05.01.2013, 08:56 Uhr | dapd
Die Städte in Rheinland-Pfalz hoffen durch die vorgesehene Erhöhung des Bußgelds für Parkscheinpreller auf mehr Geld in ihren Kassen. Ab April 2013 soll das Verwarngeld für Parken ohne Ticket um fünf Euro pauschal angehoben werden. Die Stadt Mainz rechnet dadurch mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 250.000 bis 350.000 Euro im Jahr, wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf dapd-Anfrage sagte.
Auch die Stadt Trier heißt die Aufstockung des Verwarngeldes gut. Wie hoch die Bezüge künftig ausfielen, sei aber noch nicht abzuschätzen, sagte ein Sprecher.
In Mainz hieß es, der Aufschlag auf die Knöllchen werde auch deshalb begrüßt, weil Falschparken uninteressanter werde. Bisher seien Fahrzeughalter oftmals das Risiko eingegangen, keinen Parkschein zu lösen, da eine Verwarnung teils günstiger sei als ein Ticket. Im vergangenen Jahr floss den Angaben zufolge insgesamt Verwarngeld in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro in die Stadtkasse.
Auch in Koblenz hoffen die Verantwortlichen, dass die Bußgeldanpassung eine abschreckende Wirkung haben wird. "Denn es drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass Verkehrsteilnehmer ein gelegentliches Knöllchen den gestiegenen Parkgebühren in Parkgaragen oder an Parkständen vorziehen", sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Thomas Knaak. Im vergangenen Jahr hatte Koblenz Bußgeld in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro verhängt. Allerdings stünden den Einnahmen auch Personal- und Sachkosten gegenüber, erinnerte Knaak. Die Bezüge aus Knöllchen seien daher verhältnismäßig gering.
Parkplätze kosten 35 bis 80 Cent pro halbe Stunde
Neben den Einnahmen aus Knöllchen stopfen auch die Einnahmen aus Parkscheinautomaten die Haushaltslöcher der Städte. In Mainz sind dies jährlich rund 2,7 Millionen Euro, wie Peterhanwahr sagte. Bisher zahlten Parkende je nach Zone 35 oder 70 Cent für 30 Minuten. Ob auf Autofahrer künftig eine Erhöhung der Parkgebühren zukomme, sei allerdings noch unklar. Aktuell werde ein neues Konzept zum Parkraummanagement erarbeitet, das noch einige Monate in Anspruch nehme, sagte der Stadtsprecher.
In Trier wurden die Parkgebühren dagegen erst 2010 erhöht. Je nach Parkzone werden seither 40 oder 80 Cent für eine halbe Stunde fällig. Weitere Aufschläge müssten Verkehrsteilnehmer in diesem Jahr nicht mehr hinnehmen.
Auch in Koblenz waren die Ticketpreise erst zur Bundesgartenschau 2011 angehoben worden. "Eine neuerliche Erhöhung steht nicht auf der Agenda", hieß es daher. Geschätzt nehme die Stadt jährlich 2,5 Millionen Euro mit den Parkscheinautomaten auf öffentlichen Flächen ein. Für eine halbe Stunde würden in der Innenstadt 60 Cent verlangt, sagte Knaak.
Trotz teils lästiger Parkplatz- und Automatensuche sind die öffentlichen Stellplätze der Städte meist noch die günstigere Alternative zu Parkhäusern. Die Stadtnahe Gesellschaft Parken in Mainz (PMG), die 10.000 Plätze in 22 Häusern betreibt, verlangt beispielsweise für einen Stellplatz in der Innenstadt 21 Euro am Tag. Dafür erhalte der Fahrzeughalter aber auch eine kostenlose Busfahrkarte, betonte eine Sprecherin.
Quelle: dapd
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