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Polizei klagt über Belastung durch Einsätze bei Fußballspielen

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Polizei klagt über Belastung durch Einsätze bei Fußballspielen

22.08.2012, 10:33 Uhr | dapd

Polizei klagt über Belastung durch Einsätze bei Fußballspielen.

 

Die Brandenburger Polizei stößt bei der Überwachung der Fußballspiele im Land an ihre Belastungsgrenze. Vor allem bei Spielen mit besonderer Brisanz sei die Lage angespannt, sagte der Sprecher des Innenministeriums auf dapd-Anfrage. Dazu zähle etwa eine Partie des Zweitligisten Energie Cottbus gegen Union Berlin.

Auch Begegnungen zwischen Cottbus und Hertha BSC Berlin oder FC Erzgebirge Aue forderten viel Personal, sagte der Sprecher weiter. Für das Spiel am kommenden Wochenende zwischen Cottbus und dem FC St. Pauli aus Hamburg seien vier Einsatzhundertschaften und 70 zusätzliche Beamte eingeplant. Beim Drittligisten SV Babelsberg 03 gehörten Partien gegen Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden zu den aus Polizeisicht "brisanten" Begegnungen.

Insgesamt ist die Zahl der bei Zweit- und Drittligaspielen eingesetzten Beamten dem Sprecher zufolge gestiegen. 5.950 Beamte wurden 2010/2011 bei den Begegnungen der beiden Bundesligisten eingesetzt. In der Spielzeit 2009/2010 waren es 5.497 Polizisten, also 453 weniger.

Während in Cottbus 2010/2011 insgesamt weniger Polizisten als in der Saison davor eingesetzt wurden, verdoppelte sich bei den Spielen der Babelsberger die Anzahl der Beamten nahezu. Statt wie in der Saison 2009/2010 knapp 1.550 wurden 2010/2011 dort etwa 2.930 Beamte eingesetzt.

Für den Fan-Beauftragten des Babelsberger Vereins, Jens Lüscher, ist dies jedoch nicht auf eine Zunahme der Gewalttaten zurückzuführen. "Ich kann nicht erkennen, dass sich die Sicherheitslage in der vergangenen Saison gravierend verändert hat", sagte er.

Zu den Kosten der Polizeieinsätze gebe es keine konkreten Zahlen, sagte der Präsidiumssprecher. Die Polizei sei bei den Spielen im Rahmen ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben präsent und nicht auf Anforderung der Vereine. Die finanziellen Mittel seien daher ohnehin vorhanden und müssten lediglich ein- beziehungsweise umgeplant werden.

Mit derartigem Aufwand stoße die Polizei an ihre Belastungsgrenze, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Geert Piorkowski. 25 Prozent aller Bereitschaftspolizisten würden an den Wochenenden für die Spiele abgestellt: "Mehr geht nicht." An dieser Situation müsse dringend etwas geändert werden.

Dieser Meinung schließt sich auch die Brandenburger Gewerkschaft der Polizei (GdP) an. Angesichts weiterer Einsätze, wie etwa an der deutsch-polnischen Grenze, habe die Belastung für die Beamten stark zugenommen. Zudem würden die Polizisten wegen der zunehmenden Gewaltbereitschaft auch immer öfter bei Spielen der vierten Liga eingesetzt.

Ministeriumssprecher Piorkowski ist jedoch der Ansicht, dass die Vereine ihre Verantwortung erkannt haben. Die Verbände hätten einen Themenkatalog erarbeitet, der sich mit den drängenden Problemen befasst. Auch die finanzielle Unterstützung von Fanprojekten durch die Vereine sei verstärkt worden. "Weitere Schritte müssen folgen."

Auch der Fan-Beauftragte Lüscher forderte eine engere Kooperation und Kommunikation mit den Fans. Er sehe zudem Handlungsbedarf beim Einsatz von gut geschulten Ordnern, sagte er. Diese hätten zum Teil wenig oder gar keine Erfahrung in diesem Bereich.

 
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