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Jan Fedder: Rückkehr des Hamburger Jung als Talkshow-Tyrann

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Rückkehr des Hamburger Jung Jan Fedder als Talkshow-Tyrann

11.02.2013, 08:09 Uhr | dapd

Jan Fedder: Rückkehr des Hamburger Jung als Talkshow-Tyrann. Jan Fedder spielt einen zynischen Talkshow-Moderator im Film "Stille". (Quelle: dapd)

Jan Fedder spielt einen zynischen Talkshow-Moderator im Film "Stille". (Quelle: dapd)

Berühmt, erfolgreich und doch nur Probleme: Auf den ersten Blick hat der berühmte Journalist Harry Cliewer (Jan Fedder) alles. Eine schöne Frau, eine steile Karriere und natürlich eine Menge Geld. Die TV-Nation liebt den Talkmaster, der mühelos jeden seiner Gäste in der Luft zerreißen kann. Doch Harrys Leben ist ein Leben auf dem Drahtseil. Schonungslos nimmt er sich das, was er möchte - den Abgrund stets vor Augen. Und während er beruflich von Erfolg zu Erfolg eilt, bleibt seine Familie auf der Strecke. Bis sie sich wehrt.

Es ist eine ungewohnte Rolle, mit der der gebürtige Hamburger Jan Fedder nach seiner Krebserkrankung Ende 2012 nun am Mittwoch (13. Februar, 20.15 Uhr) auf den Bildschirm zurückkehrt. Sein Harry Cliewer in dem ARD-Fernsehfilm "Stille" ist weit entfernt von jenen sympathischen Helden, die er seit Langem in der Kultserie "Großstadtrevier" oder jüngst in den Roman-Verfilmungen von Siegfried Lenz verkörperte.

Genau aus diesem Grund habe er Fedder für die Rolle verpflichtet, sagt der österreichische Regisseur und Kameramann Xaver Schwarzenberger ("Margarete Steiff") im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Vor der "fast archaischen Welt" der Berge platziert der Grimme-Preisträger seinen rücksichtslosen Protagonisten. Der Hamburger Jung Fedder strahle nicht nur aufgrund seiner Herkunft eine wirkliche Entfernung aus, sondern auch aufgrund seiner bisherigen Filme. "In dieser Rolle präsentiert sich Jan Fedder als völlig anderer Schauspieler", sagt Schwarzenberger. Er habe "durch diese ungewöhnliche Besetzung eine positive Merkwürdigkeit erreichen" wollen.

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Abrechung mit dem Vater und Ehemann

In die Stille einer abgelegenen Berghütte hat sich Harry Cliewer zurückgezogen, nachdem sein Sohn Alex (Florian Bartholomäi) ihn in aller Öffentlichkeit bloßgestellt hat. In einem autobiografischen Roman beschreibt der Sohn, der den Kontakt zu seinen Eltern vor Jahren abgebrochen hat, detailliert das Familienleben unter dem Diktat des Vaters. Das Buch fördert einen untreuen Ehemann, kaltherzigen Vater und eitlen Selbstdarsteller zu Tage. "Mein Vater hasste die Stille, weil er glaubte, dass Stille Desinteresse an seiner Person signalisierte", sagt Alex.

Für Harry ist die Abrechnung seines Sohnes unerträglich. Er will möglichst weit weg von der medialen Öffentlichkeit, die er so lange bedient hat und die ihn zugleich längst beherrscht. Auch seine Flucht in die Berge ist eine Flucht vor der Verantwortung, wie ihm seine Frau Amanda (Iris Berben) vorwirft. Amanda kämpft, bittet ihren Mann darum, Kritik anzunehmen. Doch Harry will sich den Problemen nicht stellen und muss letztlich erkennen, dass Stille kein Garant für inneren Frieden ist. In der Einsamkeit, konfrontiert mit der gnadenlosen Natur und seiner Vergangenheit, kämpft er schließlich um sein eigenen Überleben.

"Rolle wie für mich gemacht"

"Die Rolle des Talkmasters Harry Cliewer ist wie gemacht für mich", sagt Fedder im dapd-Interview. Die Figur dieses bösen Kotzbrockens sei aber auch eine Herausforderung für ihn gewesen. "Die Helden in den Lenz-Filmen spiele ich so weg, die sind nicht das große Problem. Das bin ich ja", erklärt der beliebte Volksschauspieler. Er lese die Romane gar nicht, er spiele sie. Ähnlich sei es beim "Großstadtrevier" und "Neues aus Büttenwarder". In "Stille" habe er jedoch "mal richtig Attacke fahren" müssen, sagt Fedder, der nach seiner Krankheit "wieder fit" ist. Die Dreharbeiten zu diesem Fernsehfilm fanden bereits vor seiner Erkrankung statt.

Schwarzenberger ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswerter Film gelungen. In Rückblenden zeichnet er das erschreckend klare Bild eines Menschen, der sich im Rausch des Erfolges verändert - "der kalt und beziehungsunfähig wird und in eine reine Egomanie abdriftet", beschreibt der Regisseur. Auch skizziert Schwarzenberger ein alltäglichen Problem innerhalb einer Familie - unausgesprochene, über Jahre angestaute Konflikte.

So bringt der Filmemacher damit nicht nur einen anderen, ebenso glaubwürdigen Fedder zum Vorschein. Auch holt Schwarzenberger erstmals die "ungewöhnliche Mischung" aus Fedder und Berben für einen gemeinsamen Film vor die Kamera. Professionell sei das Aufeinandertreffen gewesen, sagt Fedder und fügt hinzu: "Wenn sich zwei alte Zirkuspferde treffen, ist Galopp angesagt."

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