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Homöopathie und seine Wirkung: mehr als ein Placebo-Effekt?

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Homöopathie  

Wirken Globuli doch?

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Homöopathie: Ist die alternative Heilmethode nur eine Scheinmedizin mit Placeboeffekt, wie viele Kritiker behaupten? Es gibt Studien, die das Gegenteil belegen. Wir stellen Ihnen diese vor.

Pflanzenheilkunde nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingens Lehre von einer „ganzheitlichen Medizin“, die neben Pflanzenheilkunde auch auf gesunder Ernährung, Lebensführung und Spiritualität basiert, konnten schon im zwölften Jahrhundert viele selbst hoch gebildete Zeitgenossen nicht folgen. Ihre Werke „Physica“ (Buch der Naturkunde) und „“Causae et Curae“ (Buch der Ursachen und der Behandlung von Krankheiten) gelten mittlerweile als Klassiker der Naturheilkunde, als therapeutische Kompendien, das viele der heute praktizierten alternativen Therapien inspiriert haben.

Homöopathie und seine Wirkung: mehr als ein Placebo-Effekt?. Globuli. (Quelle: imago/westend61)

Globuli. (Quelle: westend61/imago)

Schulmediziner gegen Homöopathen: Die Fronten sind verhärtet

Dazu zählt auch die Homöopathie. Wie einst Hildegard von Bingen kämpfen bis heute ihre Nachfahren im Geiste um die rückhaltlose Anerkennung ihres - ebenfalls ganzheitlichen - Therapieansatzes. Gerade in jüngster Vergangenheit hat sich eine hitzige, über namhafte Medien ausgefochtene Debatte zwischen Gegnern und Anhängern der Homöopathie entfesselt. Hier treffen Vertreter der reinen Lehre – also aus der Schulmedizin – auf Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung, die sich im Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) organisiert haben.

Im Kern geht es um die Frage, ob und in welchem Umfang die Wirkung homöopathischer Maßnahmen wissenschaftlich überhaupt belegbar ist. Während strikte Schulmediziner die Wirksamkeit der oft nur in geringen Potenzen nachweisbaren Wirkstoffe aus wissenschaftlicher Sicht bezweifeln oder rundweg abstreiten, belegen auf der anderen Seite zahlreiche Studien der jüngsten Zeit das Gegenteil. Sie zeigen eindeutig und wissenschaftlich fundiert die Wirksamkeit homöopathischer Therapien – auch jenseits des „Placebo-Effektes“, demzufolge allein der Glaube an die Wirksamkeit bestimmter Arzneien die Heilung begünstigt.

Homöopathie ist weiter im Aufwind

Fest steht bei der aktuellen Debatte vor allem eines: Die Homöopathie boomt. Trotz aller Unkenrufe ihrer Gegner genießt die einst vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) entwickelte Heilmethode weltweit eine hohe Akzeptanz – Tendenz weiter steigend. Sie wird derzeit in über 80 Ländern praktiziert. Laut einer im Jahr 2014 veröffentlichten Studie des Allensbach-Instituts hat mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung bereits homöopathische Arzneimittel verwendet und rechnet in Zukunft mit einer steigenden Bedeutung dieser so genannten Homöopathika.

In Deutschland finanzieren nach derzeitigem Stand bereits zwei Drittel aller gesetzlichen Krankenkassen homöopathische Behandlungen, in der Schweiz gilt die Heilmethode seit Kurzem als gleichwertige Alternative  zur Schulmedizin. Anders gesagt: Einflussreiche Anhänger und Befürworter dieser Methode lassen sich von negativer Berichterstattung nicht beeindrucken.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen überzeugt die homöopathische Therapie durch ihre simple Logik. Sie basiert auf dem so genannten „Ähnlichkeitsprinzip“, lateinisch: Similia similibus curentur“, was  übersetzt bedeutet: „Behandle Ähnliches mit Ähnlichem.“ Das wiederum steht der  Logik der Schulmedizin diametral entgegen. Denn statt eine Krankheit gezielt zu behandeln, erhält der Patient ein Medikament, das an einem gesunden Menschen gleiche oder ähnliche Symptome hervorruft, an denen der Erkrankte gerade leidet.

Homöopathie setzt auf Reiz-Reaktions-Prinzip

Das heißt konkret: Ein Fieberkranker erhält kein fiebersenkendes Medikament – wie es ein Schulmediziner verschreiben würde -, sondern ein genau dosiertes homöopathisches Mittel pflanzlichen Ursprungs, das bei jedem Gesunden Fieber hervorrufen würde. Beim Kranken allerdings wirkt es im Sinne des Reiz-Reaktions-Prinzips:  Das Medikament kann die vorliegenden Symptome kurzzeitig verstärken und „heizt“ so die natürlichen Selbstheilungskräfte des Menschen an.

Der Organismus wird auf diese Weise in die Lage versetzt, sich selbst zu heilen. Er treibt also, wie es der Volksmund sagt „den Teufel mit dem Beelzebub aus.“ „Voraussetzung ist allerdings, dass der Organismus dazu noch in der Lage ist. Das müssen verantwortungsvolle Homöopathen im Vorfeld medizinisch abklären“, sagt Dr. Cornelia Bajic, erste Vorsitzende des DZVhÄ gegenüber t-online.de.

Den homöopatischen Arzneien kommt bei der Therapie daher die Schlüsselrolle zu. Bei ihrer Herstellung werden deren Grundsubstanzen „potenziert“, sprich: verdünnt und verschüttelt – meistens im Verhältnis 1:10 oder 1:100. Sie werden alternativ mit Wasser oder Alkohol (Ethanol) geschüttelt oder mit Milchzucker verrieben.

Kritiker sprechen Hochpotenzen Wirkung ab

Gerade diese hohe Potenzierung ist für Kritiker ein Beweis, es mit einer Scheinmedizin zu tun zu haben.  Sie sprechen den Arzneien jegliche Wirkung ab – schließlich sei in Hochpotenzen nichts enthalten, was aus pharmakologischer Sicht eine heilende Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus erzeugen würde.

So kommt eine Studie im Auftrag der australischen Gesundheitsbehörde NHMRC aus dem Jahr 2015 zu dem Ergebnis, dass es keinen sicheren Beweis gebe, dass Homöopathie effektiv wirke. Weiter heißt es in der Schlussfolgerung der Studie, dass Homöopathie bei chronischen oder schwerwiegenden Erkrankungen oder solchen, die schwerwiegend werden könnten, nicht angewendet werden sollte. Sie sprechen sogar die Warnung aus: Wer Homöopathie nutze, gefährde seine Gesundheit, falls schulmedizinische Behandlungen abgelehnt würden. Ihre Empfehlung lautet: Wer sich dazu entscheidet, auf Homöopathie zu setzen, sollte sich vorab unbedingt den Rat eines ausgebildeten Heilpraktikers einholen.

Dem stehen wiederum Untersuchungen entgegen, die das Gegenteil belegen. Sowohl kontrollierte randomisierte Studien (RCTs) als auch Studien aus der Versorgungsforschung zeigen, dass die Homöopathie über einen reinen Placebo-Effekt hinaus wirkt: „Es liegen heute mehr als 200 randomisierte klinische Studien zur Homöopathie vor, von denen mehr als die Hälfte ein statistisch signifikantes und positives Ergebnis zugunsten der Homöopathie aufweist“, urteilt Dr. Michael Teut von der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde in Berlin.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin und Homöopathie ist auch einer der Autoren des neuen Forschungsreaders „Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie“, der von WissHom im Mai 2016 herausgegeben wurde. Die Analyse erstreckt sich von der Versorgungsforschung über randomisierte kontrollierte klinische Studien und Meta-Analysen bis hin zur Grundlagenforschung. „Darin führen wir den Beweis, dass die von Kritikern oft angeführte These, es gebe keine Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie über Placebo belegten, eine falsche Tatsachenbehauptung ist“, erklärt Dr. Cornelia Bajic.

Chronisch Kranke profitieren besonders von Homöopathie

Auch die zahlreichen positiven Erfahrungen von Patienten sprechen für sich. Gerade chronisch Kranke scheinen von der Homöopathie zu profitieren, wie aus einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. In ihrem Gesundheitsmonitor wurden die Antworten von 1000 Erkrankten ausgewertet, die sich in homöopathischer Arztbehandlung befanden. Bei über 85 Prozent der Befragten hatten sich die körperlichen Beschwerden signifikant verbessert, bei jedem vierten auch die seelische Verfassung und das Allgemeinbefinden.

Für Dr. Michael Teut ist das Ergebnis keine Überraschung. „Vor allem die uns vorliegenden Studien aus der Versorgungsforschung zeigen in der Summe ein relativ einheitliches Bild: Bei Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen, treten im klinischen Alltag relevante Verbesserungen auf, ähnlich stark ausgeprägt wie in der konventionellen Therapie, allerdings mit weit weniger Nebenwirkungen.“

Entscheidend für den Erfolg einer homöopathischen Behandlung ist die Qualifikation und Erfahrung des Therapeuten. Sowohl Ärzte – also Schulmediziner - als auch Heilpraktiker bieten homöopathische Behandlungen an. Schulmediziner mit homöopathischer Zusatzqualifikation haben den klaren Vorteil einer umfassenden Ausbildung. Der Erwerb eines Homöopathie-Diploms ist erst möglich, nachdem die fundierte schulmedizinische Ausbildung abgeschlossen ist  – davon sechs Jahre Studium plus eine sechsjährige Facharztausbildung.

„Homöopathische Ärzte wenden die Homöopathie alternativ, ergänzend oder auch gar nicht an, je nach individueller Krankheitssituation des Patienten. Wir kennen die Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie sehr genau und setzen beispielsweise Antibiotika nur dann ein, wenn sie nötig sind. Die konventionelle medizinische Diagnostik ist Teil jeder Behandlung“, erklärt Dr. Cornelia Bajic. Ein weiterer Vorteil: Die Krankenkassen zahlen ausschließlich  Behandlungen, die von homöopathischen Ärzten durchgeführt werden.

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