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Rainer Werner Fassbinder: Der "Pulsmacher des Neuen Deutschen Films"

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Der "Pulsmacher des Neuen Deutschen Films"

02.06.2012, 13:22 Uhr | dapd

Rainer Werner Fassbinder: Der "Pulsmacher des Neuen Deutschen Films".

Auch drei Jahrzehnte nach seinem Tod ist der Künstler Rainer Werner Fassbinder unvergessen. Als Regisseur, Schauspieler, Film- und Theaterautor sowie Produzent erweckte der in Bad Wörishofen geborene Filmrevolutionär Zeit seines Lebens Aufmerksamkeit, die auch nach seinem Tod nicht abriss.

Als "Umwälzer" und als "Pulsmacher des Neuen Deutschen Films" beschreibt die Schauspielerin Hanna Schygulla Fassbinder. Als eines seiner "Ziehkinder", zu denen unter anderen auch Margit Carstensen, Irm Hermann und der jüngst verstorbene Günther Kaufmann zählten, verdankt sie Fassbinder ihre Karriere. Filme wie "Angst essen Seele auf" sprechen ihrer Meinung nach auch heute noch junge und alte Menschen gleichermaßen an. Die von Fassbinder thematisierten Existenzängste seien heute die gleichen wie damals, sagt Schygulla im dapd-Gespräch.

Warum man sich Fassbinders Filme auch heute noch ansehen sollte? "Weil es Filme sind, die sich nicht im Mittelmaß bewegen. Die einerseits etwas Geniales, aber auch etwas Störendes haben", sagt Schygulla. Heute wie damals seien Fassbinders Filme in der Lage, Zuschauer aus "dem Halbschlaf der Gewohnheit" zu erwecken.

Deutsches Theatermuseum widmet Fassbinder eine Ausstellung

Als zeitlos beschreibt auch die Museumsleiterin des Deutschen Theatermuseums in München, Claudia Blank, die Werke Fassbinders. "Die menschlichen Beziehungen haben Fassbinder interessiert. Wie sie funktionieren, Abhängigkeiten, Machtstreben, Aggression, Liebe, enttäuschte Liebe und Sehnsucht." Gerade weil es sich um die klassischen Themen handle, seien Fassbinders Werke auch heute noch aktuell, sagt Blank im dapd-Gespräch.

Zum 30. Todestag des Künstlers am 10. Juni widmet das Deutsche Theatermuseum Fassbinder eine Ausstellung, in der die wichtigsten Stationen seines Wirkens am Theater gezeigt werden. Blank, die auch Kuratorin der Ausstellung ist, hat zu diesem Zweck rund 200 Fotos, darunter auch unveröffentlichtes Fotomaterial, Originalplakate, Inszenierungs- und Probenmitschnitte sowie Fernsehaufzeichnungen in einer Schau zusammengetragen.

Gerade weil Fassbinder international sehr viel Ruhm für seine Filme erhielt - im Ausland gilt er als der vielleicht größte deutsche Filmemacher - komme seine Bedeutung für das Theater oftmals zu kurz, sagt Blank. "Es wird dabei oft übersehen, dass seine Stücke zu den am meisten gespielten deutschen Stücken im Ausland zählen", sagt Blank.

Sein Charakter war umstritten

"Sein Charakter wird unterschiedlich geschildert", sagt Blank. So habe die Schauspielerin Margit Carstensen den Regisseur bei der Ausstellungseröffnung im Deutschen Theatermuseum als "zärtlich" und "sensibel" im Umgang mit ihr sowie als "Poeten" beschrieben. Andere hätten sich jedoch anders geäußert.

Dafür dürfte die Bewunderung für die Produktivität des als arbeitswütig geltenden Künstlers uneingeschränkt sein. Fassbinder drehte von 1969 bis zu seinem frühen Tod 1982 mit nur 37 Jahren 44 Filme. "Das würde ein anderer in 150 Jahren nicht schaffen", sagt Blank. Viel Anerkennung erhielt Fassbinder unter anderem für die Filme "Katzelmacher" (1969), "Angst essen Seele auf" (1973), "Die Ehe der Maria Braun" (1978) und "Lili Marleen" (1981). Für seine Werke erhielt er zahlreiche Preise.

Für seinen frühen Tod am 10. Juni 1982 soll ein Mix aus Kokain, Alkohol und Schlafmitteln der Grund gewesen sein. Fassbinder wurde tot in seiner Münchner Wohnung gefunden. Seine Grab befindet sich auf einem kleinen Künstlerfriedhof in München-Bogenhausen.

Fassbinders Mutter gründete Stiftung zur Nachlassverwaltung

Nach seinem Tod gründete Fassbinders Mutter, Liselotte Eder, 1986 die Rainer Werner Fassbinder Foundation, die Inhaberin aller Rechte von Fassbinders Nachlass ist. 1992 übertrug sie die Foundation an Juliane Lorenz, die als Cutterin für Fassbinder arbeitete und seine letzte Lebensgefährtin war.

Aber nicht nur die Stiftung lässt Fassbinder weiterleben. Der deutsche Regisseur Marco Kreuzpaintner (bekannt durch "Krabat", "Trade - Willkommen in Amerika") plant einen Film über Fassbinder, wie Kreuzpaintner dem US-Branchenblatt "The Hollywood Reporter" bei den Filmfestspielen in Cannes sagte. Die Dreharbeiten sollen im April nächsten Jahres beginnen.

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