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Verhütungsmethode und Familienplanung in einem?

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Natürliche Verhütung  

Verhütungsmethode und Familienplanung in einem?

| uc (CF)

Mehrere Formen der natürlichen Verhütung können zugleich auch bei der Familienplanung helfen – denn es werden die fruchtbaren Tage der Frau ermittelt. Da die Methoden eine eher unsichere Form der Verhütung darstellen, sollten sich Frauen zunächst jedoch immer ausführlich von ihrem Gynäkologen beraten lassen.

Die Kalendermethode: Den Zyklus berechnen

Für diese Form der natürlichen Verhütung gehen Anwenderinnen davon aus, dass bei einem Zyklus, der genau 28 Tage lang ist, der Eisprung stets am 15. Tag vor der nächsten Regel stattfindet. Entsprechend lassen sich die fruchtbaren Tage ganz einfach aus dem Kalender ablesen: Die Frau muss hierfür lediglich die erforderlichen Eckdaten notieren und weiß theoretisch, an welchen Tagen sie schwanger werden kann.

Verhütungsmethode und Familienplanung in einem?. Die Kalendermethode ist eine natürliche Form der Verhütung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Kalendermethode ist eine natürliche Form der Verhütung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die sogenannte Knaus-Ogino-Methode erweitert den Zeitraum der fruchtbaren Tage um drei Tage vor dem Eisprung, da laut dem Gesundheitsportal "Onmeda" davon ausgegangen werden kann, dass auch Geschlechtsverkehr kurz vor dem Eisprung zu einer Schwangerschaft führen kann – denn Spermien können im weiblichen Körper rund drei bis vier Tage überleben. Entsprechend ergeben sich pro Zyklus 5 fruchtbare Tage.

Verhütung mit unregelmäßigem Zyklus

Doch nicht immer ist der Zyklus genau 28 Tage lang. Um diese Unregelmäßigkeit in die natürliche Verhütung einzubeziehen, werden für die Berechnung jeweils der längste und der kürzeste Zyklus der vergangen sechs bis zwölf Monate in Betracht gezogen. Der erste fruchtbare Tag des Zyklus ergibt sich aus der Anzahl der Tage, die der kürzeste Zyklus beträgt. Subtrahieren Sie die 18 von dieser Zahl, erhalten Sie den ersten fruchtbaren Tag. Der letzte fruchtbare Tag errechnet sich dagegen daraus, wie viele Tage der längste Zyklus beträgt. Von dieser Zahl wiederum wird elf subtrahiert. Die Kalendermethode weist einen Pearl-Index von 9 bis 30 auf und ist deshalb als Verhütungsmethode weniger zu empfehlen als zur gezielten Familienplanung. Der Wert sagt aus, dass bis zu 30 Prozent aller Frauen, welche die Methode anwenden, pro Jahr dennoch schwanger werden.

Temperaturmethode: Fruchtbare Tage messen

Die Temperaturmethode beruht auf der Annahme, dass die Temperatur, die der Körper kurz nach dem Aufwachen hat, auch Basaltemperatur genannt, sich im Laufe des Zyklus auf typische Weise verändert. Entsprechend können sich durch tägliches, gewissenhaftes Temperaturmessen die fruchtbaren Tage erkennen lassen. Allerdings benötigen Sie für die Temperaturmethode ein sehr genaues Thermometer, das Werte auf zwei Kommastellen hinter dem Komma anzeigt. Denn laut dem Gesundheitsportal "NetDoktor" ist im Verlauf des Zyklus eine sehr geringe Temperaturdifferenz von etwa 0,2 bis 0,5 Grad zu beobachten. Diese leicht erhöhten Werte zeigen sich etwa einen Tag nach dem Eisprung und halten etwa bis zum Beginn der nächsten Regelblutung an. Entsprechend stellt der Zeitraum zwischen dem dritten Tag der leicht erhöhten Werte bis zum Beginn der nächsten Menstruation die potenziell fruchtbaren Tage an.

Die Temperaturmethode erreicht als Form der Verhütung einen Pearl-Index von 0,5 bis 3. Allerdings gibt es mehrere Faktoren, welche die Sicherheit infrage stellen können: Krankheiten oder Schlafmangel können beispielsweise die Temperatur beeinflussen. Auch muss der Zyklus der Frau sehr regelmäßig sein, damit sich die fruchtbaren Tage einigermaßen zuverlässig ablesen lassen.

Verhütungscomputer für die Temperatur- oder Hormonmethode

Sogenannte Verhütungscomputer sind technische Hilfsmittel, welche die natürliche Verhütung unterstützen können. Im Handel sind verschiedene Varianten erhältlich, beispielsweise ein Computer, der die Temperaturmessung vornimmt. Die morgendliche Temperatur lässt sich damit messen und aufzeichnen. Nach einigen Monaten konsequenter Dokumentation zeigt das Gerät die jeweils fruchtbaren und unfruchtbaren Tage dann selbsttätig an.

In einen Hormoncomputer dagegen geben Sie zunächst das Datum des Beginns Ihrer Menstruation ein. Anschließend können Sie für die Verhütung täglich ablesen, in welcher Phase des Zyklus Sie sich aktuell befinden. Unregelmäßig müssen Sie außerdem einen Teststreifen in Ihr Morgenurin halten, welches von dem Gerät anschließend ausgewertet wird: Anhand der Konzentration von Östrogen sowie dem luteinisierenden Hormon (LH) soll der Verhütungscomputer Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage anzeigen können.

Verhütungscomputer weisen im Allgemeinen einen recht hohen Pearl-Index-Wert von etwa 3,8 bis 10 auf. Wer also auf keinen Fall schwanger werden möchte, sollte deshalb auf eine andere Methode setzen. Die Computer dienen jedoch vielen Paaren zur gezielten Familienplanung.

Symptothermale Methode: Vergleichsweise sichere Verhütung

Die symptothermale Methode gilt laut dem Beratungsportal "Familienplanung.de" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als vergleichsweise sichere Methode der natürlichen Verhütung. Allerdings erfordert sie viel Übung, Erfahrung und Konsequenz in der Durchführung – dann kann der Pearl-Index einen niedrigen Wert um 0,8 erreichen.

Diese Form der Verhütung ist deshalb sicherer, weil sie zwei oder mehr Körperzeichen deutet, um die fruchtbaren Tage im Zyklus zu bestimmen. Zunächst wendet die Frau die bereits beschriebene Temperaturmethode an. Zusätzlich untersucht sie in den Tagen um den Eisprung den sogenannten Zervixschleim der Gebärmutter. In den Tagen vor dem Eisprung ist dieser zunächst milchig und trübe und wird anschließend immer klarer. Die Konsistenz ist zudem erst zäh und klebrig, anschließend fast flüssig und fadenziehend. Während des Eisprungs wechselt der Schleim zurück zu einer zähen Konsistenz und einem trüben Farbton.

Untersuchung des Muttermundes kann Sicherheit erhöhen

Zusätzlich kann eine Untersuchung des Muttermundes die symptothermale Methode noch sicherer machen: Dieser fühlt sich an den unfruchtbaren Tagen fest und geschlossen an, an den fruchtbaren Tagen ist er dagegen leicht geöffnet und weich. Um die Veränderungen einschätzen zu lernen, sollten Frauen täglich mit dem Finger den Muttermund abtasten.

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