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Schlaganfall bei Kindern: Auch die Kleinen trifft es

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Schlaganfall bei Kindern: Auch die Kleinen kann es treffen

| fk (CF)

Einen Schlaganfall bei Kindern halten viele für unwahrscheinlich, schließlich sind in der Regel eher Menschen im fortgeschrittenen Alter betroffen. In der Tat handelt es sich hierbei um ein eher seltenes Phänomen. Häufig wird die Erkrankung zudem auch gar nicht oder erst spät erkannt, weil sich Symptome nur schwer zuordnen lassen. Bleibende Narben im Gehirn können aber zu Spätfolgen führen.

Was ist ein Schlaganfall und wodurch wird er ausgelöst?

Ein Schlaganfall bezeichnet eine plötzlich auftretende schwere Funktionsstörung des Gehirns, die entweder durch eine Verminderung oder vollständige Unterbrechung der Blutversorgung einzelner Gehirnbereiche entsteht. Die Zellen im Gehirn werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, so dass das betroffene Hirnareal seine Funktion nicht mehr ausüben kann.

Schlaganfall bei Kindern: Auch die Kleinen trifft es. Ein Schlaganfall bei Kindern muss schnell behandelt werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Schlaganfall bei Kindern muss schnell behandelt werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es werden zwei Ursachen für einen Schlaganfall unterschieden: Eine Verstopfung der Blutgefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden oder eine Blutung im Gehirn. Das Schlaganfall-Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter an - etwa die Hälfte aller Betroffenen ist über 70 Jahre alt. Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen, sind unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum.

Schlaganfall bei Kindern: Jährlich 300 Fälle in Deutschland

In Deutschland erleiden laut "Apotheken Umschau" etwa 200.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Das Durchschnittsalter der betroffenen Männer liegt in diesem Zusammenhang bei 70 , das der Frauen bei 75 Jahren. Aber auch Kinder können betroffen sein: In Deutschland sind es 300 Fälle pro Jahr, in denen ein Schlaganfall bei Kindern festgestellt wird, so Privatdozent Dr. Ronald Sträter von der Universität Münster in einem Interview mit dem Gesundheitsportal netdoktor.de. Ein Drittel dieser Hirninfarkte, so Sträter weiter, würde sich bei Säuglingen im Mutterleib ereignen oder aber auch unmittelbar nach der Geburt.

Immer mehr Menschen unter 45 betroffen

Diesen Befund stützt auch das "Ärzteblatt". In einem entsprechenden Bericht zum Thema wird postuliert, es sei eine steigende Tendenz bei Hirninfarkten im jüngeren Alter zu verzeichnen. Das gilt zumindest für die USA, wie eine 2011 in den Annals of Neurology veröffentlichte Studie verdeutlicht. Dieser zufolge würden immer mehr Menschen unter 45 Jahren einen lebensgefährlichen Verschluss einer Hirnarterie erleiden. Für Kinder und Jugendliche führt die Studie den Schlaganfall als eine der zehn häufigsten Todesursachen auf.

Symptome besonders schwierig zu deuten

Gerade im frühen Entwicklungsstadium ist ein Schlaganfall bei Kindern selbst für Experten besonders schwierig zu erkennen. Grund hierfür sind die fehlenden Symptome, die sonst für einen Hirninfarkt charakteristisch sind. Aus diesem Grund wird die Erkrankung erst viel später erkannt, beispielsweise dann, wenn im Alter von etwa einem halben Jahr Störungen der Motorik als Symptome auffallen. Doch auch in weniger jungen Jahren ist ein Schlaganfall bei Kindern weiterhin schwer zu diagnostizieren: "Wenn ein Kind aus dem Kindergarten kommt und seinen Arm nicht richtig bewegen kann, kann es oft nicht erklären, was genau nicht stimmt. Dafür ist es noch zu jung", so Sträter. Häufig werden zunächst andere Ursachen für solche Erscheinungen in Betracht gezogen.

Verschiedene Ursachen

Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome recht schnell wieder zurückgehen. So kann ein Kind seinen Arm zwar kurzzeitig nicht richtig bewegen; am nächsten Tag ist jedoch alles wieder beim Alten. Als Ursache für einen Schlaganfall bei Kindern kommen verschiedene Vorerkrankungen in Betracht. Häufig sind beispielsweise angeborene Herzfehler, Infektionen oder auch angeborene Gefäßverengungen wie Arteriosklerose.

Welche Folgen hat ein Schlaganfall bei Kindern

Ein Schlaganfall bei Kindern ist häufig zunächst nicht lebensbedrohlich. Der Grund: Das kindliche Gehirn ist in gewisser Hinsicht "flexibler". So können die Aufgaben von geschädigten Bereichen des Gehirns von anderen Hirnarealen übernommen werden. Dies gilt jedenfalls bei Schlaganfällen bei jungen Kindern bis zum Jugendalter von etwa 14 Jahren. Im Pubertätsalter nehmen die Möglichkeiten der Kompensation durch andere Hirnregionen dann deutlich ab.

Unvorhersehbare Störungen

Das genannte positive Szenario muss zudem nicht immer eintreten. So hinterlässt ein unerkannter Schlaganfall bei Kindern eine bleibende Narbe im Gehirn, die im weiteren Lebenslauf zu Krampfanfällen oder Störungen bei der Konzentration oder beim Lernen führen kann. Zudem gilt grundsätzlich: Bleibt ein Hirninfarkt unerkannt, und wird er entsprechend nicht behandelt, besteht ein erhöhtes Risiko von weiteren und folgenreicheren Hirninfarkten, die in der Folge tödlich sein können. Sollten Sie bei Ihrem Kind beschriebene Auffälligkeiten feststellen, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren. Je schneller die Symptome gedeutet werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für bleibende Hirnschäden.

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