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Erich Loest will nicht mehr schreiben

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Erich Loest will nicht mehr schreiben

29.09.2010, 22:45 Uhr | DDP

Berlin (dapd). Der Schriftsteller Erich Loest hat sich aus dem Literaturbetrieb verabschiedet. "Der heutige Tag bildet den festlichen Abschluss meines literarischen und politischen Treibens", sagte der 84-Jährige am Mittwochabend in Berlin bei der Verleihung des Kulturgroschens 2010. Im Alter lasse das Gedächtnis immer mehr nach, erklärte er zur Begründung. Loest erhielt die undotierte Auszeichnung, die höchste des Deutschen Kulturrates, für sein herausragendes künstlerisches und kulturpolitisches Engagement. Die Laudatio hielt Joachim Gauck.

"Erwarten Sie von mir keine Romane und keine längeren Erzählungen mehr", sagte Loest. "Ich tue es auch nicht." Sein letztes Buch, ein Tagebuch, werde voraussichtlich im Januar erscheinen, er habe es gerade fertiggestellt. Jetzt wolle er sich in den Ruhestand zurückziehen.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Gauck würdigte Loest für seine Standfestigkeit und sein immerwährendes Bestreben, die Welt verbessern zu wollen. "Ich sehe immerzu einen Menschen, der glauben will und die Welt besser machen will." Er habe viel von dem Schriftsteller gelernt und sich von ihm Kraft geholt, sagte Gauck. Ein Psychologe würde sagen, Loest sei geerdet. "Und wenn man geerdet ist, kann man auch Schritte machen."

Der 1926 im sächsischen Mittweida geborene Loest war nach dem Zweiten Weltkrieg und kurzer Kriegsgefangenschaft zunächst Mitglied der SED. Nach Niederschlagung des Aufstandes vom 17. Juni 1953 distanzierte er sich von der Partei. In den 1950er und 1960er Jahren musste er wegen "konterrevolutionärer Gruppenbildung" eine siebenjährige Haftstrafe im Zuchthaus Bautzen verbüßen. 1981 siedelte er in die Bundesrepublik über. Dort engagierte er sich im Verband deutscher Schriftsteller, dessen Vorsitzender er mehrere Jahre war.

In seinen Schriften behandelt Erich Loest immer wieder das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland. 1995 veröffentlichte er den dokumentarischen Roman "Nikolaikirche", in dem er die Ereignisse um die Leipziger Montagsdemonstrationen im Jahre 1989 schildert. Der Roman wurde mit großem Erfolg verfilmt. 1997 erschien seine autobiografische Schrift "Als wir in den Westen kamen. Gedanken eines literarischen Grenzgängers".

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, verleiht den Kulturgroschen seit 1992 und ist die höchste Auszeichnung, die der Verband für kulturpolitisches und kulturelles Engagements vergibt.

dapd

29.09.2010, 22:45 Uhr | DDP

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