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Urologen bejahen geplante Gesetzesänderung zu Beschneidungen

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Urologen bejahen geplante Gesetzesänderung zu Beschneidungen

27.09.2012, 18:31 Uhr | dapd

Urologen bejahen geplante Gesetzesänderung zu Beschneidungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie befürwortet die geplanten gesetzlichen Änderungen des Bundesjustizministeriums zur rituellen Beschneidung. "Die Gesetzesänderungen werden die bestehende Rechtsunsicherheit beheben", sagte der Generalsekretär der Gesellschaft, Oliver Hakenberg, am Donnerstag in Leipzig.

"Wir haben nie ganz verstanden, warum ein einzelnes Landgericht dieses Riesenfass aufgemacht hat." Das Landgericht Köln hatte in einem Aufsehen erregenden Urteil die Auffassung vertreten, dass es sich bei Beschneidungen um eine rechtswidrige Körperverletzung handele und die Einwilligung der Eltern unbeachtlich sei.

Die Bundesregierung will Beschneidungen an Jungen erlauben, sofern sie mit Einwilligung der Eltern und nach den Regeln der ärztlichen Kunst vorgenommen werden.

Gute Operateure finden

Die Urologen, die nach eigenen Angaben zwei Prozent der niedergelassenen Ärzte in der Bundesrepublik stellen, forderten auf ihrem Kongress mit rund 7.200 Teilnehmern außerdem Änderungen in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten. "Es fehlt bisher an objektiven Kriterien, gute Ärzte und gute Operateure zu finden", kritisierte Präsident Stefan Müller, der Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Bonn ist.

"Um als Facharzt eigenverantwortlich operieren und agieren zu können, genügen bisher nach fünf Jahren Tätigkeit an einer zugelassenen Klinik die Unterschrift des ausbildenden Chefarztes und eine mündliche Prüfung vor einer Landesärztekammer." Versuche anderer Länder, operative Fähigkeiten objektiv zu erfassen, würden in der Bundesrepublik bisher ignoriert, ebenso die Einführung verbindlicher Standards und die Erfassung von Ergebnisqualität in der Ausbildung.

Erektionsstörungen durch Übergewicht

Müller erläuterte weiterhin, dass Übergewicht und dort vor allem Bauchfett Ursache für zahlreiche Krankheiten sind, die von Urologen behandelt werden. Bei einem Bauchumfang von mehr als 94 Zentimetern bestehe ein hohes und bei mehr als 102 Zentimetern ein sehr hohes Risiko, zum Beispiel an Prostatakrebs zu erkranken. Nach Angaben der Urologen leidet etwa jeder zehnte Mann in Deutschland im Laufe seines Lebens an dieser Krebsart, drei Prozent aller Männer sterben daran. Übergewicht könne bei Männern außerdem Erektionsstörungen auslösen. "Sie sind häufig das erste Warnzeichen für einen Herzinfarkt, der bevorstehen kann", ergänzte Müller. "Bewegung, gesunde Ernährung, kein Nikotin, wenig Alkohol und Normalgewicht können vorbeugen."

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