04.01.2013, 14:53 Uhr | tl (CF)
Mit dem WHO-Stufenschema gibt die Weltgesundheitsorganisation eine Empfehlung heraus, mit welchen Medikamenten Schmerzen behandelt werden sollen. Erstmals 1986 veröffentlicht, hat sich das WHO-Stufenschema heute zu einem weltweit anerkannten Standard in der Schmerztherapie entwickelt.
Das WHO-Stufenschema wurde ursprünglich für die Behandlung von Tumorpatienten entwickelt. Mittlerweile wird es für jegliche Form von chronischen Schmerzen angewendet, die mit Schmerzmitteln (Analgetika) behandelt werden. Zu diesem Zweck unterscheidet das Schema zwischen drei Stufen, bei der sich die Verschreibung der Medikamente an Intensität, Qualität und Lokalisation der Schmerzen orientiert. Hierbei wird unterschieden zwischen Nichtopioidanalgetika, schwach wirksamen Opioidanalgetika und stark wirksamen Opioidanalgetika. Für die richtige Behandlung ist dementsprechend wichtig, dass zunächst die Schmerzintensität eingestuft werden muss, bevor die Schmerzlinderung oder gar Schmerzfreiheit angepeilt wird. (Das hilft bei chronischen Schmerzen)
Schmerztherapie: Die möglichen Therapien (Quelle: Emil Umdorf/imago)
Die erste Stufe des WHO-Stufenschemas sieht die Behandlung mit Nichtopioidanalgetika wie etwa Ibuprofen oder Paracetamol vor – auf diese Weise können leichte bis mäßige Schmerzen behandelt werden. Im Gegensatz zu den anderen Stufen des Schemas werden hier Nichtopioidanalgetika verwendet, die anders als Opioide nicht etwa im zentralen Nervensystem wirken. Vielmehr wirken Sie an dem Ort, an dem der Schmerz entsteht, und unterbinden die Weiterleitung der Schmerzinformation.
Bei der zweiten Stufe des WHO-Schemas werden schwache Opiode gegen mittelschwere Schmerzen verabreicht, also morphinähnliche Substanzen. Zu diesen zählen etwa Tramadol, Dihydrocodein oder Tilidin/Naloxon. Da diese Schmerzmittel andere Wirkungsmechanischem als Nichtopioidanalgetika haben, lassen sich die erste und zweite Stufe kombinieren. Wenn die erste und zweite Stufe keinen Erfolg haben, sieht das WHO-Stufenschema einen dritten und letzten Schritt vor: die Behandlung mit stark wirksamen Opioidanalgetika, etwa Morphin, Fentanyl oder Oxycodon.
Diese Medikamente unterliegen allerdings dem Betäubungsmittelgesetz. Gerade bei Morphin herrscht bei Patienten oftmals die Angst vor, dass dieses zu einer Abhängigkeit führt. Dr. med. Felicitas Witte betont auf dem Medizinportal "Netdoktor.de" jedoch, dass eine Opiatabhängigkeit bei richtiger Anwendung und Dosierung nahezu ausgeschlossen ist. (Besonderheiten der Schmerztherapie im Alter)
keine gültigen Elemente gefunden!Unabhängig von der jeweiligen Stufe sollten die Schmerzmittel möglichst zu festgelegten Zeitpunkten eingenommen werden, sodass ein gleichmäßiger Blutspiegel und eine kontinuierliche Schmerzfreiheit gewährleistet sind. Greift eine Stufe des Schemas nicht, wird Ihr Arzt in Absprache mit Ihnen die nächsthöhere Stufe einleiten. Die Schmerztherapie sieht das WHO-Stufenschema vor allem als Lehrschema, sodass auch Abweichungen von diesem Modell möglich sind. Beispielsweise lassen sich auch je nach Art der Schmerzen andere Medikamente als Ergänzung verwenden.
04.01.2013, 14:53 Uhr | tl (CF)
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