21.12.2012, 13:59 Uhr | dapd
Im Kampf gegen die gestiegene Armut in Berlin setzt die SPD auf bessere Arbeitsbedingungen. "Wir müssen wieder Ordnung auf dem Arbeitsmarkt schaffen", sagte der Berliner SPD-Vorsitzende Jan Stöß am Freitag im RBB-Inforadio. "Auf dem Niedriglohnsektor muss es wieder Spielregeln geben." Auf dem Berliner Arbeitsmarkt habe man nach Zahlen eine positive Entwicklung, das Problem sei aber, dass die meisten Jobs im Niedriglohnsektor entstünden, sagte Stöß.
Nach einem am Donnerstag vorgestellten Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stieg der Anteil der Armutsgefährdeten in Berlin um fast zwei Punkte von 19,2 Prozent im Jahr 2010 auf 21,1 Prozent im Jahr 2011. Seit dem Jahr 2006 sei das ein Zuwachs von über 24 Prozent. Die Hauptstadt stürzte danach im bundesweiten Ranking vom 12. auf den 14. Platz noch hinter Sachsen und Sachsen-Anhalt ab. Als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen muss.
Berlin könne den Kampf gegen die Armut nicht allein aufnehmen, sagte Stöß. "Manche Sachen kann man nur im Bund regeln", sagte er mit Blick auf das Thema Mindestlohn.
Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte zuvor angekündigt, mehr Jugendliche in Beschäftigung bringen zu wollen. Derzeit sei die Jugendarbeitslosigkeit in Berlin mit über 13 Prozent doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, sagte Kolat im Deutschlandradio Kultur. Das Programm "BerlinArbeit" solle Abhilfe schaffen. "Meine Zielmarke ist, unter zehn Prozent zu kommen", betonte die Arbeitssenatorin.
Quelle: dapd
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