08.03.2012, 13:14 Uhr | dapd
"Zur Cebit! Nächster Bus? Bahn?", fragt ein junger Mann einen Service-Mitarbeiter am Hauptbahnhof in Hannover. Er hat es eilig, wie viele andere Besucher der Computermesse. Der andere Mann bleibt gelassen, versucht Ruhe zu vermitteln. "In acht Minuten von Gleis 3, mit dem IC", antwortet er. "Wenn Sie ein Messeticket haben, können Sie jeden Zug zum Messebahnhof Laatzen nehmen", ruft er dem Messebesucher dann noch hinterher. Aber der läuft schon zum Gleis. Es herrscht Ausnahmezustand am Donnerstag in Hannover. Bahnen und Busse fahren nicht wegen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Die Besucher der Computermesse trifft das besonders.
Die Deutsche Messe AG hat deshalb 20 Service-Mitarbeiter auf dem Hauptbahnhof postiert. Bis 11.00 Uhr vormittags sollten sie den Cebit-Besuchern und Ausstellern den Weg zur Messe weisen. Während die Straßen- und U-Bahnen den ganzen Tag stillstehen, hat die Deutsche Bahn deutlich mehr S-Bahnen eingesetzt. Hinter dem Hauptbahnhof fährt zudem ein Bus-Pendelverkehr im Minutentakt. Auch mit einer Mitfahreraktion soll den Messebesuchern geholfen werden.
Die Vorbereitungen haben offenbar geholfen. Der große Ansturm sei ausgeblieben, sagt der Service-Mann vor dem Bahnhof. Lediglich wenn die Züge aus Berlin und Köln kommen, gebe es mehr Anfragen. Ausländischen Gästen helfe er vor allem auf Englisch. Ein Chinese will mit seinem Smartphone hingegen nur kurz den Fahrplan fotografieren. Dann lächelt er und geht schnurstracks zu Gleis 4.
Ein Aussteller aus Nürnberg ist sehr verärgert. Am Busbahnhof warten er und seine Kollegen eines Software-Unternehmens auf einen eigens organisierten Bus, mit dem alle Mitarbeiter schnell aufs Messegelände kommen sollen. Der Streik sei ein "totaler Imageschaden für die Stadt", sagt der Nürnberger. Natürlich wolle die "Gewerkschaft den Kessel unter Druck" setzen. "Aber doch nicht auf dem Rücken der ausländischen Gäste."
Die zumindest scheinen den Streik gelassener zu nehmen als ihre deutschen Kollegen. "Ein Tag ist okay", sagt eine chinesische Besucherin. Ihre Gruppe ist immer noch bester Laune, obwohl sie schon einen Fußmarsch von 35 Minuten zum Busshuttle hinter sich hat. Für Xuefeng Tan aus Shanghai, der als Übersetzer auf der Cebit tätig ist, ist es an diesem Tag sogar einfacher, zur Messe zu gelangen. "Durch den Shuttle muss ich nicht mal umsteigen", sagt der Student, der seit sieben Jahren in Hannover lebt.
Auch Raouf Medjdoub aus Algerien findet die Anfahrt zum Messegelände trotz Streik "sehr gut organisiert." Solange S-Bahnen und Messebusse noch fahren, sehe er kein Problem. Am Busbahnhof trinkt er noch entspannt seinen Kaffee und fragt sich, wie er auf dem riesigen Messegelände den richtigen Eingang und seinen Stand findet. Nach dem Kaffee versucht der Algerier, noch einen Platz im nächsten Messebus zu ergattern. Die sind mittlerweile richtig voll geworden und fahren alle zwei bis drei Minuten zur Cebit. Am frühen Morgen waren die Busse noch fast leer.
Quelle: dapd
zur HomepageFashion-Trends, Powerfarben und exklusive Jubiläumsangebote - jetzt entdecken! von MADELEINE
Zuverlässige Bauknecht-Waschma-
schine für nur 399,- € : 6 kg Lade-
volumen & EEK: A+++. bei OTTO
Ob Tasche, Gürtel, Schmuck oder Hut: Entdecken Sie jetzt vielfältige Accessoires bei KLiNGEL.de.