05.12.2012, 19:11 Uhr | dapd
Es ist einiges los im engen Weihnachtspostamt St. Nikolaus im Saarland. Nicht nur der Nikolaus selbst ist da. Auch zwei Wachtmeister, der Feuerwehrchef und Prominenz aus der Politik stehen am Mittwoch inmitten der Kinder- und Elternschar, um die vorweihnachtliche Stimmung zu genießen. Etwas im Hintergrund - zwischen Tischen mit Holzspielzeug, Porzellantassen und Postkarten - stempeln die eigentlichen Hauptpersonen fleißig Brief für Brief.
Die Mitarbeiter der Post müssen in den kommenden zwei Tagen mehr als 17.000 Antwortbriefe des Nikolaus mit dem entsprechenden Nikolaus-Sonderstempel versehen und versenden. "Am Wochenende werde ich wohl einen blauen Fleck an der Hand haben", sagt Brigitta Fleschhut und zeigt lächelnd die Fläche ihrer rechten Hand. Tatsächlich hat sich dort, wo der Knauf des Stempels aufliegt, schon eine rote Druckstelle gebildet. "Kein Problem", sagt die 56-Jährige, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Bruno David aus dem Erlebnisbriefzentrum im rheinländischen Düren an die deutsch-französische Grenze angereist war.
Mehr als 17.000 Briefe
Seit Wochen schon sind Briefe und Wunschzettel aus aller Welt bei dem Postamt eingegangen. Pünktlich zum Nikolaustag wird jedes Antwortschreiben mit einem speziellen Nikolaus-Sonderstempel versehen. "In diesem Jahr sind erstmals mehr als 17.000 Briefe angekommen. Im vergangenen Jahr wurden knapp 16.900 Briefe und Wunschzettel beantwortet", berichtet Fleschhut. Die Post übernimmt nach eigenen Angaben die Kosten für die Zustellung, das Briefpapier und die Umschläge. Während die beiden Mitarbeiter der Post fleißig ihre Briefe stempeln, lässt sich der Nikolaus mit seinem prächtigen weißen Bart von den Kindern mehrere Weihnachtsgedichte aufsagen.
Derweil steht Wolfgang Pfortner ruhig in einer Ecke und beobachtet das Treiben. Der 56-Jährige ist einer derjenigen, die den Kindern aus aller Welt auf ihre Anfragen antworten - sozusagen der Sekretär des Nikolaus. "Spätestens Anfang November geht es bei mir los mit der Beantwortung der Briefe", berichtet Pfortner, der bis vor sechs Jahren als Schlosser im Saar-Bergbau gearbeitet hat. Auf die Frage, woher denn die ganzen Briefe kommen, zieht der Mann mit dem Schnauzbart einen Zettel aus der Hosentasche und zeigt ihn.
Persönliche Briefe berühren Sekretär
Allein aus 16 europäischen Ländern - von England, Frankreich und Spanien bis Litauen und Russland beispielsweise stammt die Post. Und auch Kinder aus Japan, China, Neuseeland und den USA haben Nachrichten für den Nikolaus gesendet. Das seien zwar oftmals Wunschzettel, aber nicht selten eben auch ganz persönliche Schreiben, für die er auch einen ganz individuellen Antwortbrief verfasse.
"Und manchmal, da gehen einem die Briefe wirklich zu Herzen", berichtet der Saarländer. Beispielsweise wenn sich ein Kind Frieden auf der Welt wünsche oder ein anderes, dass die todkranke Mutter wieder gesund werde. "Diesen Kindern zu antworten ist, oftmals nicht einfach, aber ich mache das gerne, denn es ist die Mühe wert", sagt der Sekretär des Nikolaus.
Quelle: dapd
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