rufen Sie jemanden an. Das lenkt auch ab. Als Nächstes sollten Sie versuchen, sich bewusst zu entspannen und Ihre Muskeln entkrampfen. Setzen Sie sich aufrecht hin und atmen Sie ruhig, empfiehlt Geissner in der "Apotheken Umschau". Falls möglich, sollten Sie eine Kleinigkeit essen, denn die Aufregung kann in manchen Fällen zu einem erhöhtem Energieverbrauch und somit zu einer Unterzuckerung führen. (Stress vermeiden: So bleiben Sie immer entspannt)
Angst ist eigentlich eine gute Sache: „Sie bewahrt uns davor, unachtsam in gefährliche Situationen zu stürzen. Genauso wie Ekelgefühle uns davon abhalten, eine möglicherweise verdorbene Mahlzeit zu verspeisen“, so der Psychologe Markos Maragkos zu "Bild". Spätestens aber, wenn die Angst Ihren Alltag bestimmt, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Bei einer Angsttherapie wird meist auf die "Exposition", das Prinzip der Konfrontation gesetzt. Unter der Anleitung eines Experten werden Sie den Situationen ausgesetzt, welche Ihre Angst auslösen, so Maragkos.
Laut Geissner kann es auch sinnvoll sein, beim Patienten die unangenehmen Symptome einer Panikattacke durch körperlichen Stress absichtlich auszulösen. So wird diesem bewusst, dass die erhöhte Herzfrequenz eine ganz normale Reaktion des Körpers ist. Sie können so beispielsweise vermeiden, sich bei Symptomen noch mehr in die Angst hineinzusteigern. Begleitend zu solchen Verhaltenstherapien können Ihnen Selbsthilfegruppen Halt geben. (Burnout vorbeugen: Rechtzeitig Anzeichen von Stress erkennen)
13.03.2013, 16:14 Uhr | df (CF) / mmg
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