07.08.2013, 16:44 Uhr | tm (CF)
Obwohl Leitungswasser in Deutschland nachgewiesenermaßen sauber ist, boomt der Verkauf von Wasserfiltern. Denn: Oftmals sorgen Bleirohre und Rost in alten Leitungen dafür, dass eigentlich gereinigtes Wasser verunreinigt aus dem Hahn kommt.
Wie das Gesundheitsportal "Onmeda" berichtet, erhielt das Leitungswasser in Deutschland im Trinkwasser-Report 2012 die Note "sehr gut". Aufgrund des geringen Schadstoffgehalts hält Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Wasserfilter für überflüssig.
Wasserfilter reinigen das Trinkwasser von Schadstoffen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Zwar wird immer wieder beteuert, dass Leitungswasser zu den bestüberwachten Lebensmitten gehört, aber dennoch bleiben Zweifel. Durch die Trinkwasserverordnung wird die Qualität des Wassers geregelt, aber in dieser Verordnung ist zum Beispiel nie die Rede von Medikamentenrückständen.
Aber auch andere Schadstoffe wie Arsen oder Uran können aus dem Leitungswasser nicht entfernt werden. Denn zur Reinigung und Aufbereitung des Leitungswassers werden auch chemische Stoffe verwendet. Diese können unter Umständen Rückstände zurücklassen.
Da sich die Wasserqualität aber auf dem Weg durch alte Rohre im eigenen Haus noch deutlich verschlechtern kann, sind Wasserfilter sehr beliebt. Weitere Vorteile liegen in den geringeren Kosten und der besseren Umweltverträglichkeit im Vergleich zu Mehrweg- oder Einwegflaschen aus dem Supermarkt.
Dabei gibt es verschiedene Systeme: fest installierte und transportable. Ein Tisch-Wasserfilter enthält eine Kartusche mit losem Aktivkohlegranulat und lonentauscher-Harz. Beides trägt dazu bei, Kalk zu binden und gegen "weiche" Ionen auszutauschen. "Hierbei werden allerdings keine Schmutzreste, Arznei- und Schwermetallrückstände entfernt", sagt der Diplom-Ingenieur und Wasserfilter-Experte Karl Schweigmann gegenüber "Onmeda".
Im Gegenteil: Die mit Silber behandelte Aktivkohle stelle einen weiteren Fremdstoff im Wasser dar. Sickert Wasser durch die Filterpatrone, wird es also nicht sauberer, sondern lediglich weicher. Ein wesentlicher Nachteil der Filter-Kartuschen besteht in ihrer Kurzlebigkeit: Nach spätestens einem Monat können sich Keime in der Patrone bilden. Um sauberes Wasser zu garantieren, sollten Sie die vorgesehene Betriebszeit nicht überschreiten.
Alternativ zum mobilen Filter gibt es Wasserenthärter für den Hauseingang der Wasserleitung, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Weil auch diese Methode keine anorganischen Schadstoffe aus dem Wasser entfernt, wird es nicht vollkommen sauber. Zudem besteht hier wieder die Gefahr, das Keime das Wasser verschmutzen.
Im Gegensatz dazu kann ein sogenannter Aktivkohleblockfilter Schwermetalle, Chemikalien, Chlor und die meisten organischen Rückstände von Medikamenten sowie Pestizide aus dem Wasser fernhalten. Ein Nachteil der Geräte, die in der Regel unter dem Spülbecken angebracht werden, ist jedoch, dass sie wiederum keinen Kalk filtern können.
07.08.2013, 16:44 Uhr | tm (CF)
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