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Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die meist mit einem schmerzhaften Hautausschlag verbunden ist. Lesen Sie hier, welche Therapien es gibt, was die Beschwerden lindert und wie sich die Heilung beschleunigen lässt.
Im medizinischen Fachjargon wird die Gürtelrose als "Herpes Zoster" bezeichnet. Die Viruserkrankung tritt als schmerzhafter, streifenförmiger Hautausschlag mit Bläschen in Erscheinung. Der Grund ist eine Entzündung von Nervenbahnen, die durch die Einnistung von sogenannten Varizella-Zoster-Viren hervorgerufen wird. Besonders Menschen mit einem schwachem Immunsystem, wie beispielsweise Kinder oder ältere Menschen, sind anfällig.
Gürtelrose: Schmerzhaft und gefährlich (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Die Gürtelrose wird durch das Windpocken-Virus (Varicella-Zoster-Virus) verursacht. Dieses Virus kann zwei verschiedene Krankheitsbilder auslösen: Einerseits können Windpocken (Varizellen) entstehen. Eine Krankheit, die die meisten Menschen im Kindesalter durchleben. Nach Verschwinden des Windpocken-Ausschlags bleibt das für die Windpocken verantwortliche Virus im Körper. Es nistet sich in den Hirnnerven oder in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein und kann unter bestimmten Umständen, beispielsweise bei einer geschwächten Immunabwehr, erneute Krankheitsbilder wie Herpes oder, in gravierenden Fällen, die Gürtelrose hervorrufen.
In diesem Zusammenhang erklärt der Dermatologe Professor Gerd E. Gross, Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Rostock in einem Interview mit der "Apotheken Umschau", dass vor allem ältere Menschen häufig unter massiven Schmerzen leiden und die Beschwerden über längere Zeit anhalten können. Wird die Gürtelrose aber frühzeitig erkannt und behandelt, sei es oft möglich, dass auftretende Schmerzen und Rötungen der Haut bereits nach einigen Stunden zurückgehen. Wenn die Behandlung jedoch zu spät vorgenommen wird, können chronische Beschwerden die Folge sein, die sich mit Schmerzmitteln kaum lindern lassen. (Was muss bei Gürtelrose beachtet werden?)
Darum ist es besonders wichtig, dass Sie bei verdächtigen Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen und sich mit der notwendigen Therapie behandeln lassen. Dieser verschreibt Ihnen zu diesem Zweck Medikamente in Form von Tabletten oder Cremes, die verhindern, dass sich bestimmte Viren weiter vermehren können. Die Wirkstoffe in diesen Medikamenten werden Virostatika genannt. Die enthaltenen Wirkstoffe Aciclovir, Brivudin, Famiciclovir oder Valaciclovir sorgen für eine schnellere Abheilung der Bläschen und können das Risiko für einen erneuten Ausbruch der Gürtelrose mindern.
Herpes Zoster: Stress kann Gürtelrose auslösen
Die Therapie mit diesen Arzneimitteln sollte allerdings spätestens innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Auftreten der ersten Symptome beginnen. Bei Patienten die jünger als fünfzig Jahre sind und nur eine sehr leichte Form der Gürtelrose aufweisen, kann eventuell auch auf eine antivirale Therapie verzichtet werden. Bei älteren Patienten schwerwiegender Gürtelrose wird eine Therapie durch Infusionen vorgenommen. (Herpes-Virus kann das Immunsystem schwächen)
In seltenen Fällen treten schwerwiegende Formen der Erkrankung auf. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Hirnnerven beteiligt sind und sich zum Beispiel ein Herpes Zoster des Auges oder des Ohrs entwickelt. Wenn die Hornhaut oder die Regenbogenhaut des Auges betroffen ist, kann es zu bleibenden Sehstörungen bis hin zur totalen Erblindung kommen, wie Professor Gros weiter erklärt. Eine Gürtelrose im Bereich des Ohrs führt häufig zu einer Gesichtslähmung. Bei ausgeprägter Immunschwäche kann sich eine Gürtelrose auch auf die gesamte Haut und auf die inneren Organe ausbreiten und dadurch lebensbedrohlich werden. In sehr seltenen Fällen entwickelt sich eine Hirnhautentzündung.
Mundrose: Entzündung der Gesichtshaut
Zur Therapie der Gürtelrose werden neben den genannten Medikamenten zur Eindämmung des Juckreiz und Schwellungen, werden meist parallel Schmerzmittel eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist Diclofenac, ein nichtsteroidales Antirheumatikum, das wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung auch zur Therapie von Rheuma eingesetzt wird. Normalerweise ist die Krankheit nach spätestens vier Wochen geheilt. In vielen Fällen tritt sie oft nur ein einziges Mal auf. Allerdings bestehen Risikofaktoren, unter denen das Virus unter bestimmten Umständen wieder aktiv werden kann. Dies kann vor allem bei einer vorübergehenden oder krankheitsbedingten Abwehrschwäche sowie bei höherem Lebensalter der Fall sein. Aber auch Stress oder UV-Strahlung können das Auftreten eines Herpes Zoster begünstigen. (Immunsystem: Alkohol schwächt die körpereigene Abwehr)
Das Risiko, zu erkranken, können Sie nicht vollends beseitigen, da sich die meisten Menschen schon in ihrer frühesten Kindheit mit Varicella-Zoster-Viren infizieren und die Erreger dann ein Leben lang im Körper verbleiben. Selbst nach einer Windpocken-Impfung kann es noch zu einer Gürtelrose kommen - allerdings weitaus seltener und weniger schwerwiegend als ohne Impfung. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut seit 2004 für alle Kinder eine Impfung gegen Windpocken. Zudem können Sie den Ausbruch der Krankheit entgegenwirken, indem Sie Stress vermeiden und Ihrem Körper immer wieder ausreichend Ruhephasen gönnen.
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Quelle: je (CF)
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