04.01.2013, 11:39 Uhr | dapd
So ganz sicher war sich der Schreiber nicht, wie das Kaff hieß, in dem der Ostfrankenkönig Konrad I. am 18. Februar 913 Hof hielt. Auf einer Urkunde hielt er "Chassella" fest, auf einer anderen "Chassalla". Für den Inhalt der beiden Diplome spielte das keine Rolle: Konrad bestätigte dem Frauenstift Meschede im Sauerland sowie dem Kloster Hersfeld jeweils seine Rechte. Heute sind diese Ereignisse und Schreibfehler Randerscheinungen. Das Ausstellungsdatum indes gilt als Geburtsstunde Kassels. Für die Stadt ein Grund für zum Feiern.
Bei dem Hoftag vor 1.100 Jahren wurde Kassel - damals laut Stadtarchiv wohl eher ein Wirtschaftshof - erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt steckt derzeit in den Vorbereitungen auf das große Jubiläumsjahr 2013, in dem sie auch den 53. Hessentag ausrichtet. Mit rund 2.000 Veranstaltungen werde - inklusive dem Landesfest - der Geburtstag gefeiert, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich auf dapd-Anfrage. Offiziell werde es am 18. Februar mit einem Festakt im Kongress Palais Stadthalle losgehen.
Bis zur eigentlichen Festwoche vom 13. bis 22. September seien immer wieder Höhepunkte mit Stadtteilfesten und zum Hessentag auch große Open-Air-Konzerte geplant, kündigt der Sprecher an. Zusätzlicher Event sei das Grimm-Jahr 2013 - aus Anlass der am 20. Dezember 1812 erschienen Erstauflage der Grimm'schen Kinder- und Hausmärchen. Neben zahlreichen Kulturveranstaltungen rund um Leben und Wirken der berühmten Märchensammler wird vom 27. April bis 8. September in der documenta-Halle die Ausstellung "Expedition Grimm" gezeigt.
Auf dem Königsplatz in der Innenstadt zählt ein Countdown die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zum Start des Stadtjubiläums. Aber auch vor dem 18. Februar sind bereits Termine angesetzt: Die Universität Kassel eröffnet am 15. Januar eine Vortragsreihe mit dem Titel "Kassel Stadtgeschichte 913 - 2013". In fünf kurzen "Spots" würden hierbei Geschichte und Entwicklung Kassel von der Ersterwähnung bis ins 20. Jahrhundert beleuchtet, erläutert die Kasseler Mittelalter-Historikerin und Organisatorin Ingrid Baumgärtner.
Zum Auftakt des eigentlichen Jubiläumsfestes ruft der Stadtteil Harleshausen am 18. Februar per Wette zu einem historischen Umzug auf. Dabei sollen 1.100 Städter sowie Bürger aus den umliegenden Gemeinden in historischen Kostümen den rund 260 Meter hohen Berg Daspel am Rande des Habichtswaldes erklimmen, wie Stadtteilbotschafter Carsten Höhre sagt. Gelinge die Wette, werde Oberbürgermeister Bertram Hilgen in einer der Harleshausener Kinderkrippen aus Grimms Märchen vorlesen.
"Wir gehen davon aus, dass das klappt und die 1.100 Bürger auch kommen werden", sagt eine Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft des Stadtjubiläums. Deswegen sei von Harleshausen kein Wetteinsatz eingefordert worden.
"Wenn wir genauso viele Besucher zählen wie Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) im vergangenen Jahr, wären wir zufrieden", sagt Stadtsprecher Happel-Emrich mit Blick auf den Hessentag vom 14. bis 23. Juni. Dort waren es rund 1,2 Millionen Gäste - etwa 340.000 mehr als bei der documenta im vergangenen Jahr in Kassel. Gelockt wird mit einem Partyprogramm: Die Toten Hosen, Unheilig, David Garrett, Die Ärzte, Mickie Krause, Jürgen Drews und Helene Fischer sind nur eine Auswahl der angekündigten "Top Acts".
Besuchermassen werden aber auch beim Festumzug zum Ende des Stadtjubiläums im September erwartet. Genau terminiert sei dieser wegen der bevorstehenden Bundestagswahl noch nicht, sagt Happel-Emrich. Geplant sei der Festmarsch für den 22. September. Werde an diesem Tag gewählt, wolle Kassel für die Abschlussveranstaltung auf einen anderen Termin ausweichen.
Quelle: dapd
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