02.04.2012, 16:09 Uhr | dapd
Die Mieten sind in Berlin für gut ausgestattete mittelgroße Wohnungen in fünf Jahren um mehr als ein Drittel gestiegen. Die Preisspirale wird sich der aktuellen Marktanalyse von Aengevelt Immobilien auch in diesem Jahr weiter nach oben drehen. Investoren aus dem In- und Ausland schrecken angesichts großer Mietpreissteigerungs-Potenziale in Berlin selbst derzeit niedrigste Renditen nicht ab.
Die Nachfrage nach Wohneigentum sowohl von Kapitalanlegern als auch Eigennutzern bleibe dieses Jahr hoch, sagte der Geschäftsführer von Aengevelt Immobilien, Wulff Aengevelt, am Montag in der Hauptstadt.
Die Zahl der Privathaushalte in Berlin werde weiter zunehmen. Es gebe aber nur ein unzureichendes Angebot an bedarfsgerechten Wohnungen, fügte Aengevelt hinzu. Außerdem würden zu wenige neue Wohnungen gebaut. Dem Premiumsegment drohe allerdings ein Überangebot. Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln erfreuten sich als Wohnstandorte wachsender Nachfrage, ohne dass beliebte Bezirke wie Charlottenburg-Wilmersdorf, Schöneberg oder Mitte an Attraktivität verlieren würden, ergänzte der Experte.
Die durchschnittliche Nettokaltmiete in Berlin ist für 60 bis 80 Quadratmeter große Wohnungen mit höherwertiger Ausstattung in Häusern ab dem Baujahr 2000 zwischen dem vierten Quartal 2006 und 2011 von 6,71 Euro auf 9,05 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das ist eine Mietpreiserhöhung von 2,34 Euro, was 35 Prozent entspricht. Zum Vergleich: In München, dem teuersten Mietmarkt in Deutschland, haben sich die Mieten in diesem Segment und Zeitraum um 1,73 Euro (15 Prozent) auf 12,99 Euro verteuert.
"Die Dynamik des Berliner Immobilienmarkts ist ungleich anders als in anderen Städten", betonte Aengevelt. Im Investmentbereich ist der Umsatz 2011 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 43 Prozent auf rund 9,23 Milliarden Euro gestiegen. Dabei entfielen auf das in Berlin traditionell größte Segment der Wohninvestments rund 6,54 Milliarden Euro, was einem Zuwachs um 79 Prozent entspricht. "Darin spiegelt sich das große Interesse nationaler und internationaler Investoren an der Bundeshauptstadt", unterstrich Aengevelt.
Der Markt ist aus Investorensicht so erfolgversprechend, dass selbst niedrigste Renditen nicht abschrecken. Die marktüblichen Renditen im Wohnsegment liegen der Aengevelt-Analyse zufolge derzeit im Jahr bei 4,7 Prozent in guten und 8,5 Prozent in "einfachen Lagen". Damit sei aktuell am Wohnmarkt ein Tiefpunkt erreicht, sagt Aengevelt. "Zahlreiche Investoren sehen im Berliner Mietwohnungssektor aber noch erhebliche Mieterhöhungsspielräume". Daher seien sie bereit, sehr niedrige Anfangsrenditen in Kauf zu nehmen.
Quelle: dapd
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