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Tipps zu möglichen Alkoholtherapien

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Alkoholsucht  

Tipps zu möglichen Alkoholtherapien

13.11.2012, 15:48 Uhr | kb (CF)

Studien haben ergeben, dass Alkoholabhängige deutlich früher sterben als Menschen ohne Trinkproblem. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Alkoholtherapie. Lange Zeit galt Abstinenz als ausschließlich anerkannte Suchttherapie. Mittlerweile verspricht auch eine weniger drastische Methode Erfolg bei der Entwöhnung.

Alkoholsucht verkürzt das Leben drastisch

Allein in Deutschland gelten laut einem Bericht des "Spiegels" mehr als eine halbe Million Menschen als alkoholabhängig. Sie müssen einer neuen repräsentativen Studie zufolge mit einer deutlich geringeren Lebenserwartung rechnen. Diese sinkt durchschnittlich um etwa 20 Jahre, wie Greifswalder und Lübecker Wissenschaftler in einer Langzeitstudie nun herausgefunden haben.

Tipps zu möglichen Alkoholtherapien. Alkoholsucht verkürzt das Leben, deswegen ist eine frühzeitige Alkoholtherapie sehr wichtig. (Quelle: imago/blickwinkel)

Alkoholsucht verkürzt das Leben, deswegen ist eine frühzeitige Alkoholtherapie sehr wichtig. (Quelle: blickwinkel/imago)

Dabei stellten die Forscher fest, dass eine Therapie die Folgen der Sucht nur bedingt abmildern kann: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass diejenigen, die in einer Entwöhnungsbehandlung waren, keine größeren Überlebenszeiten gegenüber denen hatten, die nie eine Therapie absolviert hatten", so der Leiter der Studie, Ulrich John, gegen über der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Problem: Betroffene der Sucht beginnen mit den Alkoholtherapien oftmals erst dann, wenn die alkoholbedingten Schädigungen schon zu weit vorangeschritten sind.

Abstinenz für Alkoholabhängige oft keine Alternative

Hoffnung könnte nun eine allmähliche Abkehr von der Abstinenz als alleiniger strikter Therapieansatz machen. Nach und nach rückt in Deutschland eine Alkoholtherapie in den Fokus, die in anderen Ländern bereits anerkannt ist: Das kontrollierte Trinken. "Wir erreichen die Menschen oft viel früher als mit der üblichen Behandlungsmethode. Also wenn die Frau und der Job noch nicht weg sind oder die Gesundheit nicht zu stark angeschlagen ist", zitiert der "Spiegel" Pius Riether, Diplom-Psychologe bei der Caritas Stuttgart.

Nach Deutschland brachte diese Form der Alkoholtherapie der Psychologe Joachim Körkel bereits Ende der Neunzigerjahre. Doch erst jetzt setzt sie sich allmählich durch. Erfolgschancen sowie Rückfallquoten decken sich im Großen und Ganzen mit denen der Abstinenztherapie, deren Zielsetzung es ist, dass die Suchtkranken vollständig trocken leben.

Das kontrollierte Trinken bietet laut Körkel jedoch entscheidende Vorteile: Viele Betroffene sind von sich aus dazu bereit, ihren Alkoholkonsum einzuschränken. Komplett auf Alkohol zu verzichten, können sich hingegen nur die wenigsten vorstellen. Die Folge: Steht ihnen als betreute Alkoholtherapie nur die Abstinenz offen, verzichten viele so lange auf professionelle Hilfe, bis es zu spät ist.

Frühzeitige Alkoholtherapie verspricht Hoffnung

Allerdings räumt laut "Spiegel" auch Körkel ein, dass sich die Alkoholtherapie des kontrollierten Trinkens nicht für jeden eignet. So sei bei gewalttätigen, schwangeren oder schwerkranken Suchtkranken eine Abstinenztherapie unumgänglich.

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Für Menschen, bei denen sich die Sucht noch nicht manifestiert hat, könnte das kontrollierte Trinken hingegen ein Anreiz sein, sich frühzeitig in professionelle Betreuung zu begeben. Dabei würden sich sogar bis zu 30 Prozent der Teilnehmer im Laufe dieser Alkoholtherapie dazu entschließen, trotzdem abstinent zu leben. Vorteilhaft sei hier, dass die Entscheidung von Ihnen selbst getroffen würde. "Es wurde ihnen nicht auferlegt. Daher stehen sie viel stärker hinter ihrem Entschluss", so Körkel weiter.

Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser stehen die Chancen, dass diese erfolgreich verläuft. In der Regel bestehen zu diesem Zeitpunkt beispielsweise noch alle sozialen Kontakte, die für den Erfolg der Therapie von großer Bedeutung sind. Außerdem sind im Frühstadium der Sucht die gesundheitlichen Schäden noch nicht so weit fortgeschritten, dass die Lebenserwartung wie eingangs erwähnt, so dramatisch abnimmt. Sogar einige Krankenkassen bezuschussen mittlerweile diesen Therapieansatz.

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