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Eine eindeutige Diagnose von Multipler Sklerose (MS) ist alles andere als einfach. Keines der Symptome lässt sich für sich allein nicht auch einem anderen Krankheitsbild zuordnen. Für eine Diagnosestellung bedarf es daher einer ausführlichen Anamnese, einer eingehenden körperlichen sowie technischen Untersuchung. Und selbst dann kann es sein, dass ein eindeutiges Ergebnis erst nach Wochen oder Jahren feststeht.
Multiple Sklerose kann sich durch zahlreiche Symptome bemerkbar machen, aber keines ist so eindeutig, als dass sich eindeutig die spezielle Erkrankung des zentralen Nervensystems diagnostizieren ließe. Ein wichtiger Teil des Diagnoseverfahrens ist daher die Anamnese. Die Krankengeschichte des Patienten kann Aufschluss über Symptome bringen, die bisher gar nicht mit Multipler Sklerose in Verbindung gebracht wurden und schon Monate oder Jahre zurückliegen können, berichtet das Gesundheitsportal "netdoktor.de".
Zu den häufigsten Beschwerden dieser Art gehören Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder der Entleerung des Darms. Auch beim Geschlechtsverkehr können Probleme auftreten. Des Weiteren zählen neben unerkannten Nervenentzündungen auch Konzentrationsschwächen, depressive Verstimmungen sowie häufige Müdigkeit zu den Symptomen, denen bei der Anamnese große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Für sich genommen lassen sie aber noch keine eindeutige Diagnose zu. (Reisen mit Multipler Sklerose: Tipps zur Vorbereitung)
Zehn Anzeichen für Multiple Sklerose
Der Analyse der Krankheitsgeschichte folgen körperliche Untersuchungen, die auch eine neurologische Untersuchung einschließt. Hierbei wird beispielsweise die Sehfähigkeit untersucht, um festzustellen, wie stark die Beeinträchtigung durch Entzündungsherde ist. Hierfür werden verschiedene Skalen wie beispielsweise die "multiple-sclerosis-functional-composite-Skala" (MSFC) herangezogen.
Hinzu kommen Tests, in denen Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsspanne getestet werden sowie verschiedene geistige Funktionen: Lernvermögen, Sprachfähigkeit sowie Gedächtnisleistungen werden auf den Prüfstand gestellt.
Zu den technischen Untersuchungen zählen unter anderem eine Kernspintomografie (MRT), Untersuchungen von Blut und Nervenwasser sowie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Bei letzterer wird die Weiterleitung von visuellen, akustischen sowie elektrischen Reizen gemessen und als sogenannte evozierte Potenziale aufgezeichnet.
Mithilfe der MRT von Schädel und Rückenmark lassen sich hingegen Entzündungsherde erkennen – selbst dann, wenn der Patient noch keine Symptome verspürt und die Multiple Sklerose sich noch im Anfangsstadium befindet. Weiteren Aufschluss zu Entzündungen von Gehirn oder Rückenmark gibt die Nervenwasseruntersuchung, auch Liquordiagnostik genannt. Mithilfe einer Nadel wird Nervenwasser aus der Wirbelsäule entnommen und auf Abwehrzellen sowie Antikörper untersucht. Gleichzeitig lässt sich so feststellen, ob die Entzündung nicht beispielsweise auch durch Borreliose hervorgerufen wurde.
Die ebenfalls durchgeführte Blutuntersuchung dient vor allem dem Ausschlussprinzip und zur weiteren Eingrenzung der Diagnose, denn bei MS-Patienten sollten sich eigentlich keine ungewöhnlichen Blutwerte feststellen lassen. Ist dies doch der Fall, könnte stattdessen eine andere Erkrankung vorliegen.
Doch selbst nach diesen zahlreichen Untersuchungen lässt sich nicht immer mit Sicherheit die Diagnose Multiple Sklerose stellen. Für Gewissheit sorgen in der Regel fortschreitende Untersuchungen, durch die Veränderungen der Symptome aufgezeichnet werden können und in deren Verlauf sich der Verdacht auf MS erhärten kann. Bis hierhin können Wochen, aber auch Jahre vergehen. (Ursachen von Multipler Sklerose)
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Quelle: sk (CF)
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