04.01.2013, 15:55 Uhr | dapd
Überschüssiger Wind- und Solarstrom soll künftig in Pumpspeicherkraftwerken in Mecklenburg zwischengespeichert und bei späteren Energieengpässen über Turbinen wieder ins Netz eingespeist werden. Dafür plant der Schweriner Energieversorger Wemag AG den Bau derartiger Anlagen, wie die Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) berichtet.
Unternehmensvorstand Thomas Pätzold sagte, die Wemag prüfe derzeit im Westen des Landes mehrere Standorte. Nach einer im Sommer 2012 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie könnten natürliche Höhenunterschiede genutzt werden, um Pumpspeicherkraftwerke wirtschaftlich errichten und betreiben zu können.
Pätzold hatte erst kürzlich auf einem Energiesymposium in Stralsund erklärt, dass für die Pläne drei Standorte mit natürlichen Gewässern in Betracht kämen. Die Wirtschaftlichkeit sei aber "grenzwertig" und müsse noch genauer geprüft werden.
Ersten Plänen zufolge könnte bis zum Jahr 2020 ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Maximalleistung von 130 Megawatt gebaut werden. Dazu soll auf einer Anhöhe ein künstliches Wasserbecken angelegt werden, aus der das Wasser bei Bedarf aus 80 Metern Fallhöhe zurückfließen und dabei Turbinen für die Stromerzeugung antreiben soll.
Die Wemag bezieht bereits jetzt 84 Prozent ihres bereitgestellten Stroms aus Solar- und Windenergieanlagen. Der Anteil steigt angesichts des Booms von Windkraft- und Photovoltaikanlagen rapide an. Nach Unternehmensangaben könnte schon in diesem Jahr der gesamte Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen werden.
"Wir spielen damit eine Vorreiterrolle in Deutschland", sagte Pätzold. Daher würden gerade in Mecklenburg-Vorpommern Speichertechnologien dringend benötigt.
Quelle: dapd
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