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Weihnachten auf See: Seemannsmission Rostock beschert schon jetzt

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Eine Tüte voll Weihnachten für die hohe See

14.12.2012, 13:40 Uhr | dapd

Eine Tüte voll Weihnachten für die hohe See.

 

Es sind schon zwei seltsame Weihnachtsengel, die vorsichtig die 68 Stufen der Gangway des Containerfrachters "Achilles II" emporklettern. Dick eingepackt sind sie - mit Schal und Wollmütze und einer leuchtend gelben Windjacke. Über ihrer Schulter schwankt jeweils ein blauer Müllsack im eisigen Hafenwind. Und zu früh sind sie auch noch dran. Immerhin ist es noch über eine Woche hin bis Heiligabend.

Doch für Susanne Jordan und Carolin Ußler von der Seemannsmission Rostock beginnt das Beschenken bereits Mitte Dezember. Bis zum Weihnachtsabend werden sie rund 400 Geschenktüten verteilen - an Chinesen, Russen, Deutsche. Oder wie heute an die zum Großteil aus der Ukraine stammende Besatzung der "Achilles II".

Alle Jahre wieder möchten die Mitglieder der Seemannsmission auf diesem Weg Seeleuten, die Weihnachten auf See oder fernab der Heimat verbringen, eine Freude machen. "Dabei spielt weder die Nationalität oder die Religion eine Rolle. Wir möchten den Leuten einfach nur zeigen, dass in dieser Zeit auch an sie gedacht wird", sagt Susanne Jordan. Seit September laufen in der Mission die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit. Die Bitten um Spenden werden geschickt, die Bestellungen abgegeben. Viele Unternehmen, Einzelpersonen oder Missionsmitglieder bieten von sich aus an, etwas beizusteuern. Oft sind es Kleinigkeiten wie Feuerzeuge, Kugelschreiber, ein paar Socken oder Badetücher.

Weihnachten auf See mit "Jolka" und "Väterchen Frost"

Heute sind es 21 mit kleinen Gaben gefüllte Tüten, die an Bord der unter Panama-Flagge fahrenden "Achilles II" übergeben werden. Auf dem mit Eis und Schnee bedeckten Deck werden die beiden Missionsmitarbeiterinnen vom Zweiten Offizier empfangen. Lächelnd nimmt er die Geschenke für die Mannschaft entgegen. "Aber gut verstecken! Es soll ja eine Überraschung sein!", mahnt Susanne Jordan scherzhaft. Der Seemann verspricht es nickend. Es werden schließlich wohl die einzigen Geschenke sein, die die Mannschaft auspacken kann.

Allerdings erst im nächsten Jahr, etwa zwei Wochen nachdem in Deutschland die Bescherung stattgefunden hat. Dann bringt "Ded Moroz", also "Väterchen Frost", die Geschenke. Groß gefeiert wird auf dem mit Getreide beladenen Containerfrachter aber nicht. Die Mannschaft wird zusammen essen, erzählt der Zweite Offizier. Und einen "Jolka" wird es auch geben - einen Tannenbaum, aber aus Plastik.

In der Seemannsmission werden am Heiligabend echte Kerzen leuchten. Das soll gleich beim Reinkommen eine ruhige und entspannte Atmosphäre verbreiten, wie Seemannsdiakon Folkert Janssen erklärt. Der 55-Jährige ist selbst dreieinhalb Jahre zur See gefahren und weiß daher, was für ein Gefühl es ist, am 24. Dezember trotz aller Entfernung nach Hause ein Päckchen in den Händen zu halten. "Da fließen auch bei langjährigen Seebären schon mal ein paar Tränen", erinnert sich Janssen. Der Diakon ist 1991 nach Rostock gezogen. In dem Jahr war die Seemannsmission der Hansestadt gegründet worden. Folkert Janssen hat also schon einige Weihnachtsfeste in der Mission gefeiert.

Unbekannte Weihnachtstraditionen

"Das ist immer ein buntes Getümmel", meint der 55-Jährige. Oft kennen einige Seeleute die deutschen Weihnachtstraditionen gar nicht. "Ich habe mal einem Chinesen erklärt, wofür der Adventskalender steht", erinnert sich Susanne Jordan. Ein wenig verwirrt sei er zu Anfang schon gewesen, habe dann aber beim Öffnen des Türchens über das ganze Gesicht gegrinst.

Gegen 17.00 Uhr geht die Feier im Clubraum "Hollfast" der Mission immer los. Auch in diesem Jahr wird es in Rum eingelegte Backfrüchte geben und "einen ordentlichen Punsch", der dafür sorgt, dass die Seemänner mit Ende der Feier müde "nach Hause" auf ihr Schiff zurückkehren, wie Janssen sagt. Er selbst wird die Andacht halten, wie jedes Mal auf Englisch. Und natürlich wird es auch hier Geschenke geben. Sechs Euro kommen auf ein Missions-Weihnachtspäckchen, wie Susanne Jordan sagt. Nicht viel. Aber genug, um mit jeder dieser Tüten ein Stückchen Weihnachtsfreude weitergeben zu können.

 
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