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Krätze: Sieben Fakten zu der ansteckenden Hautkrankheit

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Vorsicht vor Milben  

Extremer Juckreiz – sieben Fakten zur Krätze

| hm (CF)

Krätze, medizinisch Scabies (oder Skabies) genannt, ist eine Hautkrankheit, die durch die Infektion mit Milben entsteht. Die Parasiten bohren sich durch die Haut und legen dort ihre Eier ab. Typische Folgen sind starker Juckreiz sowie Hautveränderungen. Wir erklären, wie die Krätze übertragen wird, welche typischen Symptome auftreten und wie die Krankheit behandelt wird.

1. Meldepflicht für Krätze

Eine Meldepflicht von Krätzefällen an das Gesundheitsamt besteht grundsätzlich nicht. Die einzige Ausnahme besteht laut Gesundheitsportal „NetDoktor“ dann, wenn Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, betroffen sind. Die Einrichtungsleitung muss die Krankheit dann dem Gesundheitsamt melden. Infizierte Personen müssen der Einrichtung so lange fernbleiben, bis sie niemanden mehr anstecken können.

Krätze: Sieben Fakten zu der ansteckenden Hautkrankheit. Ein typisches Symptom der Krätze ist extremer Juckreiz (Quelle: imago)

Ein typisches Symptom der Krätze ist extremer Juckreiz (Quelle: imago)

2. Was ist die Ursache?

Die Krätze ist eine parasitäre Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Wie das Portal "gesundheit.de" berichtet gehört die Milbe zu den Spinnentieren und ist nur 0,2 bis 0,5 Millimeter groß. Die weibliche Krätzmilbe bohrt nach ihrer Befruchtung bis zu einem Zentimeter lange Gänge unter die Haut. In diese Gänge legt sie ihre Eier ab. Auch der Kot der Milben bleibt zurück. Dieser führt zu einer Reaktion des Immunsystems - die Haut entzündet sich. Wenn die Larven geschlüpft sind, bewegen sie sich an die Hautoberfläche zurück und ein neuer Lebenszyklus beginnt.

3. Was sind die typischen Symptome bei Krätze?

Die Krätzeinfektion verursacht einen sehr starken Juckreiz, der sich bei Wärme verstärkt. Weibliche Krätzmilben bevorzugen zur Eiablage warme Körperstellen mit dünner Hornschicht, wie etwa Fingerzwischenräume, Achseln und Genitalien. An diesen Stellen kommt es zu kleinen roten Knötchen und Papeln in Verbindung mit einer schuppig-krustigen Haut. Aufgrund des starken Juckreizes weist die Haut von Betroffenen häufig Kratzspuren auf.

Symptome von Scabies norvegica oder Scabies crustosa

Krätze kann in verschiedenen Formen auftreten. Die Borkenkrätze, auch Scabies norvegica oder Scabies crustosa genannt, ist eine besonders schwere Form der Krankheit. Der Milbenbefall ist hier sehr stark. Ein typisches Symptom ist die starke Krustenbildung der Haut an Füßen, Händen, Knien und Ellenbogen.

Symptome von Scabies granulomatosa

Bei der granulomatösen Krätze (Scabies granulomatosa) bilden sich zusätzlich etwa erbsengroße, entzündliche Knoten in der Haut. Mediziner gehen dem Gesundheitsportal „Onmeda.de“ zufolge davon aus, dass diese Knoten entstehen, wenn sich Milben in tiefere Hautschichten bewegen.

Symptome von Scabies incognita

Die gepflegte Krätze (Scabies incognita) zeigt sich in nur kleinen, eher unauffälligen Hautveränderungen. Der Juckreiz ist dennoch vorhanden.

4. Wie erfolgt die Übertragung der Krätzmilben?

Krätze ist ansteckend. Die Übertragung erfolgt ohne Zwischenwirt direkt von Mensch zu Mensch. Die Ansteckung erfolgt über engen Körperkontakt, insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Auch der zwischenmenschliche Kontakt in der Familie oder in Pflegeheimen sorgt für eine Verbreitung der Milben.

Menschen mit schwachem Immunsystem stecken sich grundsätzlich leichter mit Krätze an. Eine gute Körperhygiene kann eine Infektion nicht vollständig verhindern. Die schwere Form der Krätze, die Scabies norvegica, ist hochansteckend und kann schon bei kurzem Hautkontakt mit einer infizierten Person und sogar über Gegenstände übertragen werden.

5. Hygiene bei Krätze

Häufig wird Krätze mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein. Krätzmilben breiten sich generell dann verstärkt aus, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Daher sind vor allem Pflegeheime, Kindergärten und Krankenhäuser betroffen.

Bei einer akuten Erkrankung an Scabies kann eine gute Hygiene die Heilung unterstützen: Regelmäßiges Duschen oder Baden hemmt die Vermehrung der Krätzmilben. Eine mangelhafte Hygiene führt zu Komplikationen: Bakterien setzen sich in der bereits gereizten oder verletzten Haut fest. Dadurch kommt es zu weiteren Krankheiten, wie Wundrose oder Blutvergiftung.

6. Wie wird Krätze behandelt?

Eine Infektion mit Scabies wird vor allem mit äußerlich anzuwendenden Mitteln behandelt. Weit verbreitete Wirkstoffe sind Permethrin und Crotamiton. Bei Permethrin handelt es sich um ein künstliches Insektizid, das über einen Zeitraum von zwei Wochen als Salbe auf die Haut aufgetragen wird. Andere Wirkstoffe sind Allethrin und Benzylbenzoat. Wegen starker Nebenwirkungen werden sie aber nur dann eingesetzt, wenn eine Therapie mit Permethrin erfolglos war. Medikamente zum Einnehmen sind in Deutschland bisher nicht zugelassen.

Bei einer Infektion mit Krätze sollten sich nicht nur die Betroffenen behandeln lassen, sondern auch deren engeres Umfeld. Die ersten Symptome der Hautkrankheit treten erst nach etwa zwei bis sechs Wochen nach der Übertragung der Parasiten auf. Daher können auch scheinbar gesunde Menschen bereits infiziert sein. Zudem empfiehlt es sich, die von Infizierten benutzte Bettwäsche und Kleidung heiß zu waschen und mehrere Tage zu lüften.

Gelegentlich wird Teebaumöl als hilfreiches Hausmittel gegen Krätze empfohlen. Davon sollten Sie jedoch absehen, da Teebaumöl die Haut zusätzlich reizt.

Krätze-Behandlung für Risikogruppen

Für Schwangere, stillende Frauen, Babys und Kinder eignet sich der Wirkstoff Permethrin ebenfalls. Jedoch empfiehlt das Robert Koch Institut (RKI) für diese Personengruppe eine Konzentration von 2,5 Prozent und somit eine geringere Dosis als sonst üblich. Der Wirkstoff Permethrin kann in größeren Mengen giftig sein. Stillende sollten bei einer Behandlung eine Stillpause von zwei oder drei Tagen einlegen, damit der Säugling nicht über die Muttermilch mit dem Arzneimittel in Kontakt kommt.

Manchmal kommt es zu starken Hautentzündungen. In diesem Fall verschreiben Ärzte vor der eigentlichen Behandlung eine entzündungshemmende Salbe, die üblicherweise Kortison enthält.

7. Verheilt die Haut vollständig?

Nach der erfolgreichen Behandlung können Juckreiz und Hautveränderungen noch einige Wochen anhalten. Dies nennt sich postskabiöses Ekzem. Der Patient ist jedoch nicht mehr ansteckend. Gegebenenfalls verschreibt der behandelnde Arzt hier eine antientzündliche Creme oder Salbe. Auch eine rückfettende Pflegecreme ist empfehlenswert – so kann sich die Haut regenerieren und besser heilen.

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