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Unternehmensgründung bleibt eine Domäne der Männer

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Unternehmensgründung bleibt eine Domäne der Männer

09.11.2012, 08:49 Uhr | dapd

Unternehmensgründung bleibt eine Domäne der Männer.

Am Rand von Köln auf einem modernen Loft- und Ateliergelände steht die eine Hälfte ihres Lebens. Dort arbeiten 15 Festangestellte für die Firma Netmoms, die die 34-jährige Tanja zu Waldeck vor gut fünf Jahren mit einem Freund gegründet hat. Eine Community für Mütter zu schaffen, wo sie sich austauschen, vernetzen und Kinderfotos hochladen können - das war die Idee. Zuvor hatten zu Waldeck mehrere Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey gearbeitet. Dann wollte sie sich selbstständig machen, und die Suche nach Ideen begann. Mit der Investorensuche ging es schnell, seit 2009 ist Netmoms profitabel.

Vom 12. bis zum 18. November findet deutschlandweit die fünfte Gründerwoche statt. Mit Workshops und Wettbewerben will das Bundeswirtschaftsministerium Impulse für eine neue Gründungskultur setzen.

Rund 203.000 Unternehmen sind im Jahr 2011 nach Daten des Mannheimer Unternehmenspanels vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Deutschland gegründet worden, davon etwa 44.000 in NRW. Doch seien bundesweit nur 22 Prozent der Gründer Frauen, sagt Sandra Gottschalk vom ZEW. Würden Gründerteams aus Männern und Frauen dazugezählt, seien es 26 Prozent.

Der KfW-Gründungsmonitor beruht auf anderen Daten und kommt deshalb zu einem höheren Anteil: Die Erhebung der staatlichen Förderbank sieht einen Frauenanteil von 41 Prozent. Das bedeute gegenüber den Vorjahren eine leichte Steigerung. "Der typische Gründer ist männlich, etwa 39 Jahre alt, hat mehrere Jahre Berufserfahrung und ist Akademiker", sagt ZEW-Expertin Gottschalk. "Frauen gründen häufig alleine, sie gründen kleiner und haben weniger Beschäftigte als Männer."

Netzwerke sind für jeden Unternehmer wichtig

In dem offenen Büro von Netmoms führt eine Treppe auf eine Empore, wo sich die Schreibtische der beiden Gründer gegenüberstehen. Auf der Seite von Tanja zu Waldeck stehen mehrere Bilderrahmen, die Gesichter ihrer vier Kinder lächeln ihr auch im Büro entgegen. Die Familie, das ist die andere Hälfte ihres Lebens. "Als die Kinder klein waren, habe ich sie mit ins Büro genommen", sagt zu Waldeck. Die eigene Chefin zu sein bedeutet auch, schon mal am frühen Nachmittag die Älteste aus dem Kindergarten abholen zu können.

Wichtig für Unternehmer sind Kontakte und Netzwerke. Die möchte das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW mit dem sogenannten Unternehmerinnenbrief aufbauen. Der Rundbrief zeichnet stabile Gründungen aus und vermittelt Patenschaften zwischen Unternehmerinnen. Mehr als 220 Frauen sind schon ausgezeichnet worden, von einer Orthopädieschuhmacherin über eine Gesundheitstrainerin und einer Bankkauffrau, die sich mit individualisiertem Hundefutter selbstständig gemacht hat.

Heike Helfenstein ist Gründungs-Profi. Zunächst arbeitete sie bei einem Start-up, ein paar Jahre später gründete sie selbst eins. Die erste Firma ist bereits verkauft. Mit ihrem Mann Markus und zwei weiteren Unternehmern gründete die 39-Jährige dann 2010 Heimathonig.de, einen Online-Marktplatz für Imkerhonig. Ein Jahr später starteten sie in Dortmund Heimathimmel.de mit verschiedenen regionalen Produkten.

Durchhaltevermögen und Eigenmotivation zählen

Gründer seien keine besonderen Charaktere, meint Helfenstein. Aber Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und Eigenmotivation seien wichtig. Und: "Du musst zu 130 Prozent von einer Idee überzeugt sein", sagt die Mutter von Zwillingen. Frauen seien dabei deutlich kritischer mit sich selbst. Ständiges Hinterfragen sei bei einer Gründung aber eher lästig.

Auch wenn Tanja zu Waldeck als Angestellte mehr verdienen könnte: Sie sieht ihre Zukunft in der Selbstständigkeit. "Ich entscheide lieber über 3.000 Euro als über 3 Millionen Euro, wenn ich weiß, dass es unser Geld ist und wir das verantworten." Sie fände es schön, wenn mehr Frauen Unternehmen gründen würden: "Frauen sind gute Unternehmer. Sie sind in der Führung von Mitarbeitern und der Kommunikation wirklich gut." Wichtig sei, über den eigenen Schatten zu springen und es zu versuchen. In ihrem Fall hat sich das auf jeden Fall gelohnt. In fünf Jahren vier Kinder geboren und ein erfolgreiches Unternehmen gegründet zu haben, kann nicht jede von sich behaupten.

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